Wintersport

Calgary stimmt über Bewerbung für Winterspiele 2026 ab

Die Bürger von Calgary stimmen am Dienstag über eine mögliche Bewerbung der kanadischen Stadt um die Olympischen Winterspiele 2026 ab. Die Stadt in der Provinz Alberta hatte die Spiele bereits 1988 ausgetragen. Der Widerstand gegen eine Wiederholung 38 Jahre später ist groß. Erst vergangene Woche gab es einen finanziellen Kompromiss, der die wichtigsten Finanzierungsfragen regelt.

1988 war Calgary zuletzt Olympia-Ausrichter SN/APA (Archiv/AFP)/JONATHAN UTZ
1988 war Calgary zuletzt Olympia-Ausrichter

Die Kosten für die Spiele liegen laut TV-Sender CBC bei umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro, von denen rund zwei Milliarden aus Steuermitteln kommen sollen. Der Stadtrat von Calgary hat sich mehrheitlich für einen Stopp der Bewerbung ausgesprochen, nun sind die Bürger bei einem Referendum am Wort. "Sind Sie dafür oder dagegen, dass Calgary die Olympischen Winterspiele 2026 austrägt?", steht auf dem Wahlzettel.

Beobachter rechnen mit einer hohen Wahlbeteiligung. Schon an einer früher möglichen Abstimmung hatten sich rund 55.000 Menschen beteiligt. Kritiker sagen, die Kosten für die Spiele seien zu hoch und bisherige Budgetvorschläge unrealistisch. Befürworter meinen, die Kosten könnten im Rahmen gehalten werden, weil weniger neue Wettkampfstätten gebaut, sondern alte renoviert werden könnten. Zudem bringe die Austragung der Spiele Investitionen und Prestige mit sich. Calgarys Bürgermeister Naheed Nenshi befürwortet eine Kandidatur: "Jeder weiß, dass ich Olympia liebe."

Sollten sich die Bürger von Calgary gegen die Bewerbung entscheiden, blieben für 2026 nur noch Stockholm und Mailand/Cortina d'Ampezzo als Kandidaten. In Schwedens Hauptstadt gibt es aber ebenfalls politischen Widerstand, in Italien ist die Finanzierung unklar. IOC-Präsident Thomas Bach hatte sich zuletzt lobend über die gemeinsame italienische Bewerbung geäußert: "Diese Kandidatur ist sehr stark." Bisher wird die Bewerbung allerdings nur von den Regionen Lombardei und Venetien finanziell getragen - aber nicht von der Staatsregierung in Rom.

Zuletzt hatten Buenos Aires und Ushuaia auf Feuerland angekündigt, nachträglich eine argentinische Bewerbung zu prüfen. Bach schloss allerdings aus, dass das Verfahren noch einmal eröffnet wird. Immerhin ist es der erklärte Wille des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), mit den Spielen in eine traditionelle Wintersportregion zurückzukehren.

In Österreich waren Bewerbungen des zweimaligen Olympia-Ausrichters Innsbruck an einem mehrheitlichen Nein der Bevölkerung sowie von Graz und der Steiermark an der laut Österreichischem Olympischen Komitee (ÖOC) mangelnden Unterstützung der steirischen Landesregierung gescheitert. Die Entscheidung über den Ausrichter der Spiele 2026 fällt am 24. Juni 2019 in Lausanne.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 18.10.2019 um 03:34 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/calgary-stimmt-ueber-bewerbung-fuer-winterspiele-2026-ab-60724810

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