Wintersport

Biathlon: Österreichs Herren-Staffel holt WM-Bronze in Hochfilzen

Österreichs Biathlon-Herren haben bei der Heim-WM in Hochfilzen in der 4 x 7,5 km-Staffel die Bronzemedaille gewonnen. Mehr als 20.000 Zuschauer sahen das packende Rennen.

Der Sieg ging an Russland 5,8 Sekunden vor Frankreich. Landertinger kam mit 20,1 Sekunden Rückstand ins Ziel. Deutschland landete nur auf Rang vier.

Die ÖSV-Staffel mit Daniel Mesotitsch, Julian Eberhard, Simon Eder und Schlussläufer Dominik Landertinger hat damit wie vor zwölf Jahren bei der Heim-WM in Hochfilzen Staffel-Bronze bei den Herren geholt. Der heute 40-jährige Mesotitsch war bereits damals mit dabei gewesen.

Das Österreicher-Quartett machte es spannend. Nicht weniger als zehn Nachlader verbrauchten die vier am Schießstand. Dennoch machten sie kontinuierlich Plätze gut: Mesotitsch übergab als Achter mit 21,1 Sekunden Rückstand. Eberhard holte vor allem dank seiner starken Laufleistung weitere drei Plätze auf, er lag 14 Sekunden hinter den zu diesem Zeitpunkt führenden Franzosen. Beim letzten Wechsel war Simon Eder mit Russland praktisch gleichauf an zweiter Stelle. Eder war mit Russlands Anton Babikow zwischenzeitlich den Verfolgern bereits um gut 20 Sekunden enteilt. Durch die Nachlader schob sich aber die Spitze wieder zusammen, Frankreich und Deutschland griffen in den Kampf ein.

Dominik Landertinger bewies dann Nervenstärke, als er seinen Nachlader beim letzten Schießen traf. Und danach ließ er im Kampf um Bronze beim Anstieg den Deutschen Simon Schempp stehen.

Simon Eder sagte: "Es war schlimm, jetzt im Ziel zu warten. Aber ich wusste um die Stärke vom Landi auf diesem Anstieg."

Dominik Landertinger sagte zu seiner Taktik: "Ich wusste, dass es sehr schwierig werden wird, denn Simon Schempp ist einer der besten Schlussläufer. Mir war klar, dass ich die Attacke am Anstieg machen musste. Die letzten paar Meter gehörten dann zu den schwierigsten meiner Karriere. Aber es war auch eines der schönsten Gefühle."

Startläufer Daniel Mesotitsch war glücklich: "Es ist ein unglaublich befreiendes Gefühl, wir haben so lange auf diese Medaille gewartet. Danke an unser Service-Team. Die Ski waren Weltklasse."

Julian Eberhard sprach die schwierigen Bedingungen mit viel Neuschnee auf der Loipe an: "Ich wusste nach wenigen Metern, das wird brutal schwer heute. Gerade bei meinem kraftvollen Stil hat das viel Kraft gekostet", sagte der 30-jährige Saalfeldner. "Aber da muss man durch, denn wir wussten, das kann unser Tag werden." Im Gegensatz zu seinen drei Teamkollegen hatte Eberhard bisher noch keine Medaille bei einem Großereignis gewonnen.

Der Jubel war bei Rekordbesuch von 22.500 Menschen riesengroß. Auch eine lautstarke russische Abordnung feierte auf der Tribüne.

Allzu intensiv feiern werden die Österreicher nicht: Bereits am Sonntag (14.45) steigt der letzte WM-Bewerb, das Massenstartrennen. Landertinger, Eder und Eberhard sind mit dabei. Bereits um 11.30 Uhr beginnt der Massenstart der Frauen mit der Tirolerin Lisa Hauser.

Quelle: APA

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