Wintersport

Ex-Doper Loginow holte WM-Gold im Biathlon-Sprint

Der russische Ex-EPO-Sünder Alexander Loginow hat sich am Tag der Bekanntgabe der Dopingsperren seiner Landsleute Jewgenij Ustjugow und Swetlana Slepzowa WM-Gold im Sprint gesichert. Der Silbermedaillengewinner des Vorjahres gewann am Samstag in Antholz ohne Fehlschuss vor den Franzosen Quentin Fillon Maillet und Martin Fourcade.

Loginow meldete sich zurück SN/APA (AFP)/MARCO BERTORELLO
Loginow meldete sich zurück

Die norwegischen Stars Tarjei und Johannes Thingnes Bö gingen auf den Rängen vier und fünf ebenso leer aus wie die Österreicher. Felix Leitner schaffte ohne Fehlschuss als Neunter sein bisher bestes WM-Ergebnis. "Heute ist es einfach perfekt gegangen, mein Ziel waren die Top 15, mit dem neunten Platz bin ich überglücklich", freute sich der 23-jährige Tiroler, der wie nur zehn weitere Athleten alle Scheiben getroffen hatte. "Ich bin locker geblieben, habe gewusst, dass ich nicht auf Medaillenjagd gehe."

Sein Rückstand auf Loginow für die Verfolgung am Sonntag beträgt 52,1 Sekunden. Auf Fourcade ist es rund eine halbe Minute. "Ich freue mich auf die Verfolgung, das ist eine meiner Lieblingsdisziplinen", so Leitner. ÖSV-Topläufer Julian Eberhard kam hingegen mit drei Strafrunden nur auf Rang 26. "Alles zusammen war es zu wenig für ein richtig gutes Ergebnis", bedauerte der Salzburger. Noch weiter zurück lagen nach je zwei Fehlschüssen Dominik Landertinger (31.) und Simon Eder (37.).

Der 28-jährige Loginow gewann 6,5 Sekunden vor Fillon Maillet, der eine Strafrunde drehen musste. Der fehlerfreie Fourcade lag bereits 19,5 Sekunden hinten. Loginow war 2015 wegen eines EPO-Dopingvergehens zwei Jahre gesperrt worden. 2017 holte er in Hochfilzen WM-Bronze mit der Mixed-Staffel, in der Vorsaison jubelte er im Sprint über WM-Silber und mit der Staffel über -Bronze. Im Gesamtweltcup musste er sich als Zweiter nur dem überragenden Johannes Thingnes Bö geschlagen geben. Seinen bis dato einzigen Weltcupsieg hatte er im Jänner 2019 im Sprint von Oberhof gefeiert.

Der Sieg von Loginow ließ vor allem bei den Norwegern die Sicherungen durchgehen. Während Fourcade anders als bei der Hochfilzen-WM 2017 auf eine Protestaktion gegen Loginow verzichtete und sich auch verbal zurückhielt, äußerte sich Tarjei Bö kritisch. "Loginow hat es nicht verdient, hier zu sein", betonte der Norweger.

Der Russe konterte unbeeindruckt. "Ich bin offen für Gespräche, ich spreche mit allen, über alles, zu jeder Zeit. Vielleicht sollten meine Frau und ich uns ein größeres Apartment nehmen und alle einladen, damit sie meine tägliche Routine verfolgen können", sagte Loginow. Er sei in dieser Saison bis zu 16 Mal getestet worden.

Wenige Stunden vor seinem Triumph in Antholz hatte der Biathlon-Weltverband (IBU) die Sperren von Ustjugow und Swetlana Slepzowa wegen der Verwendung verbotener Substanzen bekanntgegeben. Das Duo wurde für je zwei Jahre gesperrt und seine Ergebnisse von 2013 bis Saisonende 2014 annulliert. Wegen der Disqualifikation von Ustjugow könnte Russland Olympia-Staffel-Gold 2014 verlieren, Österreich würde hinter Deutschland auf den Silberrang aufrücken. Ustjugow kann die UCI-Sanktion aber noch beim CAS beeinspruchen.

Quelle: APA

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