Tennis

Rodionov in Wien sensationell weiter - Novak out

Der Niederösterreicher Jurij Rodionov hat zum Abschluss des Tennis-Tages beim Erste Bank Open die rot-weiß-rote Sensation geschafft. Der 153. der Weltrangliste besiegte den als Nummer acht gesetzten Kanadier Denis Shapovalov 6:4,7:5. Der 21-jährige Shapovalov ist Weltranglisten-Zwölfter. Der gleichaltrige Rodionov spielt in seinem ersten Wien-Achtelfinale gegen den Sieger der Dienstag-Partie zwischen dem slowenischen Qualifikanten Aljaz Bedene und dem Briten Daniel Evans.

Der Niederösterreicher Jurij Rodionov schafft die Überraschung SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Der Niederösterreicher Jurij Rodionov schafft die Überraschung

Für Österreichs Nummer drei bedeutet der Sieg seinen überhaupt ersten Erfolg beim Wiener Stadthallen-Turnier. Bei seinem bisher einzigen Antreten im Jahr 2018 schied der gebürtige Nürnberger mit weißrussischen Eltern in der ersten Qualifikationsrunde aus. Seit 2015 ist Rodionov Österreicher, er lebt allerdings schon seit dem Alter von zwei Jahren in Niederösterreich.

Der 27-jährige Dennis Novak verpasste zuvor sein insgesamt zweites Wien-Achtelfinale nach jenem von 2017 nur knapp. Im Grunde war seine 7:6(2),4:6,6:7(6)-Niederlage am Montagnachmittag in der Wiener Stadthalle im ersten Duell mit dem Südafrikaner eine große vergebene Chance, ließ er doch nach starker Leistung drei Matchbälle aus. Sein 34-jähriger Gegner, Wien-Finalsieger von 2018, nutzte hingegen seine erste Chance auf den Aufstieg.

Novak war nach der 2:45-Stunden-Partie naturgemäß enttäuscht, hatte er doch mehrmals im Match brenzlige Situationen bereinigt, wehrte sieben Breakbälle ab. Im entscheidenden Augenblick fehlten aber Nerven und Glück, den dritten Matchball vergab er mit einem Doppelfehler. Während der Niederösterreicher enttäuscht abzog, war Anderson erleichtert. "Ich habe einen Punkt nach dem anderen gespielt, aber es war wirklich ein hartes Spiel. Das ist für mich ein ganz besonderes Turnier", sagte er.

Vonseiten des Lokalmatadors sieht die Wien-Bilanz nicht so rosig aus, das schmerzt bei einem Heimturnier umso mehr. Besonders der dritte Matchball schwirrte danach noch in seinem Kopf herum, speziell das zweite Service: "Ich habe im Kopf gehabt, dass er auf meinen zweiten draufgehen wird." Daher nahm Novak mehr Risiko. "Das ist leider in die Hose gegangen." Beim Return über das Match hinweg könne er sich nichts vorwerfen, von der Grundlinie sei er der bessere Spieler gewesen.

Novak startete stark in das Match, überzeugte im ersten Satz mit einer starken Aufschlagleistung. Bis zum 5:6 ging es für beide Aufschläger ohne Breakbälle, dann sah sich der bis dahin sicherere Novak deren zwei gegenüber. Er wehrte beide und damit auch den Satzverlust ab. Im Tiebreak war Novak klar der Bessere. Im zweiten Satz gelang Anderson das erste Break des Matches zum 3:2, ein weiteres zum 5:2. Novak gelang ein Rebreak zum 3:5, Anderson servierte aber zum Satzausgleich aus.

Vor Satz drei nahm sich der Südafrikaner eine medizinische Auszeit, in der er am rechten Knie behandelt wurde. Als es dann einen Glasscheinwerfer zerrissen hatte, musste der Court gereinigt werden. Nach Abwehr Novaks von drei Breakbällen herrschte auf beiden Seiten bei den Aufschlägern jene Souveränität wie im ersten Satz. Wieder musste aber Novak bei 5:5 einen Breakball abwehren, ehe es vor den Augen seines Freundes Dominic Thiem erneut ins Tiebreak ging - diesmal zugunsten Andersons.

Coach Julian Knowle richtete Schützling Novak aus: "Über das Match gesehen kann man ihm nichts vorwerfen. Man hat aber gesehen, dass das Tennis nicht nur von den Schlägen entschieden wird, sondern auch im Kopf. Dennis hat ein Potenzial eines Top-50-Spielers. Da erwarte ich mehr. Es sind zu viele Löcher im Jahr, wo er Durchhänger hat." Novak blieb letztlich positiv: "Je mehr so enge Matches ich habe, desto besser kann ich damit umgehen. Ich muss schauen, dass ich meine Chancen nutze."

Quelle: APA

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