Wintersport

Franky Zorn ist überzeugt: "Ich kann die Russen schlagen"

Mit einem neuen Motorrad und mit enormem Tatendrang geht Ex-Europameister Franky Zorn aus Saalfelden Anfang Jänner in Schweden in seine 25. internationale Eisspeedway-Saison.

Franky Zorn in gewohnter Schräglage. Die Spikes an den Reifen dürfen drei Zentimeter lang sein. SN/gepa pictures/ felix roittner
Franky Zorn in gewohnter Schräglage. Die Spikes an den Reifen dürfen drei Zentimeter lang sein.

Die Männer dieser Szene sehen aus, als würden sie sich morgens im Freien mit geschmolzenem Schnee die Zähne putzen. Hart, härter, Eisspeedway. In Vierergruppen und meist mit Körperkontakt drehen diese speziellen Motorrad-Akrobaten ihre Runden. Sollte es gerade minus zwanzig Grad haben, bringt sie das nicht aus der Fassung. Einer von ihnen ist der 47-jährige Franky Zorn aus Saalfelden.

Mit dem ersten Lauf in der schwedischen Liga beginnt Zorn am 5. Jänner seine 25. internationale Saison. Europameister und WM-Dritter wurde er 2008 und im Jahr darauf gab es noch einmal WM-Bronze. Mit Zorn als Zugpferd holte Österreichs Team mehrere WM-Podiumsplätze.

Seit 2009 sind in der Einzel-WM nicht nur die Medaillenränge von Fahrern aus Russland besetzt. "Heuer hätte ich WM-Fünfter werden können. Ich habe es um zwei Punkte verpasst und war angefressen", schildert Franky, der heuer immerhin seinen Ruf gefestigt hat: Er klassierte sich in der WM als bester Nicht-Russe hinter Champion Dimitrij Koltakov und vier weiteren Landsleuten. Aber das genügt Zorn nicht.

Über den Sommer baute der Saalfeldener daher eine neue Maschine auf und er legte seine ganze Erfahrung in die Konstruktion. Die ersten Trainingsrunden Mitte dieses Monats auf einem zugefrorenen See in Schweden zeigten Zorn und seinem Team, dass man gut unterwegs ist: "Wir haben gleich gemerkt, dass sich die Maschine wesentlich besser fahren lässt, weil sie viel ruhiger liegt."

Zorn weiter: "Aber das waren nur erste Schritte. Wir konnten in diesem Training Vergleiche ziehen, aber jetzt sind wir gespannt auf den ersten Renneinsatz. Im Training kannst du noch so viel probieren, es wird immer Training bleiben, immer nur eine Simulation. Der Druck in einem Rennen führt zu einer Belastungssteigerung von zehn bis fünfzehn Prozent. In den drei Rennen in Schweden am 5., 6. und 7. Jänner sind auch russische Fahrer dabei und da werden wir sehen, wo wir wirklich stehen. Aber ich weiß, dass wir in der WM-Serie für Plätze unter den ersten drei gut sind und auch ein Sieg in einem Lauf möglich ist. Ich kann die Russen schlagen."

Die Qualifikation für die Grand-Prix-Serie findet für Zorn am 13. Jänner im schwedischen Örnsköldvsik statt. Bevor es mit dem ersten der fünf Finalläufe um die WM am 3. Februar in Astana (Kasachstan) losgeht, gibt es für Zorn-Fans in der Heimat noch einen wichtigen Termin. Am 20. Jänner geht im Sportstadion St. Johann/Pg. ein Meeting mit Fahrern aus Deutschland, Holland, Italien, Tschechien, Russland und Österreich in Szene. Im heimischen Aufgebot mischen neben Zorn noch Harald Simon und Charly Ebner mit.

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