Wintersport

Auf Biathlon-WM folgt Olympia-Generalprobe

Die Biathleten können nach den Weltmeisterschaften in Hochfilzen nur wenige Tage durchschnaufen, ehe es zur Olympia-Generalprobe nach Pyeongchang geht. Das ÖSV-Team reist Anfang nächster Woche nach Südkorea, wo ab 2. März jeweils drei Weltcuprennen für Damen und Herren in Szene gehen.

Simon Eder hat noch einiges vor.  SN/APA/BARBARA GINDL
Simon Eder hat noch einiges vor.

Simon Eder nimmt sich nach seiner umjubelten WM-Bronzemedaille im Massenstart noch einiges vor. "Ich hatte ja noch nicht so viele Rennen in dieser Saison, deshalb freue ich mich auf die letzten drei Weltcupstationen. Ich bin topmotiviert", betonte der im Jänner erkrankt ausgefallene Salzburger. Dank seiner erfreulichen WM-Ausbeute sei die Bilanz aber schon jetzt glänzend. "Wenn man zwei Medaillen bei einer Heim-WM macht, ist es schon eine großartige Saison."

Wie Eder durften auch seine Bronze-Staffelkollegen Dominik Landertinger, Julian Eberhard und Daniel Mesotitsch zufrieden den Kurzurlaub antreten. Für Eberhard und Ex-Weltmeister Landertinger hatte das Heimspiel bei aller Freude über die Mannschaftsmedaille aber auch einen leicht bitteren Nachgeschmack. Schließlich hatten sie mit Einzelmedaillen spekuliert.

Gesamtmannschaftlich fiel das Herren-Resümee bei den Verantwortlichen freilich positiv aus. "Die letzten zwei Tage haben sie ihre Klasse bewiesen, das war sensationell", fasste Markus Gandler, der Sportlicher Leiter im ÖSV für Biathlon, zusammen. "Ich bin sehr zufrieden, weil es alles andere als leicht war. Wir waren näher dran als im Weltcup."

Im Damenteam lief hingegen fast alles schief. Frontfrau Lisa Theresa Hauser kam als Spitzenplatzkandidatin kein einziges Mal unter die besten 20. "Ausgerechnet bei der Heim-WM funktioniert es am Schießstand nicht", haderte Hauser, bevor sie sich an die Analyse der unerklärlich zahlreichen Fehler machte.

Eine Rolle am Scheitern könnten auch die teils öffentlich ausgetragenen Dauerquerelen ihrer Trainingsgruppe mit dem ÖSV gespielt haben. Ihre Coaches Sandra Flunger und Alfred Eder hatten während der WM mehrfach Nichtnominierungen ihrer Schützlinge kritisiert. Das dürfte auch an Hauser, die sich für Julia Schwaiger einsetzte, nicht spurlos vorüber gegangen sein.

Darüber wollte Gandler nicht spekulieren, klar sei aber, dass es störende "Nebengeräusche" gegeben habe. Er wolle sich demnächst mit Hauser zusammensetzen, sofern sie es wolle. Wie es trotz ausgelagerter Trainingsarbeit erfolgreich geht, habe Simon Eder eindrucksvoll bewiesen. "Ich bin froh, dass es für ihn so ausgegangen ist. Er ist Profi, das zeigt, wie es funktionieren kann."

Die Gräben zwischen Gandler, Eder senior und Flunger sind jedoch tief. Die dringend nötige Klärung zwischen den ÖSV-Leuten und der Privattrainingsgruppe werde es aber erst nach der Saison geben können, so Gandler.

Fest stehe jedoch, dass er auch in Zukunft niemandem, der außerhalb der Verbandsstrukturen trainieren wolle, Steine in den Weg legen werde. Klar sei allerdings auch, dass lästige Kontroversen über Athletinnen weit abseits der Weltspitze entbehrlich sind. "Diese Nebengeräusche brauchst du in der Liga nicht spielen, das steht keinem zu", meinte Gandler über die Aufstellungsdiskussion um Julia Schwaiger.

Der Flunger-Schützling hatte mit der Staffel-Disqualifikation aufgrund eines Regelverstoßes beim Schießen für den negativen Höhepunkt der Heim-WM gesorgt. Auch Katharina Innerhofer und Fabienne Hartweger waren weit hinter den ohnehin nicht allzu großen WM-Erwartungen zurückgeblieben. Lediglich Dunja Zdouc durfte nach Rang elf im Einzel zufrieden sein.

Aus dem WM-Kader sind in Südkorea Hauser, Hartweger und Christina Rieder mit dabei. Zdouc und Innerhofer sind zu den Militär-Weltmeisterschaften in Sotschi abkommandiert worden. Die Weltcup-Athletinnen haben einiges gutzumachen. "Jetzt heißt es rennen laufen, es geht um die Nationenwertung. Die Nullnummer in der Staffel hat uns von Platz 10 auf 13 zurückgeworfen", sprach Gandler die kommenden Aufgaben zur Absicherung der Startplatzkontingente an.

Bei den Herren fehlt in Pyeongchang Mesotitsch, der stattdessen im IBU-Cup in Kontiolahti eingesetzt wird, wo nachher auch die nächste Weltcupstation ansteht. Neben Eder, Landertinger und Eberhard werden auch Sven Grossegger, Fabian Hörl und Lorenz Wäger zur Olympia-Generalprobe entsandt.

(APA)

Aufgerufen am 23.11.2017 um 09:32 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/auf-biathlon-wm-folgt-olympia-generalprobe-76204

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