Wintersport

Fast alles scheint im ÖSV-Abfahrtsteam möglich

Vor den zwei Abfahrten auf der Kandahar hat nur Max Franz sein WM-Ticket fix. Viele Fragezeichen nach dem einzigen Training.

Die Sprunghaltung war vorbildlich bei Matthias Mayer. SN/gepa pictures
Die Sprunghaltung war vorbildlich bei Matthias Mayer.

Drei Abfahrten hat es im Ski-Weltcup bei den Herren in der ganzen Saison bisher gegeben, dafür steigen nun innerhalb von 23 Stunden (am heutigen Freitag, 13.05, Samstag, 12 Uhr) die letzten zwei Abfahrten vor der WM auf der Kreuzeck-Kandahar in Garmisch-Partenkirchen. Was das heißt, das umschreibt Vincent Kriechmayr so: "Wer hier stark fährt, der ist bei der WM mit dabei."

Seinen Fixplatz hat wohl nur Max Franz - dank seines Siegs in Gröden - sicher. Bei Matthias Mayer und Hannes Reichelt darf man wohl davon ausgehen, dass sie mit im WM-Zug sitzen, doch mit den Rängen acht und neun haben sie bisher auch noch nicht richtig aufgezeigt. Dahinter scheint fast alles möglich: Romed Baumann, Vincent Kriechmayr, Otmar Striedinger und Klaus Kröll schielen auf den vierten Platz für die WM-Abfahrt.

Dazu werden aber deutlich bessere Leistungen als im gestrigen und einzigen Abfahrtstraining nötig sein. Denn nach diesem Lauf gab es viele Rätsel und lange Gesichter im ÖSV-Team. Nur ein einziger Österreicher (Striedinger) blieb unter zwei Sekunden Rückstand auf den Trainingsschnellsten Alexander Aamodt Kilde aus Norwegen - und Striedinger hat sogar noch ein Tor ausgelassen. Reichelt, Franz, Baumann und Mayer hatten zwischen 2,11 und 2,54 Sekunden Rückstand. Dementsprechend ratlos präsentierten sich die Läufer im Ziel auf Nachfragen. "Ich weiß, dass ich hier keine Chance haben werde", meinte etwa Olympiasieger Matthias Mayer.

Erstmals seit der WM 2011 kann wieder auf der Originalstrecke mit dem Freien Fall (mit 92 Prozent Gefälle die steilste Stelle im Abfahrtssport) gefahren werden. Die letzten Jahre musste wegen Schneemangels verkürzt oder abgesagt werden. Daher überrascht die Trainingszeit von Kilde doppelt: Er bewältigte die Strecke in 1:55,42, der Streckenrekord, den Erik Guay 2011 bei seiner Fahrt zum WM-Titel aufgestellt hat, liegt bei 1:58,41.

Das Heimspiel in Garmisch-Partenkirchen steht jedenfalls für den veranstaltenden DSV unter keinem guten Stern. Zuerst gab es lang wierige Streitigkeiten mit einem Grundbesitzer, die letztlich so eskaliert sind, dass der DSV das Gelände nicht einmal mehr pachten kann. Daher musste sogar die Haupttribüne verlegt werden. Nun bangt man auch noch um den Publikumsliebling und Hausherrn Felix Neureuther. Neureuther zog sich bei seinem Sturz im Nachtslalom am Dienstag eine Kapselverletzung im Knie zu, wie die Untersuchung am Mittwoch ergeben hat. Neureuther wird sich erst kurzfristig entscheiden, ob er am Sonntag im Riesentorlauf antreten wird.

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