Tennis

Wimbledon: Konkurrenten werden zu Statisten degradiert

Novak Djoković steht nach einer Lehrstunde im Wimbledon-Halbfinale. Dort kommt es zum Schlager zwischen Roger Federer und Rafael Nadal.

Novak Djokovic fertigte David Goffin im Viertelfinale ab. SN/APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS
Novak Djokovic fertigte David Goffin im Viertelfinale ab.

Man hatte den Eindruck, David Goffin sei erleichtert, als das Match zu Ende war und er seinem Gegner zum Halbfinaleinzug in Wimbledon gratulieren durfte. Zu dominant war Novak Djoković, der den Belgier - immerhin selbst die Nummer 23 der Tenniswelt - beim 6:4, 6:0, 6:2 phasenweise vorgeführt hatte. Dabei schien es zunächst, als dürften sich die Fans auf ein spannendes Duell freuen. Goffin gelang das erste Break zum 4:3. Doch wie auf einer schiefen Ebene verlief das Match fortan. Zehn Games in Serie gewann der Titelverteidiger, der Höchststrafe für Goffin im zweiten Satz folgten nur noch zwei Spielgewinne für den Belgier, der nur mehr auf Schadensbegrenzung aus war.

Unterhaltung in einem Viertelfinale sieht anders aus. Was er glaube, ob er oder die Zuschauer es mehr genossen haben? "Ich habe es definitiv genossen, weil ich sehr gut gespielt habe. Und ich hoffe, die Leute auch", musste sich Djoković für die einseitige Angelegenheit fast rechtfertigen.

Nur einen Satz musste Djoković im Turnier abgeben. Dasselbe gilt zwar für seinen Halbfinalgegner Roberto Bautista Agut, der Guido Pella (ARG) 7:5, 6:4, 3:6, 6:3 besiegte. Der Spanier hat Djoković heuer sogar schon zwei Mal besiegt. Doch nur die wenigsten trauen dies dem Weltranglisten-22. auch am Freitag in einem Major-Halbfinale zu.

Djoković wird als Titelfavorit Nummer eins gehandelt. Wenngleich der vierfache Champion davon nichts wissen will, kann ihm zugute kommen, dass Roger Federer und Rafael Nadal im Halbfinal-Schlager Kräfte lassen. Zumindest wird erwartet, dass die erträumte Neuauflage des epischen Endspiels von 2008, als Nadal 9:7 im fünften Satz triumphierte, ähnlich ausgeglichen wird. Während der Spanier im Viertelfinale gegen Sam Querrey beim 7:5, 6:2, 6:2 ähnlich dominant war wie Djoković, bekam Federer von Kei Nishikori mehr Gegenwehr, siegte aber 4:6, 6:1, 6:4, 6:4.

"Ich bin sehr, sehr glücklich mit meiner Leistung und spiele von Match zu Match besser", sagte Nadal. Angesprochen auf das bereits 40. Duell mit Federer, der seinen 100. Sieg in Wimbledon feierte, sagt Nadal: "Erstmals nach elf Jahren hier gegen Roger zu spielen ist etwas ganz Außergewöhnliches."

Außergewöhnlich war auch der Auftritt von Andy Murray und Serena Williams im Mixed-Doppel. Die britische Legende und der US-Superstar unterlagen im Achtelfinale aber dem Topduo Bruno Soares/Nicole Melichar 3:6, 6:4, 2:6.

Aufgerufen am 20.10.2019 um 07:08 auf https://www.sn.at/sport/tennis/wimbledon-konkurrenten-werden-zu-statisten-degradiert-73255303

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