Wintersport

Hannes Reichelt: "Quarantäne ist wie ein Trainingslager"

Hannes Reichelt über seine Reha, warum er heuer seine Lieblingsstrecke nicht sehen wird und massive Änderungen im Sommertraining.

Nach seinem Kreuzbandriss im Dezember arbeitet Hannes Reichelt derzeit an seinem Comeback.  SN/gepa pictures
Nach seinem Kreuzbandriss im Dezember arbeitet Hannes Reichelt derzeit an seinem Comeback.

In diesen Tagen stünden bei den Alpinen eigentlich Materialtests an - und die Bedingungen auf den Bergen wären dafür auch ideal. Doch weil in Zeiten wie diesen gar nichts alltäglich ist, so stehen die Bergbahnen still und die Ski bleiben bei den Herstellern.

Einen hat die aktuelle Situation aber quasi gleich doppelt getroffen. Abfahrts-Ass Hannes Reichelt ist nach seinem schweren Sturz in Bormio, bei dem er sich Ende Dezember einen Kreuzbandriss zugezogen hat, momentan auf Reha. Für die Reha und auch um seinen an Asthma erkrankten Vater zu schützen wechselte er in seine Wohnung nach Innsbruck, wo er aber sofort unter die strengen Tiroler Quarantäne-Auflagen fiel. "Das war richtig zäh", sagt Reichelt, aber er nahm es mit Humor. "So eine Quarantäne daheim fühlt sich ein bisschen an wie ein Trainingslager im Sommer in Chile oder Argentinien, da gibt es auch kaum Abwechslung."

Die Quarantäne ist vorbei, die Reha stockt immer noch. "Ich bin da bei einem jungen Team in Innsbruck, das hat toll begonnen, aber derzeit ist da nichts möglich. Ich hoffe schon, dass bald wieder etwas geht, denn jetzt habe ich schon einen Monat verloren." Derzeit beschäftige er sich mit Krafttraining, Radfahren und leichten Wanderungen. "Es geht eigentlich eh schon viel, nur Laufen geht noch nicht."

Reichelts Plan für den Weg zurück steht aus seiner Sicht bereits, doch was wirklich möglich sein wird, das werden letztlich die äußeren Umstände definieren. "Eigentlich wollte ich schon im Juni auf die Ski und den Schnee zurück, aber da wird kein Skigebiet offen haben." Wie überhaupt das ganze Sommertraining derzeit wohl neu strukturiert werden muss. "Wir werden aufgrund der Reisebeschränkungen in diesem Sommer wohl nur auf den heimischen Gletschern trainieren können." Das heißt: Das vom ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel erworbene Skigebiet in Saas-Fee wird die Österreicher heuer wohl nicht sehen. Welche Gletscher bieten sich in Österreich an? "Der Mölltaler Gletscher und sicher auch Sölden."

Noch komplizierter wird es aber mit der Rückkehr an seine Lieblingsstrecke - die Raubvogelpiste in Beaver Creek. "Auch wenn das erst im Dezember ist, so kann ich mir nicht vorstellen, dass wir hier heuer mit dem ganzen Weltcup-Tross hinreisen können. Aber vielleicht sagt der amerikanische Präsident ja die ganze Krise ab." Man sieht: Den Humor hat er nicht verloren.

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