Wintersport

Fourcade stapelt tief: Goldflut nicht selbstverständlich

Zehn Siege und drei weitere Podestplätze in 15 Weltcup-Saisonrennen machen den Franzosen Martin Fourcade mehr denn je zum WM-Topfavoriten. Der vierfache Weltmeister des Vorjahres stapelte vor dem Auftakt der Biathlon-Titelkämpfe in Hochfilzen aber dennoch tief.

Fourcade gibt sich bescheiden.  SN/APA (Gindl)/BARBARA GINDL
Fourcade gibt sich bescheiden.

"Ich erwarte mir einige Medaillen und ich hoffe auf ein Gold. Ein Titel im Einzel und mit dem Team wären für mich zufriedenstellend. Ich fange nicht vorher an, Medaillen zu zählen. Zuerst versuchen wir die erste zu holen, dann können wir mehr erwarten", sagte Fourcade anlässlich einer Pressekonferenz seines Teams am Dienstag.

Der überlegene Weltcupspitzenreiter ist sich seiner Stärke aber natürlich bewusst. "Der Saisonauftakt war sehr gut. Ich hoffe, ich kann so weitermachen. Zu wissen, dass man etwas Gutes schaffen kann, ist eine schöne Situation", erklärte der fünffache Weltcupgesamtsieger. "Ich kenne die Situation seit Jahren. Natürlich ist es eine Position, die ich mag. Aber ich versuche nicht so viel darüber nachzudenken und mich auf das nächste Rennen zu fokussieren."

Die Fortsetzung seines Siegeszuges sei keineswegs selbstverständlich. "Natürlich will ich gewinnen, aber ich kann auch mit dem zweiten Platz zufrieden sein, wenn ich alles gegeben habe. Ich mag es nicht zu verlieren, aber ich kann verstehen, wenn jemand besser ist." Viermal WM-Gold wie im Vorjahr sei eine große Vorgabe. "Es wird sehr schwer, so gut zu sein."

Mit Rekordweltmeister Ole Einar Björndalen und dessen Rekorden will sich der 28-Jährige nicht vergleichen. "Das ist kein Thema für mich, zu beweisen, dass ich besser bin. Es geht nicht um Zahlen, sondern um die Menschen. Ich mag Statistiken, aber ich will nicht Rekorde vergleichen. Wenn man viel gewinnt, dann kämpft man um Rekorde, aber es ist nicht mein erstes Ziel."

Fourcade zählt den 15 Jahre älteren Björndalen zu den gefährlichen Gegnern, als seinen schärfsten Rivalen schätzt er dessen Landsmann Emil Hegle Svendsen ein. Dahinter reiht er Simon Schempp (GER), Johannes Thingnes Bö (NOR) und Anton Schipulin (RUS). Die ÖSV-Asse Julian Eberhard und Dominik Landertinger gehören für ihn zu einer Gruppe von zehn bis 15 Außenseitern auf Edelmetall.

Im Vorjahr eroberte Fourcade in vier WM-Einzelbewerben dreimal Gold, nur im Massenstart musste er sich mit Silber begnügen. Hinzu kam auch noch Gold mit der Mixed-Staffel. Auch diesmal tritt er in allen sechs Bewerben an, zum Auftakt am Donnerstag in der gemischten Staffel.

Fragen zu Doping und zum Kongress des Weltverbandes (IBU) am Mittwoch verbat sich die französische Mannschaftsführung vor der Pressekonferenz. Eine trotzdem zu diesem Thema gestellte Frage strafte Fourcade mit Schweigen. In den vergangenen Wochen hatte er sich mehrfach kritisch zum Vorgehen der IBU im russischen Staatsdopingskandal geäußert.

Quelle: APA

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