Wintersport

Biathlon-WM: Franz Berger bewahrt als OK-Chef "den Überblick"

Franz Berger hat die Entwicklung des Biathlons in Österreich entscheidend mitgeprägt, obwohl er selbst nie aktiver Leistungssportler oder Trainer war.

OK-Chef Franz Berger. SN/gepa pictures/ mathias mandl
OK-Chef Franz Berger.

Der Hochfilzener ist in seinem Heimatort seit den Anfängen in den 70er-Jahren für die Organisation von Wettkämpfen verantwortlich. Seit 1987 richtet Berger mit seinem Team regelmäßig Weltcups aus, in den kommenden zwei Wochen wie schon 2005 die WM.

Zwischen den zwei Weltmeisterschaften war der als "Mr. Biathlon" bezeichnete Berger neun Jahre Renndirektor des Weltverbandes IBU. In dieser Funktion war er auch für die Abwicklung der WM- und Olympiabewerbe zuständig. Nach den Winterspielen 2014 legte Berger das Amt aber zurück und widmete sich voll den Vorbereitungen auf die auch dank seiner Initiative wieder an den 1.000-Einwohner-Ort im Tiroler Pillerseetal vergebene WM.

Die Vorarbeiten und auch die WM an sich seien nicht mehr mit 2005 zu vergleichen, erklärte Berger im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Der Aufwand ist um das Doppelte gestiegen, die Ansprüche sind gestiegen und die Arbeitsbedingungen für alle Bedarfsträger sind anders", sagte der 61-Jährige. Dementsprechend sei die Anzahl der Mitarbeiter und der Logistikaufwand ungleich höher. Und nicht zuletzt erfordern die schärferen Sicherheitsvorkehrungen deutlich mehr Personal.

In den vergangenen zwei Jahren gingen dem Großereignis auf dem WM-Gelände am Truppenübungsplatz Hochfilzen umfangreiche Um- und Neubauarbeiten voraus. Mehr als 25 Millionen Euro wurden in neue Gebäude, Tribünen, Zufahrtswege und Streckenadaptierungen investiert. Trotz der gestiegenen Anforderungen und des hohen persönlichen Aufwandes habe er mit seinen Helfern alles im Griff, versicherte Berger. "Es ist alles im Plan. Die Schneelage ist ausgezeichnet, die letzten Aufbauarbeiten laufen, sodass wir am Wochenende alles fertig haben werden."

Der Bundesheer-Vizeleutnant lässt sich auch durch Schwierigkeiten nicht aus der Bahn werfen. "Meine langjährigen Erfahrungen kommt mir zugute. Ich bin ruhig, ich habe den Überblick". Seine Frau Monika, die seit vielen Jahren im OK-Büro mitarbeitet, sei eine wichtige Stütze. "Es ist sehr wichtig, dass man sich in der Familie gut ergänzen kann. Es ist gut, dass sie nicht daheim auf mich warten muss, und wir alles gemeinsam erledigen."

Berger blickt dem elftägigen Großereignis, zu dem rund 150.000 Zuschauer erwartet werden, zuversichtlich entgegen. Nur Dauerschneefall wie 2005 könnte stören. "Damals hat es von Sonntag bis Donnerstag durchgeschneit, die Masse an Schnee hat uns vor große Aufgaben gestellt, das ist auch jetzt unsere einzige Sorge, dass es allzu viel schneit", erläuterte Berger. Schließlich sei seine Heimat als "Schneeloch" bekannt.

Mit der am 19. Februar endenden WM ist für Berger noch lange nicht Schluss. Er will nämlich auch nach seiner Pensionierung in vier Jahren im Hochfilzen-OK arbeiten und auch den jährlichen Weltcup in Dezember organisieren. Die Veranstaltungen führt der HSV Hochfilzen für den ÖSV durch. Und der Skiverband weiß, was er an Berger hat. "Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit Franz Berger. Was da alles gemacht worden ist, hätte nicht besser laufen können", lobte Markus Gandler, Sportlicher Leiter im ÖSV. In Sachen Infrastruktur und Nachhaltigkeit sei das erneuerte Areal mit Indoor-Schießhalle international beispielgebend.

Berger, dessen Sohn Franz Junior ÖSV-Trainer ist, hat als Präsident des HSV Hochfilzen auch den erfolgreichen Weg von Dominik Landertinger begleitet. Dem mehrfachen WM- und Olympiamedaillengewinner traut er trotz einer bisher schwierigen Saison erneut einen Stockerlplatz zu. "Ich denke schon, dass er das hinbringt." Auch Julian Eberhard habe gut gearbeitet. "Er trifft mehr, wie man sieht, das ist das Um und Auf", so Berger. Man müsse aber freilich auch Topfavorit Martin Fourcade, die Norweger und Deutschen auf der Rechnung haben.

Quelle: APA

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