Tennis

Fulminantes Davis-Cup-Team bejubelt Einzug ins Finalturnier

Österreichs Tennis-Nationalmannschaft besiegt Uruguay 3:1. Der emotionale Matchwinner Dennis Novak wurde nicht nur in Graz gefeiert. Madrid kann kommen, da waren sich alle einig.

"I am from Austria" ertönte, die Fans feierten die Spieler und diese lagen sich in der Schwarzl-Halle nahe Graz in den Armen. Soeben hatte Dennis Novak den entscheidenden Punkt zum 3:1 gegen Uruguay geholt und Österreichs Tennis-Nationalmannschaft zum Davis-Cup-Finalturnier nach Madrid geführt. "Ein Wahnsinn, der emotionalste Moment meiner Karriere", rang der rot-weiß-rote Matchwinner nach dem 2:6, 6:3, 6:4 über Pablo Cuevas um Worte.

Dabei wurde deutlich, welche Last dem 26-Jährigen von den Schultern gefallen war. Novak war in Abwesenheit von Superstar Dominic Thiem die Nummer eins und avancierte in dieser Rolle wieder einmal zum "Mister Davis Cup". Nach seinem Pflichtsieg am Freitag gegen Martín Cuevas folgte am Samstag die Kür von Novak. "Man muss wissen, wie man mit Druck umgeht, und darauf darf ich stolz sein", sagte Novak. Es war dies im elften Davis-Cup-Einzel sein achter Sieg. Fünf davon feierte er gegen Spieler, die in der Weltrangliste - zum Teil weit - vor ihm lagen.

Dass die Papierform im Davis Cup am wenigsten zu bedeuten hat, das war auch diesmal offensichtlich. Denn immer wieder wurde der Länderkampf zur Nervenschlacht. Zunächst bei Jurij Rodionovs verlorenem Dreisatzkrimi am Freitagabend, danach beim hart erkämpften Doppelsieg von Oliver Marach und Jürgen Melzer zum 2:1. Auch die Routiniers, ihrerseits Grand-Slam-Sieger im Doppel, bekamen zu spüren, welche Schwerarbeit ein Pflichtsieg sein kann. "Wir können beide viel besser spielen. Aber das Einzige, was zählt, ist der Punkt", sagte Rekord-Nationalspieler Melzer.

Damit gehört Österreich erstmals zu den 18 besten Nationen. "Diese Mannschaft ist großartig. Und mit Dominic können wir in Madrid jede Nation schlagen", sagt Kapitän Stefan Koubek über das Finalturnier, bei dem pro Begegnung zwei Einzel und ein Doppel gespielt werden. Die Auslosung erfolgt am Donnerstag, gespielt wird zum Saisonabschluss Ende November.

Für Verwunderung bei allen Beteiligten inmitten der großen Euphorie sorgte am Tag danach ein Medienbericht, wonach das Antreten sämtlicher Spieler in Madrid ungewiss sei. Als Grund wurde genannt, dass Wolfgang Thiem als Reaktion auf seine Nichtberücksichtigung als neuer ÖTV-Sportdirektor seine Schützlinge nicht "freigeben" könnte. ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda sagt: "Ein Schwachsinn. Jeder Einzelne hat ausdrücklich betont, dass er natürlich in Madrid dabei sein will." Zudem ist ein Antreten für Novak und Co. finanziell äußerst lukrativ. 600.000 Euro Startgeld plus erfolgsabhängige Prämien gibt es für das Team zu verdienen.

Auch Dominic Thiem stellte bereits mehrmals klar, dass er in Madrid dabei sei. "Ich bin so stolz auf dich, Dennis. Großartige Leistung des gesamten Teams", ließ der Topstar, der diese Woche in Indian Wells startet, auf den sozialen Medien wissen.

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