Tennis

Jungstar Gauff als "Lucky Loser" in zweiter Linz-Runde

Nach dem eher enttäuschenden Zweitrunden-Aus in der Qualifikation hat sich das Blatt für US-Tennis-Jungstar Cori "Coco" Gauff am Dienstag gewendet. Die 15-jährige Nummer 110 im Ranking rutschte als Lucky Loser in das Hauptfeld des "Upper Austria Ladies" in Linz und besiegte Stefanie Vögele (SUI) mit 6:3,7:6(3). Sie trifft nun auf Katerina Koslowa (UKR).

Cori "Coco" Gauff steht im Linzer Achtelfinale SN/APA/BARBARA GINDL
Cori "Coco" Gauff steht im Linzer Achtelfinale

Das Riesentalent aus den USA war wegen einer Verletzung von Maria Sakkari (GRE-6) in den Hauptbewerb gerutscht. Sie spielt zum insgesamt sechsten Mal in einem Hauptbewerb auf der Tour bzw. zum fünften Mal in diesem Jahr. In Wimbledon war sie aus der Qualifikation heraus erst im Achtelfinale gescheitert und an der Church Road zum Publikumsliebling auch außerhalb der USA aufgestiegen. Auch in Flushing Meadows ist sie nach einem bemerkenswerten Match gegen Naomi Osaka erst in Runde drei ausgeschieden.

Jedes Match auf der Tour hilft der vielversprechenden Gauff, die erst sehr kurzfristig von der Absage Sakkaris erfahren hat. "Es war sehr überraschend. Ich habe im Hotel einen Anruf bekommen und innerhalb von 40 Minuten war ich auf dem Platz. Ich habe nicht wirklich viel über meine Gegnerin gewusst", erzählte Gauff lachend. Für die Amerikanerin war es der erste Hallen-Sieg auf der großen Tour. "Ich spiele gern in der Halle, es passt zu meinem Aufschlag und meinem Spiel. Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, zu spielen." Jedenfalls habe sie viel besser als am Montag in der Qualifikation gespielt (4:6,2:6-Niederlage gegen Tamara Korpatsch/GER).

Gauff beschreibt sich als "auf dem Platz sehr intensiv. Ich will unbedingt gewinnen, außerhalb bin ich nicht so ernst, aber wenn wir ein Spiel spielen, will ich es immer noch gewinnen."

Auf nun doch weit kleinerer Bühne als zuletzt fühlt sich Gauff durchaus auch wohl. "Linz war bisher eine tolle Erfahrung. Ich habe fast ein bisschen vergessen, wie es sich anfühlt, wenn man in kleineren Stadien spielt. Es ist natürlich anders, auf dem Arthur Ashe zu spielen, aber es gibt viel weniger Ablenkungen auf dem Platz. Manchmal kann ich in großen Stadien ja gar nicht hören, wenn der Referee den Ball out gibt", erinnerte sie sich an New York zurück.

Die Erwartungen für Linz hält sie gering. "Technisch war ich ja schon draußen. Ich versuche einfach, Spaß zu haben. Heute ist mein glücklicher Tag und hoffe, es geht so weiter."

Dass die 21 Jahre ältere Kim Clijsters 2020 ein Comeback versuchen möchte, findet Gauff "aufregend". "Ich hoffe, sie hat ein starkes Comeback. Ich erinnere mich, als ich sie bei den US Open gesehen habe. Ich hoffe, ich kriege eine Chance, gegen sie zu spielen." Gauff, die die Tochter der belgischen EX-Nummer eins sein könnte, glaubt, dass Clijsters die Rückkehr gut gelingen wird. "Sie hat schon einen Slam gewonnen, nachdem sie Mutter geworden ist, sie kann das erneut schaffen."

Aufgeklärt hat sie auch, dass sie zwar lieber Coco genannt werden möchte, aber ihren Vornamen nicht ändern möchte. "Das ist der Name, den mir meine Eltern gegeben haben. Ihr erstes Kind sollte immer so genannt werden, egal, ob es ein Bub oder ein Mädchen ist. Ich ziehe Coco vor, aber ich werde es nicht ändern."

Über ihre Ziele spricht sie nicht wirklich. "In Linz und Luxemburg möchte ich so gut wie möglich spielen. Über 2020 habe ich noch nicht so viel nachgedacht, weil 2019 so überwältigend war."

Sehr reif reagiert sie auch auf einige "Hass-Kommentare", die in den sozialen Netzwerken unvermeidlich sind. "Für mich ist fast immer alles positiv, man bekommt auch schlechte Messages. Meistens ist es eine Person, die nur einen Account kreiert hat, um das zu dir zu schicken. Ich blockiere sie, aber ich nehme mir das nicht zu Herzen. Ich nehme das nicht persönlich. Mein Instagram ist zu 99 Prozent positiv."

Die strengen WTA-Regeln, die 15-Jährige beschützen, würde sich nicht "ändern, aber anpassen. Ein paar Turniere mehr und ein bisschen mehr Wildcards. Aber es ist okay, es soll Spieler in meinem Alter beschützen." Dass sie ihren 16. Geburtstag nun kaum noch erwarten kann, will Gauff auch nicht sagen. "Ich kann warten und möchte nicht zu schnell erwachsen werden."

Quelle: APA

Aufgerufen am 14.10.2019 um 07:54 auf https://www.sn.at/sport/tennis/jungstar-gauff-als-lucky-loser-in-zweiter-linz-runde-77387521

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