Wintersport

Die Tournee brachte Stefan Kraft einen Schub für das Selbstvertrauen

Stefan Kraft hat die Vierschanzentournee doch noch mit einem Lächeln verlassen. Ohne Podestplatz angereist, platzierte sich der Doppel-Weltmeister bei der 67. Auflage dreimal unter den besten drei. "Ich gehe mit einer breiteren Brust aus der Tournee heraus, das ist sehr cool. An drei Stockerlplätze hätte ich vorher nicht geglaubt", freute sich der 25-Jährige nach dem Finale am Sonntag.

Wenn nur der Ausrutscher in Garmisch nicht gewesen wäre... SN/APA (AFP)/CHRISTOF STACHE
Wenn nur der Ausrutscher in Garmisch nicht gewesen wäre...

Der Lokalmatador war auch in Bischofshofen von Ryoyu Kobayashi beeindruckt, der mit seinem vierten Erfolg den Grand Slam fixierte. "Hut ab, den hätte man diesmal nicht biegen können", erklärte der Pongauer. Unbezwingbar sei der achtfache Saisonsieger aus Japan aber nicht, glaubt ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder. "Stefan hat noch nie zwei gute Wettkampfsprünge gehabt, sonst hätte er wahrscheinlich schon ein Springen gewonnen."

Kraft habe aber mit einem guten Sprung auch schon zehn Punkte auf den "Überflieger" gutgemacht. "Das zeigt mir, dass er mit den Besten auf Augenhöhe ist. Da sehe ich Kobayashi nicht in einer anderen Position", betonte der Tiroler. Der Tourneesieger habe freilich einen Lauf, er sei in Topform. "Stefan ist sicher noch nicht in Hochform. Da kommen die Sprünge noch selbstverständlicher und noch konstanter. Wir hoffen natürlich, dass das noch während der Saison passiert."

Das Selbstvertrauen von Kraft hat aber dank der guten Leistungen einen Schub erhalten. "Ich habe viele coole Wettkampfsprünge gezeigt und mich gegenüber dem Training gesteigert. Das ist sehr positiv. Dass ich mich während der Tournee in eine kleine Form gesprungen habe, das fühlt sich gut an", sagte der Tourneesieger von 2015. "Seit Innsbruck ist ein stabiles Gefühl da bei meinem Sprung."

Über seinen weiteren Weg Richtung Heim-WM wollte Kraft kurzfristig entscheiden. Am kommenden Wochenende in Predazzo und anschließend in Zakopane ist der Gewinner von bisher zwölf Weltcupbewerben sicher dabei. "Wenn ich dann merke, ich brauche noch ein ruhiges Training, dann werde ich Sapporo auslassen", kündigte der Champion von Lahti 2017 an. Er wolle perfekt vorbereitet und mit Selbstvertrauen zum WM-Bewerb nach Innsbruck kommen.

Felder war auch mit Daniel Huber, dem Gesamt-Neunten, zufrieden. "Er hat gezeigt, dass er das Niveau hat, dass er mit den Besten mithalten kann. Da fehlt es nur ein bisschen an der Konstanz", stellte der 56-Jährige fest. Die übrige Mannschaft habe Charakter bewiesen und weitergekämpft, obwohl es nicht gut lief. "Für mich war wichtig, dass sie am Ball geblieben sind, dass sie positiv nach vorne geschaut haben und sich nicht unterkriegen haben lassen, egal ob Kritik gekommen ist."

Schon bei der übernächsten Station in Zakopane könnte auch Gregor Schlierenzauer wieder zum Team stoßen. Der seit dem (heutigen) Montag 29-jährige Rekord-Gewinner des Weltcups wird nach einem Neuaufbau seines Sprungs im Einzeltraining laut Felder beim Kontinentalcup am kommenden Wochenende in Bischofshofen einen Formtest absolvieren. "Da wird man sehen, ob er sich bereit fühlt. Er sollte schon schauen, dass er gewinnt oder ganz vorne dabei ist. Dann hat er die Garantie, dass es im Weltcup auch funktioniert", betonte Felder.

Quelle: APA

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