Wintersport

Damen vor Biathlon-Weltcup in Hochfilzen besser als Herren

Vor dem Heimweltcup in Hochfilzen zeigt sich im ÖSV-Team eine höchst ungewöhnliche Konstellation: Die österreichischen Biathletinnen stehen in einigen Bereichen besser da als ihre erfolgsverwöhnten männlichen Kollegen. Katharina Innerhofer, Lisa Hauser und Co. haben beim Saisonauftakt unerwartet stark abgeschnitten, die ÖSV-Herren blieben hingegen zum Teil deutlich hinter den höheren Erwartungen.

Lisa Hauser und Co. hatten einen unerwartet starken Saisonauftakt SN/APA/Archiv/BARBARA GINDL
Lisa Hauser und Co. hatten einen unerwartet starken Saisonauftakt

"Wir haben uns den Auftakt sicher besser vorgestellt, es gab aber auch Lichtblicke. Vor allem bei den Damen haben wir teils sehr gute und vor allem mannschaftlich geschlossene Leistungen gesehen", meinte ÖSV-Cheftrainer Ricco Groß vor den Heimbewerben im rechtzeitig tief verschneiten Pillerseetal. Bei den Männern sei das Gezeigte insgesamt aber zu wenig gewesen, ergänzte der Deutsche.

Während Innerhofer in Östersund als Siebente im Sprint und im Verbund mit Hauser, Julia Schwaiger und Dunja Zdouc mit Rang sieben in der Staffel positiv überraschten, gab es für die Herren als bestes Ergebnis Sprint-Rang neun durch Julian Eberhard. In der Staffel setzte es mit Platz zwölf ein Debakel. "Das Staffel-Ergebnis war natürlich eine Enttäuschung, aber hier gewinnt und verliert man gemeinsam", so Groß. In Hochfilzen gehe es deshalb um Wiedergutmachung, die Damen sollten eine Leistungsbestätigung anpeilen, forderte Groß, der seit dem Frühling in der Weltcup-Trainingsgruppe 1 auch mit Hauser und Schwaiger arbeitet.

Lokalmatadorin Hauser will nach etlichen Top-Ten-Ergebnissen anderswo endlich auch in Hochfilzen einen Spitzenplatz holen. "Die größten Chancen sehe ich in der Verfolgung, dafür muss aber zunächst eine gute Ausgangsposition im Sprint her", sagte die 25-Jährige aus Reith bei Kitzbühel vor dem Sprint-Auftakt am Freitag. Hauser wartet im Gegensatz zur einstigen Pokljuka-Sensationssiegerin Innerhofer (2014) auch noch auf ihren ersten Weltcup-Einzelpodestrang.

Solche Platzierungen und auch Medaillen bei Großereignissen gehören bei den Herren seit vielen Jahren zum erfreulichen Standard. Um das diesmal auch in Hochfilzen zu schaffen, muss eine ordentliche Steigerung her. Denn die Topstars um Johannes Thingnes Bö und den wiedererstarken Martin Fourcade befinden sich bereits in Spitzenform. "Die Top Ten sollten dringend wieder einmal her. Aber da sind ein paar, die schon jetzt brutal in Form sind. In der Staffel sollte das Podest das Ziel sein, da waren wir letztes Jahr (Anm.: 4.) sehr nahe dran", erklärte Landertinger.

Der Ex-Weltmeister und mehrfache Olympiamedaillengewinner will nach zwei schwierigen Jahren wieder zurück nach ganz oben. Dort ist er aktuell aber noch nicht angelangt. "Die Schlussrunden waren nicht schlecht. Dafür tue ich mich mit den Rennstarts noch richtig schwer. Zu Beginn fehlt mir einfach die Spritzigkeit. Je länger der Bewerb dauert, desto besser komme ich rein und desto besser werde ich", sagte der Hochfilzener vor seinem Heimspiel, für das wieder bis zu 30.000 Fans erwartet werden.

Wie bei Landertinger lief es auch für Routinier Simon Eder in Schweden noch nicht rund. Der Saalfeldener hat nach einer Erkrankung in der Vorbereitung noch Aufholbedarf, außerdem fabrizierte der Topschütze in Östersund in der Staffel bei schwierigen Bedingungen ungewöhnlich viele Schießfehler. Eder hatte 2010 als Verfolgungs-Zweiter und 2017 mit Massenstart-WM-Bronze für die jüngsten ÖSV-Einzelpodestplätze in Hochfilzen gesorgt.

Quelle: APA

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