Wintersport

Arlberg-Siegerin Goggia fährt auf Abfahrtslegenden ab

Alleinige Führende im Abfahrtsweltcup und in der Gesamtwertung schon Dritte: Sofia Goggia hat in St. Anton dank einer Traumfahrt überlegen gewonnen. Der Vorsprung von fast einer Sekunde auf die zweitplatzierte Tamara Tippler war so groß wie der zwischen Tippler und der Renn-22. Ricarda Haaser. "Sie ist echt ein bissl eine Wildsau", sagte die Österreicherin Stephanie Venier nach der Machtdemonstration Goggias. Die Olympiasiegerin schmunzelte: "Ich habe eben voll attackiert."

Sofia Goggia gewann in St. Anton auf Piste "Karl Schranz" SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Sofia Goggia gewann in St. Anton auf Piste "Karl Schranz"

Trotzdem zeigte sich Goggia selbst überrascht. "Ich hätte nicht gedacht, dass hier ein so deutlicher Sieg möglich ist. Denn in den Trainings war es total eng", wunderte sich die 28-jährige aus Bergamo nach ihrem 9. Weltcupsieg. Deshalb sei ihr klar gewesen, dass sie im Rennen selbst für den Unterschied sorgen müsse. Und zwar ab der Mitte des Rennens und speziell ganz unten. "Wenn es ums Skifahren bei über 100 km/h geht, musst deine Abfahrts-Skills auspacken und den Speed fühlen", erklärte Goggia.

Venier hatte zunächst scherzhaft vermutet, dass Goggia die brutal direkte Linie im Zielhang aufgrund des hohen Tempos dort quasi "passiert" sei. Die Italienerin stimmte dem nicht zu. St. Anton sei etwa im Gegensatz zu Val d'Isere insgesamt eine eher langsame Abfahrt. "Das, was ich wirklich geplant habe, war mein Angriffsstil. Da darfst du hier nicht zu viel an Linien herumtüfteln, sondern musst die Energie deiner Beine spüren und etwas kreieren. Das hat den Unterschied ausgemacht."

Sie liebe es aber vor allem, auf Pisten mit berühmten Namensgebern zu fahren und zu gewinnen. Wie etwa schon in Bad Kleinkirchheim, wo die Abfahrtsstrecke nach Franz Klammer benannt ist. Und nun eben hier auf der "Karl Schranz" in St. Anton. "Ich habe mir über Weihnachten auf dem Sofa im Fernsehen einen ganzen Tag lang Dokumentation von den früheren Abfahrten angeschaut. Wild, eisig, ohne Netze, keine Airbags und durch den Wald. Einfach faszinierend. Das waren noch richtige Abfahrten."

Wie Lindsey Vonn einmal auch die Streif in Kitzbühel rennmäßig zu meistern, sei aber kein Ziel von ihr, versicherte Goggia. "Es genügt mir, auf Frauenstrecken zu gewinnen."

Ob es nach ihren Siegen in Val d'Isere und St. Anton nun auf eine perfekte Saison mit dem Höhepunkt der Heim-WM im Februar in Cortina d'Ampezzo hinauslaufen könne, kommentierte die angriffslustige Italienerin lächelnd. "Niemand kann das sagen. Denn ich bin Sofia Goggia!"

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