Wintersport

Die Ruhpoldinger Biathlon-Party wird diesmal sehr leise

Der Weltcup in Ruhpolding startet am Mittwoch ohne Zuschauer. Österreichs Team ist bei der vorletzten Station vor Olympia arg dezimiert.

ÖSV-Hoffnung in Ruhpolding: Lisa Hauser.  SN/AFP
ÖSV-Hoffnung in Ruhpolding: Lisa Hauser.

Stell' dir vor, es ist Biathlon in Ruhpolding und keiner geht hin: Ungewohnt leise wird es sein, wenn heute, Mittwoch, der Weltcup ins bayerische Biathlon-Mekka zurückkehrt. Beim Sprint der Frauen (14.30 Uhr, live in ORF Sport +) gilt die strikte Infektionsschutz-Verordnung, weshalb Lisa Hauser und Co. vor leeren Rängen laufen und schießen werden. Für die übrigen Rennen hofften die Veranstalter bis zuletzt, dass bis zu 7500 Zuschauer wenigstens ein bisschen Party wie früher machen können. Am Dienstagnachmittag stand fest: Es wird nur Geisterrennen geben, denn die Beschränkungen in Bayern werden bis in den Februar hinein verlängert. Nach dem kompletten Verzicht im Vorjahr ist das ein weiterer herber Schlag für die Macher in Ruhpolding.

Aber auch bei den Aktiven wird die vorletzte Station vor Olympia ein Event der vielen Abwesenden sein. Norwegens Männer verzichten auf Ruhpolding und schieben stattdessen ein Höhentrainingslager ein. Ein B-Team vertritt die Garde um Topstar Johannes Thingnes Bø, erfahrungsgemäß stehen die hungrigen Nachwuchsstars der Bestbesetzung nicht um viel nach.

Über eine derart breite Spitze verfügen Österreichs Biathlon-Herren leider nicht. Und so wird Cheftrainer Ricco Groß in Ruhpolding wie schon im Dezember in Annecy das Sechs-Mann-Kontingent nicht ausschöpfen und lediglich mit vier Biathleten antreten. Julian Eberhard fehlt weiterhin, der Saalfeldner kämpft nach seinem Sturz in Annecy noch immer mit gesundheitlichen Problemen. Er trainiert individuell und will dann nächste Woche in Antholz (ITA) die letzte Chance nützen, auf den Olympiazug aufzuspringen.

Auch Felix Leitner, der zuletzt in Oberhof mit einer starken Verfolgung aufzeigte, bleibt dem potenziellen Omikron-Risikogebiet Ruhpolding fern. Der Tiroler wird von Harald Lemmerer vertreten. Das ÖSV-Quartett komplettieren Patrick Jakob, David Komatz und Simon Eder, der gemeinsam mit Lisa Hauser mit Platz zwei in der Single-Mixed-Staffel in Oberhof viel Selbstvertrauen getankt hat.

"Das Podium in der Single-Mixed-Staffel hat der ganzen Mannschaft gutgetan", sagt Ricco Groß. "Die Leistung, die Simon Eder in diesem Rennen gezeigt hat, war wirklich sehr gut."

An der Seite des Routiniers aus Saalfelden hatte Lisa Hauser ungewohnt viele Nachlader zu verzeichnen gehabt. Die Tiroler Weltmeisterin erbrachte aber als Verfolgungs-Sechste in Oberhof schon am darauffolgenden Tag wieder den Beweis ihrer Klasse. Sorgen macht Frauen-Cheftrainer Markus Fischer eher der Rest seiner Truppe, aus der sich noch keine so richtig für Olympia angeboten hat. "Aber wir geben sicher nicht auf, kämpfen weiter und in Ruhpolding geht es wieder von neuem los", gibt sich Fischer zuversichtlich.
Weltcup in Ruhpolding: Sprint Frauen (Mittwoch, 14.30), Sprint Männer (Donnerstag, 14.30), Staffel Frauen (Freitag, 14.30), Staffel Männer (Samstag, 14.30), Verfolgung Frauen/Männer (Sonntag, 12.45/14.45).


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