Tennis

Diese Ära erscheint unwirklich

Die Dominanz von Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic ist beispiellos. Zumindest in Wimbledon ist kein Ende in Sicht, wie nicht nur sagenhafte Zahlen untermauern.

Wer sorgt für den 54. Grand-Slam-Titel des Trios? Roger Federer, Novak Djokovicć oder Rafael Nadal?  SN/gepa/grieves
Wer sorgt für den 54. Grand-Slam-Titel des Trios? Roger Federer, Novak Djokovicć oder Rafael Nadal?

Sagenhafte 53 Grand-Slam-Trophäen teilen sich Roger Federer (20), Rafael Nadal (18) und Novak Djoković (15). Keinem ihrer 15 Mitstreiter am Achtelfinaltag in Wimbledon war es bisher vergönnt, auch "nur" eine abzustauben. Und es würde bereits einer Sensation gleichen, wenn diese Bilanz zwischen den "Big Three" und dem Rest der Tenniswelt am Sonntag nicht auf 54:0 ausgebaut wird. Was schon so selbstverständlich wirkt, unterstreicht in fast irrwitzigen Zahlen die historische Dominanz von Ausnahmeerscheinungen, die selbst in der Geschichte anderer Sportarten unerreichbar scheint.

Von Laver über Borg, Connors, McEnroe und Lendl bis zu Becker, Edberg, Agassi und Sampras hatte jede Generation ihre Legenden kreiert. Dass eine Ära aber gleich die drei Erfolgreichsten ihrer Zunft hervorbringt, dafür gehen auch deren Konkurrenten die Superlative aus. "Diese Zahlen sind eigentlich unwirklich", beschreibt etwa Dominic Thiem die Tatsache, dass es seit 2005 vier (!) Spielern gelang, diese Phalanx zu durchbrechen. Andy Murray, der lange Zeit die "Big Four" komplettierte, und Stan Wawrinka mit je drei Majortiteln eingerechnet, bleiben nur mehr Juan Martín del Potro (2009) und Marin Čilić (2014), die bei den US Open das fast Unmögliche schafften.

Im Eiltempo ins Viertelfinale

Und noch ist kein Ende der Vorherrschaft in Sicht. Das machte das Trio zunächst in der ersten Woche des prestigeträchtigsten Turniers und dann vor allem im Achtelfinale klar. Nadal brauchte am "Manic Monday" beim 6:2, 6:2, 6:2 über João Sousa (POR) 1:45 Stunden, Djoković beim 6:3 6:2 6:3 über Ugo Humbert (FRA) drei Minuten weniger und Federer stand beim 6:1, 6:2, 6:2 überhaupt nur 1:14 Stunden auf dem Platz. Unter dem Motto "der Nächste bitte" probieren im Viertelfinale am Mittwoch US-Aufschlagriese Sam Querrey (Nadal), David Goffin (Djoković) und Kei Nishikori (Federer) die schier unüberwindbaren Hürden zu nehmen.

Dass die Topstars vor den direkten Duellen - Federer und Nadal würden sich im Halbfinale treffen - scheitern, ist unwahrscheinlich. "Die schwierigsten Partien in Wimbledon sind die ersten beiden. Dann hast du dich endgültig an die Begebenheiten gewöhnt", sagt Federer.

Rekorde: Außergewöhnlich, weil selbstverständlich

Laut dem achtfachen Rekord-Triumphator ist Wimbledon jenes der vier größten Turniere, wo Routine den Unterschied ausmacht. 17 Mal (!) erreichte der 37-Jährige das Achtelfinale. Kaum zu glauben daher, dass er bei seinen ersten vier Antreten bis 2002 drei Mal zum Auftakt scheiterte. "Auf Rasen gerät man schneller in Panik. Man wird im Alter und mit der Erfahrung ruhiger", erklärt Federer, warum sich die nächste Generation um Thiem vor allem auf Rasen regelmäßig die Zähne ausbeißt. Fortsetzung folgt.

Aufgerufen am 25.08.2019 um 09:27 auf https://www.sn.at/sport/tennis/diese-aera-erscheint-unwirklich-73188661

Schlagzeilen