Tennis

Favoritenkreis für die French Open wird immer größer

Djokovic, Thiem oder doch wieder Nadal? Oder Federer? Sandplatz-Saison ist ausgeglichen wie nie.

Sandplatzkönig Rafael Nadal und dann folgt mit Respektabstand der Rest der Tenniswelt - das war einmal. Zwei Wochen vor den French Open ist der Favoritenkreis so groß wie lange nicht mehr. Bevor sich diese Woche in Rom noch einmal die Créme de la Créme trifft, sahen die Fans in Madrid das, was sie wohl auch in Paris erwarten wird: Zumindest eine Hand voll Topspieler, die sich um den Titel streiten.

Mittendrin im erlauchten Kreis präsentiert sich nach wie vor Dominic Thiem. Zwar blieb Österreichs Star sein drittes Madrid-Endspiel en suite knapp verwehrt, die Leistung beim 6:7(2), 6:7(4) im Halbfinale gegen Novak Djokovic ließ ihn aber erhobenen Hauptes nach Rom reisen. "Es war ein sehr gutes Match und es wäre komplett vermessen, wenn ich unzufrieden wäre", sagte der 25-Jährige, den sein Gegner als "derzeit den besten Spieler auf Sand" bezeichnete. "Das ehrt mich zwar, aber er ist die Nummer eins der Welt und hat diesmal auch wieder gezeigt warum", sagte Thiem über den Serben, der nach einer Schwächephase seit dem Australian-Open-Triumph rechtzeitig wieder in Topform ist.

Kleinigkeiten und Glück entscheiden

Obwohl sich Thiems Enttäuschung in Grenzen hielt, weiß er freilich um die verpasste Chance. So lag er in beiden Sätzen ein Break in Führung. Den ein oder anderen vermeidbaren Fehler von Thiem nützte Djokovic dann eiskalt aus. "Um diese Spieler zu besiegen, braucht man immer ein bisschen Glück, ein bisschen das Momentum. Das war diesmal sicher nicht der Fall", erinnerte Thiem auch an das ebenfalls hochklassige Viertelfinale gegen Roger Federer, das er nach Abwehr von zwei Matchbällen zu seinen Gunsten gedreht hatte. Wenige Punkte und Kleinigkeiten würden gegen die Besten der Besten über Sieg und Niederlage entscheiden.

Das galt auch für das zweite Halbfinale zwischen Nadal und Stefanos Tsitsipas. Wurde nach dem eindrucksvollen 6:1, 6:2 von Nadal über Stan Wawrinka im Viertelfinale, wo absolut nichts mehr von einer Formkrise oder Magenbeschwerden zu sehen war, auch gegen Tsitsipas eine ähnliche Dominanz erwartet, so belehrte der griechische Jungstar alle eines Besseren. Mit 6:4, 2:6, 6:3 entzauberte er den elffachen Paris-Triumphator und spielte sich so ebenfalls in den Kreis der seriösen Anwärter in Roland Garros.

Top-4-Setzung in Paris ist "sehr wichtig"

Überraschend erreichte Thiem im Doppel mit dem Argentinier Diego Schwartzman das Finale, unterlag dort Jean-Julien Rojer/Horia Tecau (NED/ROM) 2:6, 3:6. In Rom bekommt er es nach einem Freilos voraussichtlich am Mittwoch mit Kyle Edmund oder Fernando Verdasco zu tun. Schon im Viertelfinale könnte es zum Duell mit Nadal kommen. Im Gegensatz zu Paris, wo Thiem als neue Nummer vier frühestens im Halbfinale auf Djokovic, Nadal oder Federer treffen kann. "Das ist sehr wichtig, damit ich den ganz großen Kalibern bis in eine tiefe Turnierphase aus dem Weg gehe", weiß Thiem.

Aufgerufen am 25.05.2019 um 01:50 auf https://www.sn.at/sport/tennis/favoritenkreis-fuer-die-french-open-wird-immer-groesser-70137652

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