Wintersport

Ein Salzburger feierte mit dem Biathlon-Weltmeister

Lowell Bailey (USA) wurde mit mit Hilfe aus dem Sportzentrum Rif zum Meisterschützen. Österreichs Biathleten verfehlten die Medaillenränge im Einzelbewerb der WM von Hochfilzen.

Biathlon-Weltmeister Lowell Bailey jubelt im Ziel.  SN/APA/AFP/FRANCK FIFE
Biathlon-Weltmeister Lowell Bailey jubelt im Ziel.

Wieder war es der verflixte eine Fehlschuss zuviel. Österreichs Biathleten blieben auch im 20-Kilometer-Einzelrennen der WM in Hochfilzen am Donnerstag ohne Edelmetall. Bester aus dem ÖSV-Quartett war Simon Eder, der mit zwei Fehlschüssen Zwölfter wurde. Ein Fehler weniger hätte dem Saalfeldner noch realistische Chance auf eine Medaille gelassen.

Dass trotzdem ein Salzburger über Gold jubelte, ist Lowell Bailey zu verdanken. Der US-Amerikaner holte sensationell Gold vor Ondrej Moravec (Tschechien) und Martin Fourcade (Frankreich). Ganz überraschend kommt der Erfolg des 35-jährigen Routiniers Bailey freilich nicht, war er doch bei dieser WM schon Vierter im Sprint und Sechster in der Verfolgung. Den Salzburger Anteil am Edelmetall macht Gerold Sattlecker aus, der als Mitglied des US-Trainerteams in Hochfilzen an der Strecke steht. Der Sportwissenschafter der Uni Salzburg analysiert im Sportzentrum Rif seit Jahren das Schießen und optimiert diesen Part bei den Athleten im Millisekunden-Bereich.

"Das war ein wichtiges Element meiner Arbeit", sagte Bailey, der sich außerdem Tipps von Schieß-Olympiasieger Matt Emmons geholt hat. Der Output: Nur ein Fehlschuss bei 50 Versuchen in den drei Bewerben. Bailey, der auf dem Stockerl mit Gattin Erika und Töchterchen Ophelia feierte, schilderte seine Gefühle: "Nach dem letzten Schießen sagte ich zu mir: ,Diese Chance kriegst du nie wieder. Gib' jetzt alles was du hast!'"

Die reine Laufzeit Baileys war nur die 22., Zweitschnellster war hingegen Julian Eberhard. Für den Saalfeldner war die Chance auf eine Medaille aber nach dem ersten Schießen praktisch schon vorbei. "Ich wollte es ganz genau machen", erklärte er. Das ging schief, zwei Fehlschüsse waren eine zu große Hypothek. Insgesamt wurden es am Ende drei und immer noch Rang 14.

Direkt hinter Eberhard holte Daniel Mesotitsch als 15. das Optimum heraus. Der 40-Jährige war im temperaturgerechten Outfit mit kurzer Hose und kurzen Ärmeln jedenfalls der Hingucker des Tages. Im Hinblick auf die Staffel am Samstag ein ermutigendes Teamergebnis, nur Lokalmatador Dominik Landertinger ließ als 26. erneut aus.

Positiv nach vorn blickt Simon Eder: "Läuferisch war das sehr gut, nur im Schießen habe ich keinen Rhythmus hingekriegt." Mehrmals setzte der als Schnellschütze bekannte Salzburger bei seinen Serien ab. Wichtig war, dass er nun im Weltcup unter den Top-30 liegt und damit sein Start im abschließenden Massenstart am Sonntag abgesichert ist.

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