Tennis

Rublew und eine Blase zwingen Thiem in die Knie - Djokovic verabschiedet sich lustlos

Für Österreichs Tennisstar kam im Wien-Viertelfinale das Aus. Ebenso für Novak Djokovic, der seinen bizarren Auftritt noch bizarrer rechtfertigte.

Nach 1:34 Stunden humpelte Dominic Thiem mit gesenktem Kopf vom Center Court in der Wiener Stadthalle. Der letzte Applaus beim Heimturnier war im Gegensatz zum Vorjahr nur aufmunternder Natur. Denn nach dem 6:7(5), 2:6 gegen Andrej Rublew war der Traum von der erhofften Titelverteidigung geplatzt. Ein zunächst sehr starker Rublew und im zweiten Satz der eigene Körper hatten Österreichs Tennisstar bei den Erste Bank Open in die Knie gezwungen.

"Die Enttäuschung ist groß, aber mit dem Wissen, dass die Blase auf dem Fußballen nicht besser geworden wäre, ist es leichter zu verschmerzen. Ich habe alles probiert, aber es ist dann einfach nicht mehr möglich gewesen", sagte Thiem. Im ersten Satz war es der erwartet spektakuläre Schlagabtausch auf Augenhöhe. Danach hatte der sichtlich gehandicapte Thiem nicht mehr viel entgegenzusetzen. Ein Start bei den ATP-Finals der acht besten Spieler in London ab 15. November scheint aber nicht in Gefahr. "Ich tendiere dazu, dass ich Paris-Bercy kommende Woche auslassen werde, damit ich für London wieder 100 Prozent fit bin. Das ist das letzte große Ziel in diesem Jahr", sagte Thiem, der im Vorjahr bei der inoffiziellen WM das Endspiel erreicht hatte.

Rublew ist nach seinem 16. Sieg in den jüngsten 17 Matches als letzter verbliebener Gesetzter nun der Favorit auf seinen heuer bereits fünften Titel. Doch das muss bei diesem Turnier nicht allzu viel heißen, denn nach Thiem verabschiedete sich sensationell auch Novak Djokovic - und das sang-, klang- und lustlos mit 2:6, 1:6 in 1:08 Stunden. Die Nummer eins der Welt ließ sich vom entfesselten Italiener Lorenzo Sonego, der nach einer Niederlage in der Qualifikation erst als Lucky Loser ins Hauptfeld gerutscht war, zum Teil vorführen. Gab sein bizarrer Auftritt zunächst Rätsel auf, lieferte er danach die ebenso eigenwillige Erklärung. "Ich bin hierhergekommen, um Punkte zu holen und die Nummer-1-Position per Ende des Jahres zu sichern. Das habe ich getan", sagte der Serbe, der zur Verwunderung aller Beteiligten auch auf Nachfrage noch einmal offen zugab nach dem Erreichen des Ziels nicht alles gegeben zu haben: "Ich habe getan, was ich tun musste. Ich habe kein Problem mit dem Resultat."

Zum verrückten Turnierverlauf passt auch Rublews Halbfinalgegner Kevin Anderson. Der Südafrikaner, Stadthallensieger 2018, stand zum Auftakt gegen Dennis Novak kurz vor dem Aus, wehrte aber drei Matchbälle im Tiebreak des dritten Satzes in Serie ab und eliminierte nun sogar den Weltranglistensechsten Daniil Medwedew.

Das Match zum Nachlesen im Liveticker:

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