Tennis

Thiem sorgt für eine volle Wiener Stadthalle

Mit gleichermaßen viel Vorfreude und Druck startet Österreichs Tennisstar seine Titeljagd. "Das Turnier hat den höchsten Stellenwert."

Dominic Thiem fiebert seinem ersten Auftritt in der Wiener Stadthalle entgegen. SN/gepa
Dominic Thiem fiebert seinem ersten Auftritt in der Wiener Stadthalle entgegen.

Acht Jahre ist es her, dass der Tennisklassiker in Wien schon am Dienstag ausverkauft war. Es war das vorletzte Match in der Karriere von Thomas Muster, dessen Comeback trotz Erfolglosigkeit die Massen anzog. Nun sorgte Dienstag (17.30 Uhr/live ORF Sport+) sein damaliger Gegner erstmals seit 2011 wieder für eine volle Stadthalle. Dominic Thiem startet gegen Jo-Wilfried Tsonga seine Titeljagd.

Seit knapp einer Woche trainiert der 26-Jährige bereits auf dem leeren Center Court. "Die Vorstellung, dass die Halle bald voll sein wird, ist fantastisch", fieberte Thiem seinem ersten Auftritt entgegen. Die Vorfreude ist ihm am Tag davor anzusehen. "Ich habe sehr gut trainiert und bin von Asien (Turniersieg in Peking, Anmerkung) voll mit Selbstvertrauen. Es kann losgehen", sagt der als Nummer eins gesetzte Weltranglistenfünfte.

Immer wieder spricht er von Erfahrung, die ihm jedes Jahr mehr helfen sollte. "Freude allein ist zu wenig. Ich bin erfahren genug, dass ich weiß, wenn ich mich nur freue und dann in der ersten Runde ausscheide, ist es ein richtig schlechtes Gefühl. Ich muss mir ein bisschen Druck machen und der ist auch gut. Anspannung und Nervosität hilft mir, gut zu spielen." Der auf seinen Schultern lastende Druck sei nie der Grund dafür gewesen, warum es in Wien oft nicht nach Wunsch gelaufen sei. Dass er heuer in Kitzbühel dieselbe Situation, wenngleich gegen schwächere Konkurrenz, gemeistert und schließlich seinen ersten Turniersieg in Österreich gefeiert hat, nimmt er sich als Vorbild.

Tsonga, die ehemalige Nummer fünf der Welt, schätzt Thiem wieder auf höchstem Niveau ein. "Vorhand und Aufschlag sind echte Waffen. Diese Kombination muss ich in den Griff bekommen." Seine neue und in Asien erfolgreiche Spielausrichtung mit vielen Netzangriffen will er beibehalten. "Ich werde so offensiv spielen, wie es nur möglich ist", kündigt er gegen den Franzosen einen Schlagabtausch mit offenem Visier an. "Die Zuschauer können dabei die letzten paar Prozent rauskitzeln." Gewinnt er, wartet im Achtelfinale am Donnerstag Nikolos Bassilaschwili (GEO) oder Fernando Verdasco (ESP).

Schon als Kleinkind sei er als Fan in der Stadthalle gewesen, nun ist er selbst zum zehnten Mal am Start. "Ich bin wahrscheinlich das 20. Jahr in Folge hier. Das Turnier hat für mich den höchsten Stellenwert", stellt er Wien und die ATP-Finals in London auf eine Stufe. Mit starken Leistungen da wie dort und nächste Woche in Paris-Bercy soll der beste Herbst seiner Karriere folgen.

Für seinen Freund und Trainingspartner Dennis Novak wird es am Mittwoch gegen Gaël Monfils ernst. Im "Länderkampf" mit Frankreich will Thiem daher vorlegen. Die Bühne dafür ist geschaffen.

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