Wintersport

Als hätte es keine Pause gegeben: Hirscher siegt

Der erste Saison-Slalom endet mit einer neuerlichen Machtprobe der beiden Ausnahmekönner Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen - mit dem gewohnten Sieger. Sieben Österreicher waren für das Finale qualifiziert.

Erstes Herren-Weltcuprennen der Saison und der Sieger heißt wieder Marcel Hirscher. Der Salzburger gewann aber hauchdünn gegen Dauerkonkurrenten Henrik Kristoffersen. SN/ap
Erstes Herren-Weltcuprennen der Saison und der Sieger heißt wieder Marcel Hirscher. Der Salzburger gewann aber hauchdünn gegen Dauerkonkurrenten Henrik Kristoffersen.

Angesagte Revolutionen finden eben doch nicht statt: Mit zwei Laufbestzeiten, jeweils erzielt vor Henrik Kristoffersen, gewann Marcel Hirscher das erste Saisonrennen und damit sieht schon nach Lauf eins die Weltcup-Gesamtwertung so aus wie im Vorjahr am Ende der Saison: Hirscher vor Kristoffersen.

Die beiden Ausnahmekönner fuhren am Ende in einer eigenen Liga - auch weil viele Konkurrenten auf dem Weg zu Spitzenzeiten gepatzt haben. Das traf vor allem auf die beiden Franzosen Victor Muffat-Jeandet und Clément Noël zu, die den Seriensiegern nahe kommen hätten können, im Finish jedoch an einem Loch in der Piste gescheitert sind. Das umfuhr danach Kristoffersen elegant, Hirscher wurde von seinem Teamkollegen Michael Matt per Funk noch gewarnt. "Das war sehr wichtig und Michi hat sicherlich einen Anteil an meinem Sieg. Ich wäre sicherlich in das Loch hineingefahren", meinte Hirscher, der zufrieden bilanzieren konnte: "Es hat heute wieder gut funktioniert."

Dass sich zuvor im Feld eine (wenn auch nur kleine) Hoffnung breitgemacht hatte, Hirschers Fokus könnte heuer nicht mehr ganz so auf dem Gewinn des Weltcups liegen, stellte sich als trügerisch heraus. Hirscher legte vom ersten Tor an aggressiv los und bestätigte, was sein Trainer Mike Pircher zuvor schon gesagt hat: "Bei uns läuft alles wie gewohnt. Es gibt nichts, was Hirscher heuer anders machen würde."

Für den Salzburger war es übrigens schon der 28. Weltcupsieg in einem Slalom - und auch schon der dritte in Levi nach 2013 und 2016. Damit hat sich auch seine Rentier-Sammlung - der Sieger des Slaloms erhält traditionell dieses Tier als Geschenk - vergrößert: Zu "Ferdl" und "Leo" gesellt sich nun "Mr. Snow". Apropos Schnee: Der stellte die Aktiven und Serviceleute vor einige Probleme. Nach einigen warmen Tagen sorgte ein Temperatursturz für außergewöhnlich eisige Verhältnisse - auch das erklärt die teilweise gewaltigen Zeitabstände auf das Duo Hirscher & Kristoffersen. Der schwedische Olympiasieger André Myhrer verlor als Dritter bereits 1,41 Sekunden.

Mit Michael Matt (7.), Christian Hirschbühl (8.), Manuel Feller (9.) und Marco Schwarz (10.) klassierten sich gleich vier weitere Österreicher in den Top 10, insgesamt qualifizierten sich sieben ÖSV-Läufer für den zweiten Durchgang, was von mannschaftlicher Stärke zeugt und die guten Trainingsleistungen, von denen die Trainer gesprochen haben, bestätigt. Aber: Die Zeitrückstände waren beachtlich, was auch Manuel Feller moniert hat. "Ein Top-10-Platz zu Saisonbeginn ist super und den kann man auch nehmen, aber wenn ich mir den Zeitabstand ansehe, dann haben wir doch noch recht viel Arbeit vor uns."

Pech hatte der Deutsche Felix Neureuther, der sich zwei Tage vor seinem Comeback nach genau einem Jahr am Freitag den Daumen gebrochen hat und am Samstag w. o. geben musste. Neureuther wurde bereits am Sonntag operiert. Der Pinzgauer Sam Maes, der für Belgien antritt, schied bei seinem Weltcup-Debüt aus.

Und Kristoffersen? Der ewige Zweite hinter Hirscher ärgerte sich gleich zu Saisonstart. "Nein, es wird nicht leichter, Zweiter zu sein."

Aufgerufen am 22.10.2019 um 01:29 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/als-haette-es-keine-pause-gegeben-hirscher-siegt-61101043

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