Wintersport

Damen hoffen trotz Schlechtwetter auf Sotschi-Rennen

Wie im Vorjahr spielt auch 2020 das Schlechtwetter dem Damen-Skiweltcup in Sotschi übel mit. Die ersten beiden Trainingsläufe mussten bei einem Mix aus Nebel, Schnee und Regen abgesagt werden, auch am Freitag droht ein ähnliches Szenario. Weil die Wetteraussichten für das Wochenende aber gut sind, sollten Abfahrt (Samstag) und Super-G (Sonntag) programmgemäß stattfinden können.

Sollte nach den Absagen am Mittwoch und Donnerstag tatsächlich auch am Freitag kein gezeitetes Training möglich sein, müsste dieser für ein Rennen notwendige Testlauf am Samstag vor dem Rennen über die Bühne gehen. FIS-Renndirektor Peter Gerdol hat zwar die Devise "Safety First" ausgegeben, die Veranstalter sind aber zuversichtlich, weil der relativ nasse Schnee im Olympiagelände von 2014 gut bearbeitbar ist. Wegen des Zeitunterschiedes von plus zwei Stunden gegenüber MEZ wäre ein Training am Samstag kein Problem. Am Wochenende soll es zudem auch keine Niederschläge mehr geben.

Der Tross der Skidamen war am Montag von Bansko direkt mit einem Charterflug nach Sotschi geflogen und trainiert seitdem im sehr gut ausgelasteten Skigebiet Rosa Khutor. Die Weltcup-Abfahrt ist für die Damen praktisch Neuland, weil sie einerseits nur einen kleinen Teil des Olympiageländes beinhaltet und andererseits im Vorjahr nur besichtigt werden konnte. Rennen hatte das Schlechtwetter im März 2019 unmöglich gemacht.

"Welcome to Sotschi! Es ist fast schon ein deja-vu", kommentierte Nicole Schmidhofer die Rückkehr nach Sotschi. "Das wird wieder eine schwierige Woche. Wir hoffen aber auf das Beste am Wochenende", gab sich die Steirerin durchaus zuversichtlich.

Der Abfahrts-Weltcupsiegerin aus der Steiermark kamen die Absagen wegen ihrer vorhergehenden Grippe gar nicht so ungelegen, auch wenn sie zuletzt zwei der drei Rennen in Bansko bestritten hatte, um Rennkilometer zu sammeln. "Die Reise hierher war sehr anstrengend. Es wird wohl auf einen Samstag mit Training und Rennen hinauslaufen. Ich hoffe, dass bis dahin meine Kraft wieder reicht", meinte Schmidhofer.

Die Warterei sei für sie kein Problem. "Natürlich ist es mühsam, sich immer so vorzubereiten, als ob am nächsten Tag was passiert. Mit dem Alter wird man diesbezüglich aber auch relaxter. Und es ist ja für alle gleich." Außerdem hat Schmidhofer ihren ganz persönlichen Zugang zum Thema. "Ich steh auf und wenn sie es dann verschieben denke ich, juhu, in 13 Stunden kann ich schon wieder schlafen gehen."

Schmidhofer war 2014 nur Ersatzfahrerin im rot-weiß-roten Olympiateam gewesen. Anna Veith hingegen hat sehr gute Erinnerungen an Sotschi, hat sie dort vor sechs Jahren doch Gold im Super-G und Silber im Riesentorlauf gewonnen. "Zurück, wo wir unseren goldenen Moment hatten", betitelte die Salzburgerin ein Foto auf Instagram, auf dem sie zusammen mit Coach Meinhard Tatschl und einem Ski-Servicemann zu sehen ist.

Nicht in Sotschi ist Mikaela Shiffrin, obwohl die US-Amerikanerin vergangenes Wochenende in Bulgarien zwei der drei Speedrennen gewonnen hat und der Gewinn der Abfahrts-Kristallkugel eines ihrer noch offenen Ziele ist. Derzeit liegt die in der Weltcup-Gesamtwertung schon wieder klar führende 24-Jährige mit nur 16 Punkten Rückstand auf Platz zwei der Abfahrtswertung.

Dennoch verzichtet Shiffrin auf Russland, legt stattdessen einen Trainingsblock ein. Aufgeschoben ist damit vorerst auch die Jagd auf Marcels Hirschers Marke von 67 Weltcupsiegen, Shiffrin hält seit Bansko bei 66.

2019 war Sotschi einen Monat später auf dem Programm gestanden. Unter anderem die Komplettabsage der Russland-Rennen hatte damals vorzeitige Weltcup-Entscheidungen gebracht. Shiffrin war zum dritten Mal in Folge als Weltcup-Gesamtsiegerin festgestanden, obwohl sie gar nicht vor Ort war. Erfahren von ihrem Kugelgewinn hatte sie im Hotelzimmer ihres Trainingslagers in Tschechien. Fix geworden war damals auch, dass die Abfahrts-Wertung erstmals seit Renate Götschl 2007 an eine Österreicherin geht.

Quelle: APA

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