Tennis

Die Nummer eins der Welt

Oliver Marach krönt im Doppel eine österreichische Erfolgsgeschichte im Tennis und schreibt damit österreichische Sportgeschichte.

Schon vor rund zwei Wochen wurde ein Kapitel österreichischer Sportgeschichte geschrieben. Noch vor dem ATP-Tour-Finale in London stand fest, dass Doppelspieler Oliver Marach das Jahr als Nummer eins beenden wird. Noch keinem Österreicher war das im Tennis, einer der ganz großen Weltsportarten, gelungen. "An diesen Moment werde ich mein ganzes Leben oft zurückdenken", sagte Marach nun, als er mit seinem kroatischen Partner Mate Pavic bei der Zeremonie auf dem Center Court der O2-Arena die Trophäe überreicht bekam.

Marach, der in den vergangenen eineinhalb Jahren drei Mal im Endspiel eines Grand Slam stand und heuer bei den Australian Open triumphierte, hat damit alles erreicht. Die Krönung wäre nun diese Woche der (inoffizielle) WM-Titel, der prestigeträchtigste nach den vier Majors. Auch das wäre ein Meilenstein im rot-weiß-roten Tennis. "Und natürlich der absolute Traum", sagt der 38-jährige Steirer, der mit einem Sieg ins Turnier gestartet war und heute, Mittwoch (13 Uhr), gegen Mike Bryan/Jack Sock das Halbfinale fixieren kann.

Rot-weiß-rotes Erfolgsquartett

Marach hat 2018 die seit gut einem Jahrzehnt dauernde Erfolgsgeschichte österreichischer Doppelspieler auf einen neuen Höhepunkt gebracht. Seit 2007, als Julian Knowle bei den US Open triumphierte und ins "Masters"-Endspiel einzog, ist Österreich fixer Bestandteil der absoluten Weltklasse. Marach (4), Knowle (1), Jürgen Melzer (2) und Alexander Peya (3) brachten es seither auf insgesamt zehn Teilnahmen beim finalen Showdown. Zu den erwähnten Erfolgen auf höchster Ebene kommen noch zwei Grand-Slam-Titel von Melzer (Wimbledon 2010, US Open 2011).

Warum ist Österreich so eine Macht im Doppel? "Wir sind alle vier harte Arbeiter. Daher ist es sicher kein Produkt des Tennisverbands, sondern jeder Einzelne hat sich für die Beharrlichkeit belohnt", erklärt Peya, heuer Paris-Halbfinalist und Mixed-Champion in Wimbledon. Der 38-jährige Wiener ist nach der zweiten, knappen Niederlage in London ausgeschieden. Mit dem Kroaten Nikola Mektic verlor Peya am Dienstag gegen Raven Klaasen/Michael Venus (RSA/NZL) 6:7(5), 6:7(5). "Bitter, weil wir in beiden Partien Chancen auf den Sieg hatten. Aber ich bin dankbar, dass ich hier überhaupt, und das schmerzfrei, spielen konnte", sagt Peya nach dreimonatiger Verletzungspause.

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