Wintersport

Deutsche Mannschaft laut Dreßen "klein, aber oho"

Für den Deutschen Skiverband (DSV) war der Sonntag ein veritabler Jubeltag. 40 Jahre nach dem letzten Abfahrtssieg seines Vaters in Kitzbühel gewann Josef Ferstl den Super-G in der Gamsstadt. Dabei sind gerade die deutschen Speed-Herren in dieser Saison wegen Verletzungen stark dezimiert. "War natürlich geil", zeigte sich Kreuzband-Patient Dreßen stolz. "Klein, aber oho" sei das deutsche Team.

Josef Ferstl und Kollegen auf hohem Niveau SN/APA (AFP)/JOE KLAMAR
Josef Ferstl und Kollegen auf hohem Niveau

Im Zielraum der Streif fieberte der Streif-Sieger 2018 mit "Pepi" Ferstl mit. Sein Kollege habe keine einfache Zeit gehabt, nachdem die Spitzenplätze am Anfang des Weltcup-Winters ausgeblieben waren. "Deswegen freut mich das brutal, dass er da einmal so eine Antwort geben hat können", sagte Dreßen. Ferstl habe die Startnummer eins "perfekt ausgenutzt. Freilich hat man keine Infos von der Strecke, aber wenn das Selbstvertrauen passt, dann brauchst du das auch nicht".

Dreßen hatte Ende November in Beaver Creek bei einem Sturz einen Kreuzbandriss erlitten, zusätzlich wurde auch die linke Schulter arg beleidigt. Weil sein Landsmann Andreas Sander ebenfalls wegen eines Kreuzbandrisses außer Gefecht ist, besteht die deutsche Speed-Mannschaft praktisch nur aus drei Aktiven: Ferstl, Manuel Schmid und Dominik Schwaiger. Der Weltcup-erprobte Klaus Brandner kämpft sich derzeit nach einer schweren Knieverletzung im Europacup zurück. Ferstl rückte damit automatisch in eine Leaderrolle.

Auch mit weniger Mann mache die Arbeit aber enorm viel Spaß. Die Speed-Rumpftruppe sei "echt ein Super-Team", betonte Ferstl. "Es ist eine Super-Stimmung, die Trainer funktionieren auch perfekt. Wir verstehen uns und arbeiten auf Augenhöhe." Er sei "stolz, dass ich ein Teil von dem Team sein kann", sagte Dreßen. "Ich freue mich schon brutal, wenn ich wieder dabei bin." Der 25-Jährige unterzieht sich in der kommenden Woche einer Schulteroperation und startet Mitte Februar in den zweiten Reha-Block.

Für Ferstl war es in Kitzbühel der zweite Weltcup-Sieg in seiner Karriere, im Dezember 2017 gewann er den Super-G in Gröden. "Letztes Jahr ist ja bei uns der Knopf aufgegangen, bei jedem im Team", berichtete Dreßen. Die Sensation in Südtirol sei gar keine gewesen, weil schon davor gut gearbeitet geworden sei. Im Jänner 2018 rauschte dann Dreßen zum Streif-Sieg.

Hinsichtlich der Alpin-WM in Aare sieht es auf einmal nicht düster für Deutschland aus. Mit Viktoria Rebensburg und Kira Weidle bei den Damen sowie Felix Neureuther, Stefan Luitz und nun Ferstl hat der DSV eine Handvoll Medaillenkandidaten. "Die Norweger sind jetzt auch nicht gerade ein Riesenteam, und die sind auch klein, aber oho", befand Dreßen. "Was habe ich zu verlieren? Das ist wieder ein Tag X", meinte Ferstl mit Blick auf den WM-Super-G am Mittwoch kommender Woche.

Der 30-Jährige werde in Schweden auf jeden Fall jetzt mehr im Fokus stehen, prophezeite Dreßen. Als Kitzbühel-Sieger sei das gesteigerte Interesse an seiner Person unvermeidlich, wisse er aus eigener Erfahrung. "Das sind so viele Sachen, die auf ihn jetzt zukommen, was Medienrummel und so weiter angeht", erklärte er. "Aber wir sind ja da super aufgestellt, was die Betreuung angeht. Ich glaube, da hat er kein Problem."

Quelle: APA

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 23.09.2020 um 08:14 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/deutsche-mannschaft-laut-dressen-klein-aber-oho-64830931

Kommentare

Schlagzeilen