Der Buhmann: Novak Djoković zerstört sein sportliches Denkmal

Der Sieg vor Gericht wiegt viel weniger als der endgültig verlorene Zuspruch der Fans. Vorbild? Haltung? Fehlanzeige. Nun wird er in Australien wohl ausgebuht. Dabei war er auf einem guten Weg.

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Standpunkt Christian Mortsch

Novak Djoković wird wohl bei den Australian Open spielen. Der Serbe darf einreisen. Er hatte also recht, er hat vor Gericht gewonnen - und dennoch so viel mehr verloren. Der beste Tennisspieler der Welt hat in der Gunst der Fans, abgesehen vom harten Kern seiner Anhängerschaft, wieder einmal verloren. Dazu ein Blick zurück: Djoković spielt bei den US Open um seinen 21. Grand-Slam-Sieg. Erstmals ist das Publikum auf seiner Seite. Überwältigt von dieser Unterstützung verliert er zuerst die Fassung und dann das Spiel. Egal, wie er selbst zugab, war ihm die so langersehnte Zuneigung doch so viel wert. Und vier Monate später? Riskiert er, dass ihn die Australier vom ersten Auftritt an ausbuhen. Verständlicherweise. Denn Ausnahmen gab es für sie ja nicht, nur für ihn. "Was hätte er denn noch alles tun sollen?", fragte der Richter. Die Antwort ist so einfach: Sich impfen lassen! Das wäre Vorbild gewesen. Ungeimpft gar nicht anzutreten wäre zumindest Haltung gewesen. So aber hat Djoković sein sportliches Denkmal endgültig zerstört. Er wird der Erfolgreichste, aber nie der Größte seiner Zunft.

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