Kitzbühel 2020: Alles zu den Hahnenkammrennen

Kitzbühel 2020: Alles zu den Hahnenkammrennen

Die Abfahrt auf der legendären Streif in Kitzbühel gilt als das härteste Skirennen der Welt. Mausefalle, Steilhang, Hausbergkante, Traverse. Keine andere Strecke hat so viele bekannte Abschnitte wie die 3,3 Kilometer lange Streif, die die Profis in weniger als zwei Minuten abfahren. Heuer finden die 80. Hahnenkammrennen statt - hier finden Sie alle Infos.

Erstmals veranstaltet wurden die Hahnenkammrennen 1931, die Streif hinunter ging es ab dem Jahr 1937. Das gefährliche Spektakel lockt jedes Jahr Tausende Fans an. Das Rennwochenende 2020 startet am Freitag mit einem Super-G, am Samstag folgt die Abfahrt und am Sonntag der Slalom am Ganslernhang.

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Marco Schwarz ist dem ersten Weltcupsieg nach seinem Kreuzbandriss wieder eine Position nähergekommen. Der Kärntner landete am Sonntag im Slalom von Kitzbühel hinter dem Schweizer Daniel Yule an der zweiten Position, heuer war er bereits Dritter in Adelboden gewesen. Auf Rang drei fuhr Vorjahressieger Clement Noel vor Überraschungs-Mann Lucas Braathen und Henrik Kristoffersen aus Norwegen.

Angesichts des österreichischen Sieges von Matthias Mayer bei der Abfahrt auf der Kitzbüheler Streif gab es für die "steirische Eiche" und seine heimische Promi-Kollegen naturgemäß viel zu jubeln. Neben diversen Kitz-Stammpromis riss es bei der Siegesfahrt des Kärntners auch Arnie-Freundin Heather Milligan, Tochter Christina und Neffe Patrick Knapp-Schwarzenegger von den Ehrentribünenplätzen.

Es geht ja doch noch: Just im wichtigsten Rennen des Jahres gelang dem ÖSV ein Doppelsieg, der sich nicht wie ein Sieg, sondern wie ein echter Befreiungsschlag, angefühlt hat.

Ein spannender Rennkrimi hielt den Skizirkus am Samstag in Atem: Nach sechs Jahren steht beim 80. Hahnenkammrennen wieder ein Österreicher am Siegerpodest in Kitzbühel: Matthias Mayer gewinnt die Herrenabfahrt auf der Streif. Den zweiten Platz teilt sich Vincent Kriechmayr mit dem Schweizer Beat Feuz.

2018 ist es der Norweger Henrik Kristoffersen gewesen, 2019 der Franzose Clement Noel, der den Sieg im Kitzbüheler Weltcup-Slalom davontrug. Sie sind auch für Sonntag die Favoriten (10.30/13.30 Uhr, live ORF 1), kampflos geschlagen geben will sich die ÖSV-Mannschaft freilich nicht. Den bisher letzten Slalomerfolg für Österreich bejubelte Marcel Hirscher vor einem Jahr in Schladming.

Wer wird das Rennen auf der Streif am Samstag gewinnen? Die SN haben am Freitagabend bei Ski- und Sportlegenden in Kitzbühel nachgefragt. Fritz Strobl, Hilde Gerg, Leo Stock und Ex-Fußballer Otto Konrad: Alle wollen den "Mothl" am Podest sehen, aber auch ein Schweizer steht hoch im Kurs.

Weil es immer Spaß mache, mit einem Österreicher in Kitzbühel auf dem Podium zu stehen, wollte Kjetil Jansrud als Super-G-Sieger in der Gamsstadt vor Matthias Mayer und Aleksander Aamodt Kilde die abendliche Siegerehrung auch voll genießen. Der Norweger triumphierte erstmals nach 14 Monaten wieder im Weltcup, der Abfahrts-Weltmeister war auf der Suche nach der Harmonie gewesen.

Bei den Heimrennen der österreichischen Ski-Herren in Kitzbühel ist die Erwartungshaltung eine andere. "Wenn man in Österreich ein Rennen fährt, ist der Druck für mich einfach sehr hoch", gab Olympiasieger Matthias Mayer am Freitag zu. "Die Leute erwarten sich ein Podium, erhoffen sich einen Sieg." Nachdem er im Super-G mit Platz zwei abgeliefert hatte, war der Genussfaktor daher besonders hoch.

