Wintersport

Biathlon: Eberhard wird zum WM-Hoffnungsträger

Der Saalfeldener Biathlet Julian Eberhard hat jahrelang konsequent an seiner Schießleistung gearbeitet und erntet jetzt die Früchte dafür.

Julian Eberhard hat sich in der Weltspitze etabliert. SN/GEPA pictures
Julian Eberhard hat sich in der Weltspitze etabliert.

So wechselhaft wie das Wetter in Ruhpolding waren die Resultate von Julian Eberhard beim Weltcup im bayerischen Biathlon-Mekka. Am Ende konnte der Saalfeldener am Sonntag aber zufrieden von der vorletzten Station vor der WM in Hochfilzen (8. bis 19. Februar) abreisen. Zu Buche stehen für den 30-Jährigen der einzige Sieg eines Österreichers in dieser Saison. Auch das Podest hat nach bislang 13 Einzelrennen außer ihm noch kein anderer aus der ÖSV-Riege erklommen. Vor der Heim-WM ist er der Beste im rot-weiß-roten Team, noch vor den langjährigen Leadern Simon Eder und Dominik Landertinger.

Nach einer Staffel, in der er mit einer Strafrunde eine bessere Platzierung als den siebenten Rang verhinderte, gab es am Freitag die zweite Eberhard-Sternstunde in nur acht Tagen. In Oberhof hatte er sich bei seinem Sprintsieg sogar einen Fehler leisten können, in Ruhpolding behielt er eine weiße Weste am Schießstand und reihte sich 18 Sekunden hinter dem aktuell überragenden Biathleten auf dem zweiten Platz ein. Aber sich einem Martin Fourcade beugen zu müssen, sei keine Schande: "Er hat uns wieder einmal gezeigt, dass er der Chef ist. Für mich wäre heute nicht mehr gegangen", sagte Eberhard.

Dass er, der jahrelang mögliche Spitzenresultate mit miserablen Schussleistungen vergeigte, nun plötzlich treffen kann, mag andere überraschen. Julian Eberhard selbst hat oft betont: "Ich mache mir keinen Druck. Die Verbesserung am Schießstand ist ein kontinuierlicher Prozess." Im März 2016 war es dann endlich soweit, in Chantiy-Mansijsk (RUS) feierte er seinen ersten Weltcupsieg.

Viel hat auch am Samstag nicht gefehlt. Zwei Schüsse von Fourcade schlugen ganz am Rand der schwarzen Scheibe ein. Es geht im Biathlon oft um Millimeter, wie Eberhard dann in der Verfolgung am Sonntag leidvoll erfahren musste: Drei Fehlschüsse schon bei der ersten Einheit ("Ich habe den Wind falsch eingeschätzt"), allesamt hauchdünn daneben - damit war das Rennen bereits früh gelaufen.

Am Ende standen gar sechs "Fahrkarten" zu Buche, dennoch hatte er als 13. nur 1:02 Minuten Rückstand. In der Loipe ist der 1,96-Meter-Riese eine Klasse für sich. Vielleicht kommt das Schussglück gerade in Hochfilzen zu ihm zurück.

Aufgerufen am 25.09.2018 um 11:03 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/biathlon-eberhard-wird-zum-wm-hoffnungstraeger-526303

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