Tennis

Nadal kämpft gegen Medwedew um 19. Major-Titel

Rafael Nadal will am Sonntag seiner herausragenden Tennis-Karriere ein weiteres Erfolgskapitel hinzufügen. Im Endspiel der US Open geht es für den Spanier um den 19. Titel auf Grand-Slam-Ebene, mit dem er im ewigen Ranking nahe an seinen Schweizer Rivalen Roger Federer (20) heranrücken würde. Entgegen stellt sich Nadal der Russe Daniil Medwedew, der sein Final-Debüt bei einem Major-Event gibt.

Im Finale trifft Nadal auf den Russen Daniil Medwedew SN/APA (AFP)/JOHANNES EISELE
Im Finale trifft Nadal auf den Russen Daniil Medwedew

"Ich sage es immer wieder: Na klar möchte ich derjenige sein, der die meisten Siege bei den Grand Slams hat", sagte Nadal nach seinem 7:6(6),6:4,6:1-Erfolg im Halbfinale gegen den Italiener Matteo Berrettini. Zusätzlichen Druck spürt der als Nummer zwei gesetzte 33-Jährige deshalb vor dem Endspiel aber nicht. "Du kannst nicht den ganzen Tag enttäuscht sein oder den ganzen Tag darüber nachdenken, was dein Nachbar mehr oder besser hat als du", betonte der Mallorquiner. "Du musst dich so gut vorbereiten, wie es geht, mehr kannst du nicht tun."

Nadal hält jedenfalls die Fahne der drei Topakteure der vergangenen Jahre in Flushing Meadows hoch, nachdem für den Weltranglistenersten Novak Djokovic schon im Achtelfinale und für Federer im Viertelfinale Endstation war. Das Trio hat seit dem Erfolg des Schweizers Stan Wawrinka bei den US-Open 2016 alle Grand-Slam-Events für sich entschieden. Nadal holte dabei vier Titel (French Open 2017 bis 2019 sowie US Open 2017) genauso wie Djokovic (Wimbledon 2018 und 2019, US Open 2018, Australian Open 2019). Federer triumphierte dreimal (Australian Open 2017 und 2018, Wimbledon 2017).

"Er ist einer der größten Champions in der Geschichte unseres Sports. Er ist eine Maschine, ein Biest auf dem Platz. Die Energie, die er zeigt, ist unglaublich", hat Medwedew vor Nadal größten Respekt. Der Weltranglistenzweite kämpft in seinem fünften US-Open-Finale um seinen vierten Titel. Mit einem Selbstläufer rechnete er in seinem 27. Grand-Slam-Endspiel keinesfalls. "Er spielt in diesem Sommer unglaublich gut, macht jede Woche Schritte vorwärts, ich muss mein bestes Tennis abrufen, um da bestehen zu können", verlautete Nadal.

Medwedews Form könnte vor seiner US-Open-Final-Premiere nicht besser sein. Der 23-Jährige triumphierte bei der Generalprobe in Cincinnati und damit zum ersten Mal auf Masters-1000-Ebene, nachdem er zuvor in Washington und Montreal bis ins Finale vorgestoßen war. 20 der jüngsten 22 Partien konnte er gewinnen, zuletzt 12 am Stück. Seine 50 gewonnenen Spielen in diesem Jahr sind das Maß aller Dinge. Als Belohnung überholt er unabhängig vom Final-Ausgang ÖTV-Star Dominic Thiem am Montag in der Weltrangliste und wird auf Position vier aufscheinen.

"Vor meiner Reise nach Amerika hätte ich nicht gedacht, dass es so gut werden würde", sagte Medwedew. Mit seinem unorthodoxen Stil entzaubert er praktisch jeden Gegner. Medwedew ist in der Defensive überragend, aber er kann scheinbar in jedem Moment seine Taktik ändern und in die Offensive gehen. Dazu ist der Aufschlag des 1,98-Meter-Manns eine richtige Waffe.

Als Liebling der Fans gilt der in New York als Nummer fünf gesetzte Russe aber keinesfalls. Bei den US Open legte er sich nicht nur einmal mit dem Publikum an, zeigte diesem auch den Mittelfinger und bekam eine Strafe von 19.000 Dollar (17.230 Euro) aufgebrummt. "Ich bin privat eigentlich ein ruhiger Typ. Ich habe keine Ahnung, warum die Dämonen aus mir rauskommen, wenn ich Tennis spiele", schilderte Medwedew. Stolz sei er auf sein Verhalten nicht. "Ich arbeite daran, dass es nicht mehr passiert", versprach der 7:6(5),6:4,6:3-Halbfinal-Bezwinger von Grigor Dimitrow Besserung.

Medwedew, dessen zuvor bestes Grand-Slam-Abschneiden in dieser Saison das Achtelfinale bei den Australian Open war, könnte in die Fußstapfen von Marat Safin treten. Der mittlerweile zurückgetretene 39-Jährige holte 2005 bei den Australian Open den bisher letzten russischen Grand-Slam-Titel. Bei den US Open hat Safin 2000 als bisher einziger Russe den Pokal in die Höhe stemmen dürfen. Dafür müsste Medwedew eine Revanche gelingen. Im Finale von Montreal am 11. August war Nadal beim 6:3,6:0-Sieg eine Klasse für sich. Es war zugleich das bisher einzige Duell der Beiden auf der Tour.

Quelle: Apa/Dpa

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