Ja! Dominic Thiem kann das schaffen

Nur 24 Stunden nach dem körperlichen und mentalen Kraftakt gegen Novak Djokovic steht Österreichs Tennisstar im Finale der French Open nun mit Rafael Nadal die "größte Herausforderung in diesem Sport" bevor. Sein Optimismus, auch diese zu meistern, ist so ansteckend, dass Zweifel keinen Platz haben.

Autorenbild
Standpunkt Christian Mortsch
Dominic Thiem ist bereit für Rafael Nadal. SN/gepa pictures
Dominic Thiem ist bereit für Rafael Nadal.

Welch ein Spiel, welch ein Halbfinale in Paris. Wetterchaos, schwierigste Bedingungen, drei Unterbrechungen inklusive der Vertagung, vergebene Führungen und Matchbälle - Dominic Thiem hat gegen Novak Djokovic so ziemlich alles erlebt, was man auf der größten Tennisbühne zu sehen bekommen kann.

24 Stunden voller Ungewissheit und Adrenalin, 24 Stunden mit Höhen und Tiefen, 24 Stunden an der körperlichen und emotionalen Grenze - mit einem Happy End.

Und jetzt, weniger als 24 Stunden später, steht ihm im Endspiel der French Open die "größte Herausforderung in diesem Sport", wie er es selbst bezeichnet, unmittelbar bevor.

Die alles entscheidende Frage wird sein: Kann er das alles noch einmal abrufen beziehungsweise kann er das sogar überbieten?

Denn nicht weniger wird notwendig sein, will er Rafael Nadal Paroli bieten. In elf Versuchen ist es, angeführt von Roger Federer und Djokovic, keinem noch so außergewöhnlichen Tennisspieler gelungen, den spanischen Sandplatzkönig im Finale zu besiegen.

In Anbetracht der aktuellen Umstände ist man also geneigt zu fragen: Wie soll das Dominic Thiem, der am Tag zuvor Schwerstarbeit zu verrichten hatte, gelingen?

Und ist das fair, dass zwei Spieler mit ungleichen Voraussetzungen ein Finale bestreiten?

Im Stile eines Champions stellt sich Thiem selbst diese Fragen aber gar nicht. Genau deshalb hat er auch eine Chance.

Denn die vergangenen zwei Tage haben zwar Kraft gekostet, aber noch viel mehr Kraft gegeben, sagt er.

Und Theim spricht damit die mentale Komponente an, die noch wichtiger sein wird als die körperliche.

Mit dem Adrenalin kann er noch einmal über sich hinauswachsen. Mit dem Selbstvertrauen, die zuvor 26 Grand-Slam-Spiele unbesiegte Nummer eins der Welt bezwungen zu haben, ist er von sich überzeugter als je zuvor.

Mit dem Wissen seine Karriere (vorläufig) zu krönen, wurde er nicht müde zu betonen: "Ich glaube dran. Ich kann das schaffen." Sein Optimismus ist ansteckend. Ja, er kann das schaffen.

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 20.05.2022 um 11:00 auf https://www.sn.at/sport/tennis/standpunkt-ja-dominic-thiem-kann-das-schaffen-71462941

Kommentare

Schlagzeilen