Matthias Mayer hat sich am Freitag im Weltcup-Super-G von Kitzbühel das Podest mit zwei Norwegern geteilt. Nach den vermeintlichen Siegesfahrten des Kärntners und von Aleksander Aamodt Kilde, die sich ex aequo den Platz an der Sonne gesichert hatten, schlug Kjetil Jansrud aus dem Hinterhalt zu. Um 16/100 Sekunden fing er das Duo noch ab, es war sein erster Sieg seit November 2018.

Die 80. Hahnenkammrennen beginnen: Die ÖSV-Läufer gehören nicht zum engsten Favoritenkreis - Präsident Peter Schröcksnadel ist dennoch optimistisch und erwartet sich einiges, wie er im SN-Gespräch ankündigt.

Romed Baumann bestreitet am Samstag seine erste Kitzbühel-Abfahrt als Teammitglied des Deutschen Ski-Verbands. Im vorigen Jahr durch die ÖSV-Trainer um einen Start gebracht, will der Doppelstaatsbürger unbedingt zeigen, dass mit ihm noch zu rechnen ist. "Ich glaube, er fährt ein bissel mit Wut im Bauch", verriet DSV-Kollege Josef Ferstl. "Es ist noch immer ein Heimrennen", betonte Baumann.

"Hasta la Vista, Promis" - die Hahnenkamm-Society-Festspiele sind am Donnerstagabend eröffnet worden, und ihr größter Star machte den Anfang: Arnold Schwarzenegger bat im Kitzbühel Country Club in Reith bei Kitzbühel zum Charity-Dinner samt Auktion für den Klimaschutz, konkret für die "Schwarzenegger Climate Initiative". Eine Eiche im ewigen Blitzlichtgewitter.

Johan Clarey hat im zweiten und letzten Hahnenkamm-Training für die am Samstag geplante Abfahrt die Bestzeit erzielt. Der Franzose war am Donnerstag bei strahlendem Sonnenschein 0,55 Sekunden schneller als der Norweger Aleksander Aamodt Kilde. Dritter war der Kärntner Matthias Mayer, der 0,60 Sekunden Rückstand hatte. Dessen ÖSV-Teamkollege Vincent Kriechmayr stürzte nach der Hausbergkante.

Österreichs Abfahrtsmannschaft ist schon breiter aufgestellt dahergekommen, der Blick auf den Weltcupstand kennt da kein Erbarmen. Hinter dem viertplatzierten Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr als Sechsten klafft eine Lücke, die die sportliche Leitung rasch aufgefüllt haben will. Vor dem Klassiker auf der Kitzbüheler Streif wird kein Extradruck gemacht, aber dennoch Leistung eingefordert.

Mit einer Doppelführung im Disziplinweltcup starten Österreichs Speedpiloten am Freitag zum Auftakt der 80. Hahnenkammrennen in den Super-G (11.30 Uhr/live ORF 1). Der letzte Weltcup-Super-G liegt mit 20. Dezember über ein Monat zurück, Vincent Kriechmayr holte den Sieg in Gröden. "Im Kampf um die Kugel ist Kitzbühel ein wichtiges Rennen", weiß freilich auch Olympiasieger Matthias Mayer.

Der Kreuzbandriss von Dominik Paris befeuert wieder die Materialdiskussionen - doch Lösungen sind nicht in Sicht.

Er galt als der "Mister Unzerstörbar" im alpinen Ski-Weltcup. Deshalb glaubten die Abfahrtskollegen an einen "schlechten Scherz", als sie am Dienstagabend vom Kreuzbandriss des Dominik Paris erfuhren. "Er war immer ein Gradmesser", sagte Vincent Kriechmayr. "Mir tut es brutal leid um ihn", meinte der Deutsche Thomas Dreßen. Und Beat Feuz weiß: "Er ist einer der Heroes im Weltcup."

