Tennis

Die Favoritenrolle lässt Dominic Thiem "ziemlich kalt"

Fognini, Federer, Djokovic, Nadal - diesen außerordentlichen Weg zum Titel in Madrid müsste und kann Österreichs Tennisstar auch gehen.

Dominic Thiem sieht sich für die nächsten harten Aufgaben gerüstet. SN/AP
Dominic Thiem sieht sich für die nächsten harten Aufgaben gerüstet.

Es gibt gewiss angenehmere Gegner als einen Aufschlag-Giganten, um im ersten Match eines Turniers den Rhythmus zu finden. Der 2,11 Meter große Reilly Opelka hat Dominic Thiem beim ATP-Masters-1000-Turnier in Madrid auch lange Zeit vor eine heikle Aufgabe gestellt. Daher war Österreichs Tennisstar nicht unglücklich, dass der 21-jährige US-Amerikaner am späten Dienstagabend bei 7:6(2), 3:6, 0:1 wegen Rückenproblemen das Handtuch werfen musste.

"Ich bin in erster Linie froh, dass ich durch bin. Denn man hat wieder einmal gesehen, dass es gegen so einen Spieler auch ganz schnell vorbei sein kann", schnaufte Thiem tief durch. Tatsächlich waren es wenige Punkte, die zwischen siegen und fliegen entschieden hatten. Obwohl auch der nächste Gegner eine alles andere als leichte Aufgabe darstellt, ist die Nummer fünf der Welt nun im Turnier angekommen.

Dementsprechend zuversichtlich, aber auch gewarnt geht Thiem in das Achtelfinalduell am Donnerstag mit Fabio Fognini. Der Italiener hat kürzlich in Monte Carlo seinen mit Abstand größten Titel geholt und in Madrid sowohl gegen Kyle Edmund (GBR) als auch gegen John Millman beim 6:2, 6:2 keinen Satz abgegeben. "Er ist eines der größten ,Talente' und kann an einem guten Tag jeden schlagen. Ich erwarte ein ganz anderes, aber wieder sehr schwieriges Match", sagt Thiem über Fognini, der oft zwischen Genie und Wahnsinn agiert. Das letzte direkte Duell hat Thiem vergangenes Jahr in Rom verloren.

Natürlich soll für den Finalisten von 2017 und 2018 auch heuer nicht frühzeitig Schluss sein. Immer wieder fällt Thiems Name, wenn es um den Titelfavoriten geht. "Das hat damit zu tun, dass ich in Indian Wells und Barcelona gewonnen habe, lässt mich aber kalt", sagt Thiem schlagfertig und kennt wie Roger Federer und Novak Djokovic den Weg ins Endspiel. Daher hält auch der Schweizer, der mit einem souveränen 6:2, 6:3 über Richard Gasquet sein erstes Match auf Sand seit fast drei Jahren bestritt, den Ball flach. "Das war ein guter Start, nicht mehr und nicht weniger", sagt der Superstar vor seinem Achtelfinale gegen den Franzosen Gaël Monfils. "Dann würde wohl Thiem warten, dann wohl Djokovic und im Finale wohl Nadal. Es macht also keinen Sinn, über etwas anderes zu reden als über das nächste Match", sieht sich Federer gegen die drei besten Sandplatzspieler der vergangenen Jahre in der Außenseiterrolle.

Nicht so Rafael Nadal, der trotz jüngster Fitnessprobleme den kanadischen Aufsteiger Félix Auger-Aliassime 6:3, 6:3 besiegte. Juan Martín del Potro vergab bei seinem Comeback einen Matchball, unterlag Laslo Djere (SRB) 3:6, 6:2, 5:7.

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