Tennis

Sportler in der Corona-Krise: Die Stimme des Fulltime-Papas ist im Welttennis gefragt

Jürgen Melzer gehört zum Spielerrat der ATP. Rasentennis mit seinem Sohn und Telefonate mit Roger Federer sind sein neuer Alltag daheim.

 SN/gepa

Er ist im Spätherbst seiner Karriere, doch sein Wort hat immer noch Gewicht. Im Davis-Cup-Team wie im Welttennis. Jürgen Melzer gehört zum zehnköpfigen Spielerrat der ATP-Tour, die derzeit "die schwerste Krise ihrer Geschichte durchmacht", wie Österreichs langjähriges Tennis-Aushängeschild sagt. Melzer gibt sich keinen Illusionen hin, dass die sechs Wochen Turnierpause nur der Anfang sind. Selbst die Rasensaison ab Mitte Juni hält Melzer für (zu) optimistisch. "Die Fußball-EM findet nicht statt. Also wissen wir, wohin die Reise geht", glaubt der 38-Jährige an das realistische Szenario mit einer Wiederaufnahme des Weltsports im Spätsommer.

Melzer berichtet von Telefonkonferenzen mit dem ATP-Spielerrat, dem auch Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic angehören: "Wir haben mögliche Szenarien besprochen." So seien eine zeitliche und örtliche Verlegung von Turnieren (noch) keine Option. Auch Turniere ohne Publikum, um zumindest die TV-Zuseher zu erreichen, werden (noch) nicht ernsthaft diskutiert. Dafür ist für ihn vorstellbar, dass es eine Art "Solidaritätstopf", in den die Spitzenverdiener einzahlen und der Großteil der anderen Spieler davon profitiert, geben könnte. "Es gibt die Top-50 und einige, die davor sehr gut verdient haben, aber für den Rest ist die Situation wirtschaftlich teils sehr bedenklich."

Er selbst muss sich als Ex-Top-10-Spieler keine finanziellen Sorgen machen und kann der Situation sogar etwas Positives abgewinnen. "Ich habe für meinen Sohn (3) jetzt Zeit, die ich sonst nicht habe. Meine Frau arbeitet in der Lebensmittelbranche und ist derzeit unabkömmlich. Also haben wir Rollen getauscht. Ich bin jetzt Fulltime-Papa und spiele derzeit nur mit dem Kleinen im Garten Tennis", berichtet er über das Familienleben mit Ex-Schwimmerin Fabienne Melzer-Nadarajah.

Lesen Sie morgen in den SN, welche Folgen die Coronakrise auf Snowboarder Andreas Prommegger hat.

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