Tennis

Auf die bizarre Show soll ein Tennisfest folgen

Dominic Thiem hat in der Wiener Stadthalle im Achtelfinale die große Bühne aus rot-weiß-roter Sicht für sich allein. Denn Dennis Novak verpasste eine große Chance und musste sich "Schauspieler" Gaël Monfils geschlagen geben.

Dennis Novak verpasste gegen Gaël Monfils eine große Chance. SN/GEPA pictures
Dennis Novak verpasste gegen Gaël Monfils eine große Chance.

Die Erste Bank Open gehen am Donnerstag mit sechs Achtelfinalpartien langsam in die entscheidende Phase. Nur mehr mit einem Österreicher, denn Dennis Novak musste sich in einem bizarren 6:2, 5:7, 3:6 dem Franzosen Gaël Monfils geschlagen geben. Einmal mehr ist es daher Topstar Dominic Thiem vorbehalten, die rot-weiß-rote Fahne hochzuhalten. Der Weltranglistenfünfte trifft am Abend (nicht vor 17.30 Uhr/live ORF Sport+) auf "Angstgegner" Fernando Verdasco.

"Ich bin noch nie so gut in mein Heimturnier gestartet und voller Selbstvertrauen", sagte Thiem nach dem sehr starken 6:4,7:6(3)-Auftaktsieg über Jo-Wilfried Tsonga. Dennoch ist er vor Verdasco nach vier Niederlagen in vier Spielen gewarnt. "Ich muss es schaffen, dass ich ihn zum Laufen bringe. Das ist seine einzige Schwäche. Wenn mir das gelingt, dann sollte mit dem großartigen Publikum Rücken einer sehr guten Partie nichts im Weg stehen", freut sich Thiem auf seinen zweiten von erhofften fünf Auftritten auf dem Weg zum ersehnten ersten Heimtriumph in der Wiener Stadthalle, die mit knapp 10.000 Zuschauern wieder aus allen Nähten platzen wird.

Die Stimmung nicht mehr genießen darf hingegen Novak, der an "Schauspieler" Monfils sowie an seinen eigenen Nerven scheiterte. Novak zog gegen einen zu Beginn offensichtlich gehandicapten Monfils schnell davon. Der Franzose ließ sich behandeln und eigentlich wartete man nur darauf, dass er aufgibt. Eigentlich, denn der Weltranglisten-14. ist auch bekannt für seine Mätzchen. Sogar geweint dürfte er haben, allerdings vom Handtuch verdeckt. Jedenfalls zeigte zum einen die Schmerztherapie bei Monfils wie auch die Situation bei Novak Wirkung. Bei 5:6 schenkte der Österreicher Monfils mit einem Doppelfehler den Satzausgleich.

In der Entscheidung war nichts mehr von Monfils' körperlichen Problemen zu merken. Das Match bot weiter meist wenig Klasse, dafür umso mehr Spannung. Mehr als 6000 Zuschauer versuchten den Lokalmatador zum Sieg zu tragen. Letztlich erfolglos, denn Monfils gelang das entscheidende Break - nun wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht und unter kräftiger Mithilfe von Novak - zum 5:3 und er servierte souverän aus.

"Er ist ja bekannt dafür. Aber was er diesmal abgezogen hat, das ist meiner Meinung nach zuviel", sagte Novak über den Franzosen, der den sterbenden Schwan spielte und in den entscheidenden Situationen aber zur Stelle war. "Ich hatte körperliche Probleme. Es hat mir keinen Spaß gemacht und so etwas ist auch für die Zuschauer nicht schön anzusehen, aber ich wollte nicht aufgeben. Und Dennis ist nervös geworden", sagte Monfils, der trotz 40 (!) unerzwungenen Fehlern siegte.

Novak verließ zunächst wutentbrannt die Halle. Wütend wohl auf Monfils und wegen der verpassten großen Chance auch auf sich selbst. Auch, wenn er danach verneinte, dass ihn die Situation überfordert hätte: "Ich habe mich immer auf mich konzentriert."

Erste Bank Open (ATP-500, 2,44 Mill. Euro): 1. Runde: Monfils (FRA-4) - Novak (AUT-WC) 2:6, 7:5, 6:3, Kukuschkin (KAZ) - Coric (CRO-8) 6:4, 6:4, Sinner (ITA-WC) - Kohlschreiber (GER-Q) 6:3, 6:4, Carreno Busta (ESP) - Shapovalov (CAN) 6:3, 7:5, Rublew (RUS) - Bublik (KAZ-LL) 6:1, 6:7(3), 7:6(6).

Achtelfinale: Berrettini (ITA-3) - Dimitrov (BUL) 7:6(5), 7:6(1). Doppel: Bopanna/Shapovalov (IND/CAN) - Marach/Melzer (AUT) 7:6(6), 6:2, Daniell/Oswald (NZL/AUT-WC) - Gille/Vliegen (BEL) 4:6, 7:5, 10-7.

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