Der Zustand der Streif hat den Rennläufern im ersten Abfahrtstraining ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Bei strahlendem Sonnenschein legte der Norweger Kjetil Jansrud auf der relativ gleichmäßig präparierten Piste die schnellste Fahrt hin. Wie immer sind die Ergebnisse wenig aussagekräftig, nicht nur der Schweizer Beat Feuz (+2,38) bremste. Matthias Mayer kam auf Platz sechs (0,64).

Der Südtiroler Skirennläufer Dominik Paris hat sich nach seiner Kreuzbandriss-Schockdiagnose am Mittwoch an seine Fans gewandt und bereits wieder in die Zukunft geblickt. "Ich habe bis jetzt noch nie eine Verletzung gehabt, die so viel Geduld braucht, aber ich nehme die Herausforderung an und freue mich auf die nächste Saison", schrieb der 30-Jährige in den sozialen Medien.

Das Saison-Aus von Dominik Paris wegen eines Kreuzbandrisses wirft einmal mehr die Frage auf, warum es zu so einer Häufung an Knieverletzungen im alpinen Ski-Weltcup kommt. Harte Pisten erfordern eine aggressive Materialabstimmung - und umgekehrt. "Das ist eine Katze, die sich in den Schwanz beißt. Da wieder rauszukommen, ist sehr schwierig", sagte Markus Waldner, der Renndirektor der FIS.

Im Weltcup flop, aber im Nachwuchs top: Wer folgt beim Juniors Race auf Marcel Hirscher und Anna Veith? Skiverband und Schulen orten wieder viel Potenzial.

Wieder fehlt heuer in Kitzbühel der Titelverteidiger: Dominik Paris zog sich am Dienstag einen Kreuzbandriss zu und fehlt damit genauso wie im Vorjahr Thomas Dreßen.

Die Hahnenkammrennen der alpinen Ski-Herren in Kitzbühel haben einen Publikumsliebling und Topfavoriten verloren. Skirennläufer Dominik Paris zog sich am Dienstag beim Training in Kirchberg einen Riss des vorderen Kreuzbandes und eine Fraktur des Fibulakopfes im rechten Knie zu, die Saison ist damit für den 30-jährigen Super-G-Weltmeister zu Ende.

Die ÖBB bieten am Hahnenkammwochenende von 24. bis 26. Jänner 80.000 zusätzliche Sitzplätze an. Zudem pendelt wieder ein "Hahnenkammexpress" kostenlos zwischen Kirchberg in Tirol, Kitzbühel und St. Johann in Tirol, teilten die ÖBB am Dienstag mit. Zu Spitzenzeiten sind die Züge im Acht- bis Zehn-Minuten-Takt unterwegs.

Die Hahnenkammrennen in Kitzbühel gelten als das Nonplusultra im alpinen Ski-Weltcup. Fixpunkte sind seit jeher Abfahrt und Slalom, lange Zeit bestand dazu die klassische Kombination, die später als eigenes Rennen durchgeführt wurde. Daneben gab es bald regelmäßig ein Zusatzrennen. Der erste Hahnenkamm-Bewerb fand 1931 statt. Ein Überblick der größten Kitz-Sternstunden:

Fritz Strobl erklärt, was man vor dem Saisonhöhepunkt auf der Streif wissen sollte.

Es naht das 80. Hahnenkammrennen. Wo anfangen und wo aufhören? Wir haben zum Jubiläum acht besondere Momente ausgesucht.

Bei Mario Mittermayer-Weinhandl steigt schon die Vorfreude. Die Vorbereitungen für die 80. Hahnenkammrennen gingen Anfang der Woche ins Finale, erklärte der Kitzbühel-Rennleiter der APA. Die Wettersituation habe heuer günstige Voraussetzungen geschaffen. "Ich finde, dass die Streif heuer in einem supertollen Zustand ist", ließ er wissen.

Den 80. Hahnenkammrennen in Kitzbühel dürfte wettertechnisch nichts entgegenstehen. Für Freitag und Sonntag werde sonniges, wolkenloses Hochdruckwetter prognostiziert, sagte Alexander Radlherr von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck der APA - Austria Presse Agentur. Nur der Abfahrts-Samstag macht leichte Sorgen: Frau Holle soll für leichten Schneefall sorgen.

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