Wintersport

Die Welt der Rodler ist klein geworden

Nur in Österreich, Deutschland und Lettland findet heuer der Weltcup der Rodler statt. Die Coronapandemie zwingt die Verantwortlichen auch sonst zu vielen Maßnahmen.

Zurück zu alter Stärke: Die österreichischen Doppelsitzer Steu/Koller.  SN/fil/mareks galinovskis
Zurück zu alter Stärke: Die österreichischen Doppelsitzer Steu/Koller.

Mit den Heimrennen in Igls gehen Österreichs Rodler in eine Saison wie keine andere. Keine Übersee-Rennen, eingeschränkte Teilnehmerzahlen und Trainingsaktivitäten, strenge Hygienemaßnahmen für alle Beteiligten, bis auf weiteres keine Zuschauer an den Bahnen - der 43. Weltcup-Winter im Rennrodeln hat es in sich.

Aber es ist nicht alles negativ: So wird es erstmals auch kleine Kristallkugeln für die Disziplinen-Gesamtsieger des klassischen Weltcups und des Sprint-Weltcups geben.

Die WM steigt Ende Jänner am Königssee. Die Olympiabahn in Yanqing (China) werden die Rodler erst im Herbst 2021 kennenlernen. Einen Ersatzort für das Weltcupfinale sucht der Weltverband FIL noch.


Österreichs Rodler haben ihre Covid-19-Erfahrungen bereits hinter sich. Beim Trainingslager in Königssee wurden Anfang November zwei Aktive positiv getestet. Trotz der Unannehmlichkeiten herrscht im ÖRV-Lager große Zuversicht, Weltcup-Titelverteidiger Roman Repilov (RUS) fordern zu können. Jonas Müller will seinen Vorjahressieg von Igls wiederholen. Neben dem amtierenden Vize-Weltmeister komplettieren Olympiasieger David Gleirscher, Igls-Spezialist Wolfgang Kindl, Reinhard Egger und Nico Gleirscher das starke Team.

Steu/Koller nach Sturzpech zurück

Im Doppelsitzer werden erstmals seit zehn Jahren sogar drei österreichische Schlitten am Start sein. Thomas Steu und Lorenz Koller wollen nach dem Trainingssturz von Sigulda mit einem komplizierten Beinbruch von Steu wieder dort anschließen, wo sie zuvor unterwegs waren. Yannick Müller und Armin Frauscher sowie Juri Gatt und Riccardo Schöpf haben Top-Ten-Resultate im Visier. Thomas Steu freut sich auf das Comeback: "Die vergangenen neun Monate waren nicht einfach, umso größer ist die Freude wieder zurück im Weltcup zu sein. Wir haben sehr hart für dieses Ziel gearbeitet und werden versuchen möglichst rasch wieder zu alter Stärke zu finden. Die Materialentwicklung ist sehr positiv verlaufen, der Grundspeed passt schon ganz gut, dafür haben wir am Start noch leichte Defizite. Wir sind happy, dass es wieder los geht, Wettkämpfe sind bekanntlich das beste Training. Man wird sehen, wofür es reicht beziehungsweise was es noch braucht."

Doppelte Babypause endet

Bei den Frauen richten sich alle Augen auf Natalie Geisenberger und Dajana Eitberger, die beide ihre Comeback nach ihren Babypausen feiern. Österreich startet in Igls mit Team-Europameisterin Madeleine Egle, Lisa Schulte, Hanna Prock und der 16-jährigen Debütantin Barbara Allmaier.
ÖRV-Cheftrainer René Friedl sagt: "Wir sind in der Vorbereitung trotz der Covid-Einschnitte ein sehr gutes Programm gefahren und bereit für die Saison, mit zwei Ausnahmen sind soweit alle fit. Madeleine Egle ist am Start aufgrund ihrer noch nicht völlig ausgeheilten Schulterverletzung ebenso gehandicapt wie Reinhard Egger, den seine Rückenbeschwerden leider noch länger begleiten werden. Wir hoffen zum Auftakt auf drei Podestplätze und wollen in der Endabrechnung im Weltcup um die Kristallkugeln im Doppelsitzer und bei den Herren mitreden."

Im Qualifikationsrennen, dem Nationencup am Freitag, zeigten sich die Österreicher stark. Nico Gleirscher rodelte Bestzeit vor Wolfgang Kindl. Thomas Steu/Lorenz Koller sicherten sich Platz eins vor Yannick Müller und Armin Frauscher bei den Doppelsitzern. Juri Gatt und Riccardo Schöpf erledigten die Qualifikation mit Rang sechs ebenfalls positiv.

Covid-19-gerechter Kalender

22 Nationen sind in Igls am Start, nur die Protagonisten aus den USA und Kanada steigen aufgrund der Pandemie erst im Jänner 2021 in den Weltcup ein. Die FIL hat beim Auftakt jeder Nation einen zusätzlichen Startplatz zugestanden. Gewiss ist in der ungewissen Zeit nur eines: Die Rodelwelt ist in diesem Winter eine kleine. Nur in Österreich (zwei mal Igls), Deutschland (Altenberg, zwei mal Oberhof, Königssee, Winterberg) sowie in Lettland (Sigulda) finden Bewerbe statt - so wird der Reiseaufwand und damit das Infektionsrisiko reduziert. Es ist ein zeitlich straff gespanntes Programm, Ende Jänner ist die Saison schon vorbei. Für das Finale im Weltcup kehrt der Tross eine Woche vor der WM nach Igls zurück statt.

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