Wintersport

Für Marlies Raich und Manuela Riegler ist Flachau immer besonders

Marlies Raich hatte eine beschwerliche Fahrt aus dem Tiroler Pitztal auf sich genommen, um Schwester Bernadette Schild am Dienstagabend beim Nachtslalom in Flachau anzufeuern. Manuela Riegler war da längst vor Ort. Die Ex-Snowboarderin ist seit diesem Winter Medienbetreuerin der ÖSV-Damen, in Flachau aber gleich auf mehreren Ebenen im Einsatz.

Marlies Raich will ihre Schwester Bernadette beim Nachtslalom unterstützen SN/APA/EXPA/JOHANN GRODER
Marlies Raich will ihre Schwester Bernadette beim Nachtslalom unterstützen

Denn Riegler ist in ihrem Heimatort auch Obfrau des USC Flachau und damit auch in die Organisation des heuer zum 9. Mal ausgetragenen Nachtslaloms um die "Snow Space Salzburg Princess" mit dem höchsten Preisgeld im Damen-Weltcup eingebunden. So half die ehemalige Parallel-Weltmeisterin und zweifache Weltcup-Gesamtsiegerin, die auf über 300 Weltcuprennen zurückblickt, etwa bei der Ausgabe von Akkreditierungen mit, ehe sie sich wieder ganz den Alpin-Damen widmete.

Dem nicht genug musste Riegler zwischen Flachau und St. Anton am Mittwoch auch noch nach Bad Gastein. Dort betreut sie ihre um ein Jahr ältere aber immer noch erfolgreich im Snowboard-Weltcup startende Schwester Claudia. Zudem vermittelt die viel beschäftigte Salzburgerin über ihre Kontaktagentur "Marico" Sport- und Society-Stars.

Marlies Raich ist nach ihrem Karriere-Ende 2014 gerade erneut schwanger und erwartet Anfang Mai ihr drittes Kind. Ehemann Benjamin Raich hütete zu Hause die Buben Josef (2015) und Jakob (2017), während Marlies ("Der Benni macht das sehr gut mit den Buben") auf dem Weg nach Flachau im Stau stand, weil wegen des aktuellen Extremwetters ein Helikopter den tonnenschweren Schnee von den Bäumen am Straßenrand fegen musste.

An Flachau hat Raich beste Erinnerungen. Sie gewann 2010 die Nightrace-Premiere und schlug im Dezember 2011 nochmals zu. "Ich habe Nachtrennen immer geliebt. Hier hat man es selbst bei widrigsten Bedingungen immer geschafft, ein Rennen hinzukriegen", lobte sie die Veranstalter, die auch 2019 mit unwirtlichsten Bedingungen kämpften.

Mikaela Shiffrin hat Raich kurz vor dem Jahreswechsel am Semmering als erfolgreichste Slalomläuferin abgelöst und die Österreicherin danach als "Beste ihrer Generation" und "Inspiration" bezeichnet. "Natürlich tut so etwas gut", bedankte sich Raich und teilte selbst Lob an die trotz ihrer 23 Jahre schon bei 52 Siegen (37 im Slalom) haltende US-Amerikanerin aus.

"Was Mika in den Schnee zaubert, ist unglaublich", sagte Raich. "Sie fährt ja auch in den Abfahrten so schnell, das ist noch großartiger. Ich hab's ja selbst probiert", sagte Raich, die zwei Mal einen Abfahrtssieg als Zweite nur knapp verpasst hatte.

Ohne ihre vielen Verletzungen hätte Raich wohl schon viel früher mit ihren Slalom-Seriensiegen begonnen. "Derartige Vergleiche machen keinen Sinn. Was ich mit allem Drumherum geschafft habe, darauf kann ich sehr stolz sein, das nimmt mir niemand weg", erwiderte sie. "Es ehrt mich, dass Mika in mir ein Idol sieht und das auch sagt."

Raich traut Shiffrin zu, den Stenmark-Rekord von 86 Weltcupsiegen zu knacken. "Ihre Perfektion und Nervenstärke ist bemerkenswert. Wenn sie so weitermacht und vor allem unverletzt bleibt, ist das sicher sehr realistisch."

Zu Hause in Tirol wird im Hause Raich die Begeisterung fürs Skifahren gerade an die Kinder weitergegeben. Josef (dreieinhalb) saust schon die Pisten hinunter. "Mein Herz macht eine Sprung wenn ich sehe, dass er dabei einen Smile im Gesicht hat. Jetzt sind die eigenen Schwünge nicht mehr so wichtig. Vielmehr die Zeit mit den Kinder draußen und dass wir unsere Leidenschaft weitergeben."

Dass Marcel Hirscher seinen Baby-Sohn abschirmt, versteht Raich. "Das muss jeder so machen, wie es für ihn passt. Auch wir stellen die Kinder ja nicht in die Öffentlichkeit."

Dass der Weltcup vermehrt in die Städte gehe, sei okay, so Raich. "Aber man sollte doch auch in den Skigebieten bleiben, wo die Touristen sind und die Einheimischen diese Riesen-Begeisterung haben." Riesen-Startfelder sind aus Raichs Sicht eher ein Ansporn für die anderen, weiter nach vorne zu kommen. Verbesserungen des Weltcups seien prinzipiell zu begrüßen. "Momentan ist für mich das Althergebrachte aber immer noch das Spannendste."

Dass im Slalom hinter dem Top-Quartett Shiffrin, Petra Vlhova, Wendy Holdener und Frida Hansdotter eine Riesenlücke klaffe, sieht Raich nicht ganz so. "Ich sehe zumindest fünf, nehme meine Schwester dazu", betonte sie. "Bernie hat das Podium drauf. Aber auch Katharina Liensberger und Katharina Truppe gefallen mir sehr gut. Schade, dass Katharina Gallhuber verletzt ist."

Quelle: APA

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