Tennis

Chatschanow zu hohe erste Wien-Hürde für Dennis Novak

Für Dennis Novak ist das Erste Bank Open 2018 nach der ersten Runde schon wieder Geschichte. Der 25-jährige Niederösterreicher verlor am Mittwoch in Wien gegen den zuletzt schon auf Platz 19 vorgestoßenen Russen Karen Chatschanow nach 84 Minuten mit 3:6,5:7. Für Novak, der im Vorjahr erst im Achtelfinale ausgeschieden war, wäre durchaus auch mehr möglich gewesen.

Dennis Novak produzierte zu viele Eigenfehler SN/APA/HANS PUNZ
Dennis Novak produzierte zu viele Eigenfehler

Mit einer Hiobsbotschaft ging am Mittwochabend die Einzel-Karriere von Jürgen Melzer zu Ende gegangen: Der 37-jährige Niederösterreicher, der in der ersten Runde am Montag sensationell Milos Raonic (CAN) ausgeschaltet hatte, musste wegen eines Magen-Darm-Virus sein für Mittwoch angesetztes Achtelfinale beim Erste Bank Open in Wien gegen den als Nummer zwei gesetzten Kevin Anderson (RSA) absagen. Besonders bitter für Melzer, da dieser beim 16. Antreten bei seinem Heimturnier seine Karriere beenden wollte.

Für Novak, der im Vorjahr erst im Achtelfinale ausgeschieden war, wäre durchaus mehr möglich gewesen. Das wusste er freilich auch in seiner Match-Analyse. "Ich war extrem motiviert und habe mich mega auf das Spiel gefreut. Umso enttäuschter bin ich jetzt, dass ich nicht alles zeigen habe können", erklärte der Schützling von Günter Bresnik. Novak holte sowohl im ersten als auch im zweiten Satz jeweils einen 0:3-Rückstand auf, aber ein Doppelfehler und ein schlimmer Eigenfehler bei 3:4 im ersten Satz kosteten ihn Satz eins. "Wenn ich heute besser serviert hätte und vielleicht die ein, zwei unnötigen Fehler in beiden Sätzen nicht gemacht hätte, dann wäre auf jeden Fall mehr drinnen gewesen."

Zudem, gab Novak zu, sei er zu Beginn auch sehr nervös gewesen. Es war erst sein dritter Hauptbewerbs-Auftritt in Wien. Noch ist es für den aktuell Weltranglisten-137. nicht selbstverständlich, vor großen Zuschauermassen zu spielen.

Novak wird nun noch zumindest bei den Challengern in Eckental (GER) und Bratislava spielen, eventuell einen weiteren in Italien anhängen. "Ich möchte mich jetzt noch die zwei Turniere voll durchbeißen, dann ein paar Tage Pause und dann geht es eh nach Teneriffa. Dann werde ich hoffentlich nächstes Jahr die Top 100 knacken."

Auf Teneriffa wird er sich auf die nächste Saison vorbereiten, nachdem er seine bisher beste Saison auf der Tour abgehakt hat. "Natürlich war es mein bestes Jahr auch von den Leuten her, die ich heuer geschlagen habe. Aber es waren auch viele Ausrutscher dabei", meinte Novak. Dreimal hatte er sich für den Hauptbewerb von Grand-Slam-Turnieren qualifiziert und in Wimbledon sogar die dritte Runde erreicht. "Ich kann mir heuer nicht viel vorwerfen, habe mich auf alle Turniere gut vorbereitet."

Nach dem traditionellen Trainingscamp in Spanien mit Dominic Thiem, Sebastian Ofner (die Novak beide am Mittwoch in der Halle zugeschaut haben) und u.a. Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber will Novak erneut die Australian-Open-Qualifikation schaffen.

Ein großes Ziel ist auch Anfang Februar der Davis Cup in der Weltgruppe zu Hause gegen Chile. "Wir freuen uns alle schon extrem. Ich hoffe, dass ich dabei bin", sagte Novak, der aber vor dem Gegner warnte. "Chile ist ein harter Gegner. Die haben zwei echt gute Einzelspieler und auch zwei Doppelspieler, die Top 100 sind, also es wird alles andere als leicht." Dennoch glaubt auch er, dass der Einzug ins erstmals ausgetragene Finalturnier möglich ist. "Wir wollen alle zu diesem neuen Event."

An einer weiteren Verbesserung möchte Novak freilich in allen Bereichen arbeiten, am meisten "auf jeden Fall beim Aufschlag." Zufrieden ist er mit seiner körperlichen Verfassung. "Da bin ich echt gut. Das Training mit Mike Reinprecht (Konditionstrainer) fruchtet echt immer."

Moskau-Sieger Chatschanow, der zum dritten Mal in Wien am Start ist, trifft nun im Achtelfinale auf den als Nummer 5 gesetzten Japaner Kei Nishikori. Der Sieger dieser Partie trifft im Viertelfinale entweder auf den topgesetzten Thiem oder den US-Amerikaner Sam Querrey.

Grigor Dimitrow verpatzte sein Debüt beim traditionellen Stadthallen-Tennisturnier in Wien. Der als Nummer 3 gesetzte Bulgare, vor knapp einem Jahr Sieger des ATP-Word-Tour-Finales in London, musste sich dem Kasachen Michail Kukuschkin nach 2:23 Stunden mit 4:6,6:4,4:6 geschlagen geben.

Der Weltranglisten-Zehnte, der zuletzt in Shanghai wegen einer Knöchelverletzung nicht angetreten ist, befindet sich weiter in einer Formkrise. Seit dem Titel in der Londoner O2-Arena hat Dimitrow kein Event mehr gewonnen. Lediglich ein Finale in Rotterdam und zwei Semifinali in Brisbane und Monte Carlo hat er in diesem Jahr zu Buche stehen. Bei den Grand-Slam-Turnieren hat Dimitrow ein Viertelfinale in Australien geschafft, in Paris schied er im Achtelfinale, in Wimbledon und bei den US Open jeweils gleich in Runde eins aus.

Auch für die Nummer 7 des Turniers kam am Mittwoch das Aus. Der Italiener Fabio Fognini musste sich nach seinem Auftakterfolg im Achtelfinale dem Ungarn Marton Fucsovics mit 6:4,3:6,2:6 beugen. Damit wird in der Rasterhälfte des topgesetzten Dominic Thiem ein Ungesetzter ins Halbfinale einziehen.

Quelle: APA

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