Dominic Thiem ist nicht aufzuhalten

Die Frage ist nicht, ob, sondern wann er ein Grand-Slam-Turnier gewinnt.

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Standpunkt Christian Mortsch

Wenn der sonst im Sport inflationär gebrauchte Begriff "unglaublich" eines nicht besser beschreiben kann, dann ist es die Erfolgsgeschichte von Rafael Nadal bei den French Open. So eine Dominanz wird es bei einem Grand-Slam-Turnier nie wieder geben. Und so gibt es zu Recht keine Superlative mehr, die dieser Ausnahmeerscheinung gerecht werden.

Dass ausgerechnet ein österreichischer Ausnahmeathlet in die Ära des Spaniers fällt, mag im ersten Augenblick der Niederlage als "unglücklich" erscheinen. Im heurigen Endspiel kann man sich auch zu Recht fragen, ob die Ausgangslage für Dominic Thiem, der wegen des Wetterchaos vier Tage in Folge spielen musste, unglücklich war. Doch die hierzulande gern gelebte Hätti-wari-Mentalität hat in der Weltklasse keinen Platz. Im Gegensatz zu Dominic Thiem, der seit vier Jahren in Paris der erste Herausforderer Nadals ist. Und damit ein Segen für das Welttennis und den heimischen Sport.

Und es ist keine Floskel oder Höflichkeit, wenn ihm Nadal oder Thomas Muster den ultimativen Coup voraussagen. Dominic Thiem wird seinen Weg nach ganz oben fortsetzen. Das hat der 25-Jährige, der heuer sein bisher bestes Jahr hat, in den vergangenen zwei Wochen wieder bewiesen.

Was fehlt ihm noch für einen Grand-Slam-Sieg? Nichts. Allein die Tatsache, dass er im Halbfinale im Kreise der drei besten Tennisspieler aller Zeiten seinen Platz gefunden und mit Novak Djokovic die Nummer eins sogar besiegt hat, zeigt, dass er bereits auf Augenhöhe ist. Und das über weitere Jahre auch sein wird. Sein erster Majortriumph ist nur eine Frage der Zeit.

Aufgerufen am 20.06.2019 um 06:46 auf https://www.sn.at/sport/tennis/standpunkt-dominic-thiem-ist-nicht-aufzuhalten-71540779

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