Wintersport

Gerstgraser ersetzt Pommer: Kombinierer auf Medaillenjagd

Neues Spiel, neues Glück, neuer Sportler: Österreichs Nordische Kombinierer gehen am Sonntag (11.00/14.30 Uhr/live ORF eins) in Lahti mit einem neuen Mann auf die Jagd nach der angepeilten WM-Medaille im Team-Bewerb. Der starke Läufer Paul Gerstgraser ersetzt in der zweiten Konkurrenz der Truppe von ÖSV-Coach Christoph Eugen David Pommer und ergänzt Bernhard Gruber, Mario Seidl und Philipp Orter.

Gerstgraser hat sich beim Springen deutlich verbessert.  SN/APA (Archiv/Gindl)/BARBARA GINDL
Gerstgraser hat sich beim Springen deutlich verbessert.

Der 21-jährige Gerstgraser hatte in dieser Weltcup-Saison bereits mit mehreren Bestzeiten in der Loipe, zuletzt zweimal in Sapporo und einmal am Olympia-Schauplatz Pyeongchang, aufhorchen lassen. Da der Teambewerb, in der nach dem Sprung von der Normalschanze eine 4x5-km-Staffel gelaufen wird, eher lauflastig ist, wollte man die Qualitäten des Schwarzachers nicht missen.

"Ich freue mich natürlich irrsinnig. Ich hoffe, dass ich das Team gut unterstützen kann", erklärte der WM-Neuling am Samstag nach dem Training (85,5/89,5 m) gegenüber der Austria Presse Agentur. "Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg und wenn wir unsere Leistung abrufen, dann werden wir hoffentlich um die Podestplätze ein Wörtchen mitreden können." Ein WM-Debüt für den Salzburger also gleich mit einer Medaille? "Ich versuche es als ganz normalen Wettbewerb zu sehen. Sicher ist mein erstes WM-Antreten gleich im Team schon etwas Spezielles."

Seinen Aufstieg erklärt Gerstgraser, der wie Orter in der ÖSV-Gruppe von Günther Chromecek trainiert, mit besseren Sprüngen. "Ich habe beim Springen schon einen Schritt nach vor gemacht. Ich bin letztes Jahr schon gut gelaufen, habe aber auch da einen Schritt weiter gemacht", so Gerstgraser. Auf der Großschanze tue er sich noch ein bisschen schwer, aber: "auf der kleinen Schanze kann ich halbwegs mithalten und deshalb bin ich auch aufgestellt, glaube ich."

Neben den Deutschen, die als Vierfach-Sieger des Einzelbewerbs und ihrer Dominanz über die gesamte Saison nahezu eine Bank für Team-Gold sind, sind die Österreicher, die Norweger, die Franzosen und auch Gastgeber Finnland, bei denen die 38-jährige Legende Hannu Manninen antritt, Medaillenkandidaten.

"Sie sind halt super aufgestellt und es gelingt ihnen, immer im Wettkampf ihre stärksten Leistungen abzurufen", meinte der Weltmeister von 2015 von der Großschanze, Bernhard Gruber zu den Deutschen. "Wir probieren es weiter." Sein Rezept? "Wir müssen schauen, dass wir die Trainingsleistungen umsetzen und die Basis auf der Schanze setzen. Läuferisch hat man eh gesehen, dass es passt. Bei mir war der erste Bewerb hoffentlich ein 'Durchputzer'", sagte der Salzburger.

Orter geht dank Laufbestzeit in der ersten Konkurrenz mit Selbstvertrauen in den Teambewerb. "Auf der Schanze sind die Sprungergebnisse ziemlich knapp beieinander. Wir müssen schon geschlossen gut springen, aber auch gut laufen. Die Chancen stehen ganz gut, wir haben es mannschaftlich ganz gut drauf", glaubt der Kärntner.

Auch Mario Seidl, der im einzigen Teambewerb im Weltcup in Lillehammer gemeinsam mit Orter sowie David Pommer und Wilhelm Denifl auf Platz drei gekommen war, weiß um die Medaillenchance der ÖSV-Mannschaft. "Wir sind gut drauf. Wenn jeder seine Leistung bringt, können wir sicher um die Medaillen mitfighten." Sogar um Team-Gold? "Nein, das muss man neidlos anerkennen, dass die Deutschen echt gut drauf sind. Bei ihnen muss etwas schief laufen, dass wir sie schlagen können."

Quelle: APA

Aufgerufen am 13.11.2018 um 05:41 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/gerstgraser-ersetzt-pommer-kombinierer-auf-medaillenjagd-340885

Schlagzeilen