Regionalsport

UTTC Salzburg steht nach Nervenschlacht sensationell im Bundesliga-Finale

Carlo Rossi und Koyo Kanamitsu holten im Halbfinalrückspiel am Montagabend die beiden benötigten Siege, um nach dem 4:1-Heimerfolg Topfavorit Wels zu bezwingen. Francisco Sanchi sorgte für die Draufgabe zum 3:3. Damit kämpft Salzburg nicht nur um den Meistertitel, sondern wird auch in der Champions League antreten.

Carlo Rossi schlug Adam Szudi auch ein zweites Mal. SN/gepa pictures/ jasmin walter
Carlo Rossi schlug Adam Szudi auch ein zweites Mal.

Der UTTC Salzburg hat die Sensation geschafft. Der klare Außenseiter, der vor der Saison den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben und nur leise vom Halbfinale geträumt hatte, steht nach dem überraschenden Triumph über Topfavorit Wels im Endspiel der Tischtennis-Bundesliga. Die jungen Salzburger haben damit nicht nur die Chance auf den ersten Meistertitel der 75-jährigen Vereinsgeschichte, sondern sind bereits jetzt für die Champions League qualifiziert. "Ein Märchen, eine Sensation, einfach toll", sagte UTTC-Sportchef Walter Windischbauer.

Salzburg behielt die Nerven

Vor dem Halbfinale hatte nichts für den UTTC Salzburg gesprochen. Beide Duelle im Grunddurchgang waren mit 4:0 an den Ligadominator aus Oberösterreich gegangen. Alle drei Topspieler der Welser liegen in der Europa- und Weltrangliste weit vor den drei Salzburger Akteuren. Und sie alle sind älter, erfahrener. Im Hinspiel am Freitag war davon wenig zu spüren gewesen. Salzburg hatte sensationell mit 4:1 triumphiert und benötigte damit am Montag zwei Punkte, um den Finaleinzug zu fixieren. Das gelang mit einem 3:3 am Ende klar. Doch spannender hätten es die Teams nicht machen können.

Koyo Kanamitsu gewann Showdown

Denn alles lief auf den Showdown der beiden ehemaligen Ersten der U21-Weltrangliste, Koyo Kanamitsu und Andreas Levenko, hinaus. Wels führte zu diesem Zeitpunkt mit 3:1, hatte in Summe also auf 4:5 verkürzt. Nach Sätzen stand es nun 16:16. Das bedeutete: Der Sieger des vierten Einzels im Rückspiel stieg auf. Und Kanamitsu, der zuvor nicht in Bestform agiert hatte, zeigte sich nun klar verbessert. Der im Hinspiel entfesselt spielende Japaner war im entscheidenden Moment wieder zur Stelle und gewann mit 11:9, 11:9, 8:11 und 11:6. Dass Francisco Sanchi danach mit einem 3:0-Sieg gegen Frane Kojic sogar das Remis sicherte, war nur Nebensache.

Koyo Kanamitsu, Francisco Sanchi, Michael Trink und Carlo Rossi (v. l.) sind eine eingeschworene Truppe. SN/uttc
Koyo Kanamitsu, Francisco Sanchi, Michael Trink und Carlo Rossi (v. l.) sind eine eingeschworene Truppe.

Im Finale trifft Salzburg am 20. Mai in Wels auf Wiener Neustadt, das die Hürde Stockerau nahm. "Wir werden uns nach dieser grandiosen Leistung wieder akribisch vorbereiten und dann sehen wir, was möglich ist", sagte Salzburgs Obmann Günther Höllbacher.

Wels schien auf Siegerstraße

Bei gänzlich anderen Bedingungen als im Hinspiel schien Gastgeber Wels im Halbfinalrückspiel bereits auf der Siegerstraße. Große Halle, schnellerer Tisch, ORF-Livespiel - die diesmal gewarnten geladenen Oberösterreicher, die jeden Punkt wie den Meistertitel feierten, wurden ihrer Favoritenstellung über weite Strecken gerecht. Nachdem Levenko zum Auftakt des hochklassigen, mehr als dreistündigen Schlagabtauschs den Argentinier im Salzburger Trikot, Francisco Sanchi, erneut ohne Satzverlust geschlagen hatte, ging auch das Duell der Topspieler an Wels. Die Nummer 92 der Weltrangliste, der Kroate Frane Kojic, bezwang Kanamitsu mit 9:11, 11:6, 11:7 und 11:6.

Carlo Rossis Aufholjagd als Schlüsselmoment

Damit stieg der Druck auf den jüngsten Spieler. Der 19-jährige Carlo Rossi hatte im Hinspiel mit einem 3:0-Erfolg über den ungarischen Topmann Adam Szudi überrascht. Und der Italiener überzeugte auch am Montag. Nach dem verlorenen ersten Satz (8:11) geriet er auch in allen drei weiteren Durchgängen klar in Rückstand. Doch Salzburgs Youngster, dessen Verbleib in der Mozartstadt unsicher ist, drehte alle drei Sätze und gewann mit 11:9, 13:11 und 14:12. Rossi wehrte in Summe sechs Satzbälle ab, nutzte gleich den ersten Matchball - und wahrte damit auch Salzburgs Chance.

Koyo Kanamitsu setzte Schlusspunkt

Wels musste nun die beiden folgenden Duelle gewinnen und das mit möglichst geringem Satzverlust. Weil die beste Paarung der Liga, Kojic/Szudi, im Doppel ihre Klasse zeigte und Kanamitsu/Rossi mit 11:1, 11:8 und 11:9 besiegte, kam es zum Finale im Halbfinale. Und in diesem bewies Koyo Kanamitsu, warum Salzburg am Ende auch verdient Bundesliga-Finalist ist.

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