Wintersport

Für Veith und Hirscher passt der Fahrplan Richtung Olympia

Nur vier Wochen nach seinem Comeback gelingt Marcel Hirscher auch schon ein Sieg im Slalom. Anna Veith meldet sich im vierten Rennen nach ihrer Rückkehr in der Weltspitze zurück.

Damit hat er sich wohl selbst auch überrascht: Nur einen Monat nach seinem Comeback im Ski-Weltcup nach Knöchelbruch hat Marcel Hirscher am gestrigen Sonntag auch schon wieder seinen ersten Weltcupslalom in Val d'Isère gewonnen. Beim Einstieg in Levi wurde er noch 17., auch am gestrigen Sonntag ging er nicht mit allzu großen Hoffnungen in den Bewerb. "Wenn es gut läuft, sollte ein Platz zwischen fünf und zehn möglich sein, für eine Platzierung ganz vorn fehlen mir derzeit einfach noch die Trainingstage", meinte er zuvor. Das hat sich zumindest nach dem ersten Lauf bewahrheitet: Hirscher lag auf Rang acht.

Das sollte sich im zweiten Durchgang ändern: Der Salzburger stellte wieder einmal in der Pause sein ganzes Set-up um, verwendete ein neues Material ("das auf Anhieb super funktioniert hat") und ging bei fast irregulären Bedingungen im dichten Schneefall in den Angriffsmodus. Hirscher rollte damit das Feld von hinten auf, nur der Norweger Henrik Kristoffersen blieb in Schlagdistanz - und machte dem Sieger gleich ein großes Kompliment. "Er hat eben von oben bis unten keinen Fehler gemacht, hat eine sehr konstante Leistung hingelegt. Ich hatte zwei kleine Fehler, so kann man einen Marcel nicht schlagen." Damit hat Hirscher heuer schon in beiden technischen Disziplinen (Riesentorlauf und Slalom) gewonnen, im Gesamtweltcup ist er nur elf Punkte hinter Kristoffersen zurück. Damit ist auch klar: Hirscher wird auch heuer der Mann sein, den es auf dem Weg zum Gesamtweltcupsieg zu schlagen gilt.

Der abschließende Slalom hat bei Hirscher den Frust über den etwas missglückten Riesentorlauf am Samstag überdeckt. Da kämpfte Hirscher mit Strecke und Kurssetzung und blieb mit dem rechten Arm im Tor hängen, weswegen er eine Torfahne mitnahm. "Ein ganz blöder Fehler, das ist mir auch schon lange Zeit nicht mehr passiert", meinte Hirscher. Allerdings - und das war die gute Meldung an diesem Tag - hat der Knöchel den Härtetest bestanden. "Das war wirklich ein ultimativer Test. Solche Bedingungen brauche ich, um wieder heranzukommen." Rang drei war also unter diesen Umständen das Maximum für Hirscher.

Zumal der Franzose Alexis Pinturault einen seiner Traumläufe ausgepackt hat und zum Sieg im Heimrennen fuhr - nur: Mit der Konstanz hapert es weiter bei dem Franzosen. Schon am Sonntag schied er wieder im Slalom aus. Das sind wichtige Punkte, die er auf dem Weg zum Gesamtweltcupsieg liegen lässt.

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