Wintersport

Heimschläfer Landertinger kämpferisch: Medaille möglich

Dominik Landertinger hat sich nach durchwachsenem Saisonbeginn im Jänner deutlich besser präsentiert. Ein Weltcup-Podestplatz ist dem Lokalmatador vor der WM in seinem Heimatort Hochfilzen aber nicht gelungen. Der Olympiazweite und Vizeweltmeister von 2016 gibt sich dennoch kämpferisch, dass er den Traum von der Medaille realisieren kann.

Landertinger holte bereits drei WM-Medaillen.  SN/APA (AFP)/JONATHAN NACKSTRAND
Landertinger holte bereits drei WM-Medaillen.

"Es ist schon um ein Eck besser geworden, es hat schon wieder ganz gut gepasst. Ich glaube, mit ein bisschen Glück, dass vielleicht nach den zwei Wochen Training noch ein Sprung nach vorne kommt, dann ist die Medaille zumindest bei einem perfekten Rennen möglich. Aber es wird nicht einfach, das muss man auch sagen, die Dichte ist extrem eng", sagte der 28-jährige Tiroler im Interview mit der APA - Austria Presse Agentur.

Landertinger ist froh, dass er nach seinem Bandscheibenvorfall überhaupt schon wieder so gut in Schuss ist. "Das war ein harter Kampf, ich muss zufrieden sein, dass es so läuft. Im Herbst war es nicht sicher, ob ich überhaupt starten kann". Zu Beginn der Saison hatte sich zum Trainingsrückstand durch die Rückenprobleme auch noch eine Schonhaltung eingeschlichen, die das Arbeiten am Schießstand erschwerte.

Das und die anfänglichen Schmerzen haben sich mittlerweile erledigt, nur lange Autofahrten oder Flugreisen führen laut Landertinger noch zu vorübergehenden Problemen. Mit der ebenfalls nach und nach besser werdenden Laufform soll das ersehnte Edelmetall gelingen. "Ich habe gesehen, dass ich das Potenzial habe, ganz vorne mitzulaufen - wenn alles passt. Es hat bis jetzt noch nicht ganz hingehaut, aber ich habe versucht, die kleinen Fehlerquellen auszuschalten, das ist mir gut gelungen. Jetzt heißt es, das im Wettkampf umsetzen."

Zusätzlichen Druck verspüre er nicht. "Von meiner Seite mache ich mir auf keinen Fall mehr Druck. Ich weiß sowieso, dass am Tag X alles passen muss. Ich werde alles geben, damit ich das schaffe. Und man braucht auch ein bisschen Glück, einen guten Ski, das Wetter muss auch noch stimmen." Ein positiver Aspekt für ihn sei, dass er sich dem Trubel entziehen kann, indem er zu Hause schläft. "Das ist der größte Vorteil. Du hast keine anderen Leute um dich, das ist sehr fein."

Die Wettkämpfe vor Heimpublikum seien eine schöne Sache. "Das Positive ist das heimische Publikum, man ist extrem motiviert. Das peitscht einen schon noch einmal weiter nach vorne, man holt noch einmal mehr aus dem Körper heraus." Es gelte jedoch auch, sich nicht allzu sehr vereinnahmen zu lassen. "Man muss aufpassen, dass der Trubel zwischen den Rennen nicht zu viel wird und man sich schön herausnimmt und Ruhe hat."

In der Vorsaison hatte Landertinger mit Silber über 20 km seine zweite WM-Einzelmedaille nach Gold im Massenstart 2009 geholt. Eine Silberne mit der Staffel 2009 hat er ebenfalls schon. Eine weitere Medaille vor Heimpublikum habe einen besonderen Reiz. "Sie hätte einen Riesenstellenwert, aber jede Medaille ist ein Traum. Ich hoffe natürlich, dass ich in Hochfilzen auch eine mache."

Bei der Hochfilzen-WM 2005 erlebte der damalige Teenager nur ein Rennen als Zuschauer mit, weil er selbst zur Junioren-WM reisen musste. Das jetzige Veranstaltungsareal sei nach den 20 Millionen teuren Umbauten im Vergleich zu damals nicht wiederzuerkennen. "Das war damals eine lässige Geschichte, aber man kann es mit dieser WM nicht vergleichen."

Das Großereignis habe in mehrerlei Hinsicht einen hohen Stellenwert. "Sie ist unvorstellbar wichtig für den Biathlon in Österreich, weil sehr viel investiert worden ist, weil man einfach von der Infrastruktur alles da hat, was wir brauchen. Das ist auch für die Zukunft wichtig." Und auch das Pillerseetal profitiere. "Die WM ist eine Superwerbung. Es ist extrem viel aufgestellt worden, ich hätte mir nicht gedacht, dass man da noch so viel herausholen kann."

Quelle: APA

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