Wintersport

Gesamtweltcup-Zweite Egle holte EM-Silber, Team-Missgeschick

Österreichs Nationalteam der Kunstbahn-Rodler hat in St. Moritz seinen EM-Medaillensatz komplett. Nach Gold und Bronze von Wolfgang Kindl und Nico Gleirscher am Vortag bei den Männern legte Madeleine Egle am Sonntag mit Silber bei den Frauen nach. In der Teamstaffel gab es bei der Olympia-Generalprobe hingegen einen Tiefschlag, da Egle das Touchpad zur Übergabe verpasste und Wolfgang Kindl seinen Schlitten so unverrichteter Dinge wieder einpacken musste.

Madeleine Egle durfte erneut jubeln/Archivbild SN/APA/dpa-Zentralbild/Martin Schut
Madeleine Egle durfte erneut jubeln/Archivbild

Im Frauen-Rennen musste sich Egle nach Halbzeitrang drei und folgender Laufbestzeit nur der deutschen Olympiasiegerin Natalie Geisenberger um 0,155 Sek. geschlagen geben. Im Weltcup rettete sich die hinter der Lettin Elina Vitola (+0,226) diesmal viertplatzierte Deutsche Julia Taubitz (+0,324) vor Egle ins Ziel. Hinter der erstmals mit einer EM-Einzelmedaille dekorierten Tirolerin landeten ihre Landsfrauen Hannah Prock (+1,587) und Nina Schulte (+1,626) auf den Rängen 18 und 19.

"Natürlich ist der Ärger nach meinem Fehler in der Staffel groß, aber das gilt es wegzustecken und beim nächsten Mal besser zu machen", meinte Egle über ihr Missgeschick. "Unterm Strich bin ich aber absolut happy. Die Kugel im Gesamtweltcup ist natürlich mega. Letztes Jahr habe ich sie als Vierte knapp verpasst. Dass ich jetzt Zweite geworden bin, ist richtig cool. Auch die kleine Kugel aus Gold im Disziplinen-Weltcup ist echt ein Wahnsinn, unglaublich, ich bin mega happy."

Seit den Zeiten von Andrea Tagwerker und den Schwestern Angelika und Doris Neuner in den Neunzigern hat keine Österreicherin mehr so um den Gesamt-Weltcup mitgerittert. In den letzten acht von insgesamt zwölf Saisonbewerben landete Egle immer auf dem Podest, dazu kam der Erfolg zum Saisonauftakt bei der Olympia-Generalprobe in Yanqing. Nur ein etwas schwächeres Abschneiden in den drei Konkurrenzen danach verhinderte den Gesamtweltcup-Erfolg der 23-Jährigen.

Im Endeffekt fehlten ihr mit 947 Zählern nach fünf Saisonsiegen 32 Punkte auf die viermal erfolgreich gebliebene Taubitz. Geisenberger folgt mit 772 Punkten, brachte sich mit dem EM-Titel auf der Naturbahn auch wieder ins olympische Gespräch. In der Weltcup-Gesamtwertung ohne Sprintrennen setzte sich Egle durch, zwei Punkte vor Taubitz. Die wurde zum zweiten Mal Gesamtweltcupsiegerin. Für Österreich hatten das bisher Angelika Schafferer (1979 bis 1981) und Tagwerker (1997) geschafft.

"Wir waren gut unterwegs Madeleine war eng dran. Die Hand war an der Rodel hängengeblieben am Griff", erklärte Österreichs Cheftrainer Rene Friedl Egles Staffel-Missgeschick. "Aber das schärft die Sinne. Man sieht, wie schnell das gehen kann. Wir sind gewarnt für Olympia." Der Mannschaftsbewerb ging an Lettland vor Deutschland und Russland. Die Weltcup-Gesamtwertung holten nach sechs Bewerben die Deutschen vor den Letten und dem vor dem Finale noch chancenreich gewesenem ÖRV-Team.

Mit dem Wochenende als Ganzes war Friedl zufrieden: "Insgesamt haben wir eine gute Leistung abgeliefert. Wir hatten eine super Weltcupsaison. Jetzt schauen wir, dass wir bei Olympia zuschlagen. Bei den Doppelsitzern (Steu/Koller Sechste, Anm.) greifen wir bei Olympia wieder an." Nun gehe es nach Wien zum Ausfassen der Olympia-Kleidung, zur Angelobung beim Bundespräsidenten und dann begebe man sich bis zum für Freitag gebuchten Abflug in China in Wien in Quarantäne.

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