Tennis

Ohne Satzverlust in die dritte Runde: Dominic Thiem präsentiert sich bei French Open als Titelfavorit

Die US Open oder Roland Garros - ein Grand-Slam-Turnier müsse man opfern, hat Dominic Thiem bisher geglaubt. Nun ist er auf dem besten Weg seine Erwartung zu revidieren. Denn Österreichs Tennisstar präsentierte sich, gut zwei Wochen nach seinem Triumph in New York, auch in der zweiten Runde von Paris über weite Strecken souverän und besiegte Jack Sock 6:1, 6:3, 7:6(6).

Bei im Vergleich zu den vergangenen Tagen warmen 19 Grad konnte der US-Amerikaner den Weltranglistendritten nur im dritten Satz Paroli bieten. Doch eine zweimalig verspielte Breakführung konnte Thiem ebenso wenig aus der Ruhe bringen wie ein 3:6 im Tiebreak. Er wehrte alle drei Satzbälle ab und ballte nach fünf Punkten in Serie und 2:22 Stunden die Faust.

"Das Selbstvertrauen stimmt"

"Ich habe mir im dritten Satz mit ein paar leichten Fehlern das Leben selbst schwer gemacht und hatte zum Schluss Glück, aber insgesamt war es eine starke Leistung, weil Jack in Satz zwei und drei sehr gut gespielt hat", resümierte der 27-Jährige.
Eine starke Leistung beim Aufschlag mit fast 70 Prozent gewonnener Punkte sowie von der Grundlinie mit positiver Winner/Fehler-Statistik waren die Basis für den Sieg. "Ich bin froh, dass ich es doch noch in drei Sätzen beenden konnte", sagte Thiem. Generell sieht sich Thiem aber auf einem sehr guten Weg. "Das Selbstvertrauen stimmt. Spielerisch und körperlich fühle ich mich auch sehr gut." Dass er mit Marin Cilic und nun Sock zwei sehr unangenehme Kontrahenten keinen Satz abgegeben habe, sei ein gutes Zeichen.

"Die Anspannung ist sehr hoch"

Das Ziel müsse aber sein, dass er sich weiter steigert. Die größte Herausforderung ist dabei - nach den emotionalsten Wochen seiner Karriere - die mentale. "Die Anspannung ist, abgesehen von den paar Tagen daheim, seit einiger Zeit sehr hoch. Da ist es ein schmaler Grat den richtigen Energielevel, die Balance zwischen Entspannung und Turniermodus, zu finden. Bis jetzt ist mir das sehr gut gelungen."
Am Freitag trifft Thiem auf den als Nummer 28 gesetzten Norweger Casper Ruud, der den jungen US-Amerikaner Tommy Paul am Mittwochabend in fünf Sätzen besiegte (6:1, 1:6, 6:3, 1:6, 6:3). Ruud erreichte in Rom und Hamburg zuletzt das Halbfinale, Paul nahm Thiem 2019 auf dessen Weg ins Paris-Finale immerhin einen Satz ab.

Endstation für Rodionov

Für den zweiten Österreicher, Jurij Rodionov war hingegen Endstation. Nach insgesamt vier Siegen inklusive Qualifikation musste sich der 21-Jährige dem Slowaken Norbert Gombos 2:6, 6:2, 6:7(4), 4:6 geschlagen geben und dabei vor allem dem heroischen Fünfsatzsieg über Jeremy Chardy in Runde eins körperlich Tribut zollen. Dennoch darf Rodionov auf seinen bisher größten Karriereerfolg aufbauen.

Während mit Thiem, Rafael Nadal und Novak Djokovic die drei größten Favoriten schon früh im Turnier zeigen, dass der Weg zum Titel nur über sie führen kann, sind die ersten Herausforderer bereits zum Auftakt ausgeschieden oder nur mit wahren Kraftakten weitergekommen. Daniil Medwedew scheiterte zum vierten Mal in Serie in Runde eins. Stefanos Tsitsipas und Andrej Rublew, die Finalisten von Hamburg, retteten sich jeweils nach 0:2-Satzrückstand.

Das Match zum Nachlesen im Liveticker:

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