Tennis

Roger Federer wagt Comeback auf der roten Asche

Nach fast drei Jahren kehrt der Tennis-Superstar auf Sand zurück. Nicht wegen der Sponsoren und Fans, sondern er sucht wieder den Nervenkitzel.

Roger Federers letzter Auftritt auf Sand war 2016 im Rom-Achtelfinale gegen Dominic Thiem. SN/gepa
Roger Federers letzter Auftritt auf Sand war 2016 im Rom-Achtelfinale gegen Dominic Thiem.

Kommende Woche kommt es zu einem Comeback, das bis zur Ankündigung Ende Jänner allseits für sehr unwahrscheinlich gehalten worden war. Fast drei Jahre ist es her, als Roger Federer zuletzt einen Center Court mit Sand betreten hat, in Madrid will der Superstar nun den Ernstfall für die French Open proben. Was ihn dabei erwartet, weiß er selbst nicht so genau.

In Rom 2016 hatte er sich mit einer Achtelfinalniederlage gegen Dominic Thiem von der roten Asche verabschiedet. Wohl für immer, dachten viele, nachdem der Schweizer daraufhin, körperlich angeschlagen, nicht nur die aktuelle Sandplatzsaison ausgelassen hatte, sondern auch in den folgenden zwei Jahren einen weiten Bogen um seinen seit jeher "schwächsten" Belag machte. Da konnte auch ein Fabel-Comeback mit Grand-Slam-Triumphen nichts daran ändern. "Aber jetzt fühle ich mich vor allem körperlich wieder so fit, dass ich diese paar Monate Pause nicht brauche", sagt der 37-Jährige.

Paris-Triumph? "Warum nicht?"

Fast allergisch reagiert der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten auf Mutmaßungen, er würde nur auf Druck von Sponsoren, den Fans zuliebe und zum Abkassieren im Herbst seiner Karriere auf die rote Asche zurückkehren: "Es war in den vergangenen Jahren nicht so, dass ich keine Lust hatte auf Sand zu spielen. Es war mein Körper, der die Auszeit gebraucht hat." Den Wettkampf selbst habe er in dieser Saisonphase dabei stets vermisst. Schließlich sei er speziell wegen des Nervenkitzels noch immer hungrig auf diese Art von Herausforderungen. Vor allem aber auf Siege. Denn gefragt nach seinen Chancen, vielleicht sogar noch einmal in Roland Garros zu gewinnen, antwortet er: "Warum nicht? Ich denke es ist möglich."

Mit nur zwei Niederlagen in 20 Spielen hat Federer die beste Siegquote von allen Spielern in diesem Jahr. Dass er auch in Madrid und Paris nicht einfach nur dabei sein will, macht seine Vorbereitung deutlich. Denn schon seit mehreren Wochen "ackert" er sich in seiner Heimat durch verschiedene Sandplätze. Dass er just Madrid ausgewählt hat, ist kein Zufall. Denn während Federer in Monte Carlo und Rom nie gewinnen konnte, holte er in Spaniens Hauptstadt drei Mal (2007, 2009, 2012) den Titel. Die Bedingungen auf 700 Meter Seehöhe mit schnellem und hohem Ballabsprung in der "Caja Mágica" (Zauberkiste), die einem Hallenturnieren ähnelt, liegen Federer am besten.

Neben Federer peilt auch Juan Martín del Potro in Madrid sein Comeback an. Der Argentinier, Nummer acht der Welt, kämpft seit Oktober mit den Folgen eines Kniescheibenbruchs.

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