Wintersport

Heimsieg beim Tausendstel-Krimi für Rodler Steu/Koller in Igls

Rot-weiß-roter Feiertag im Rodelweltcup: Sieg im Doppelsitzer, bei den Einsitzern jubelte Wolfgang Kindl über Platz zwei.

Kreischende Fans beim Kunstbahnrodeln - auch so etwas gibt es. Zu beobachten am Samstag bei den Weltcuprennen in Innsbruck-Igls. Was die Zuschauer so begeisterte, war der Heimsieg der österreichischen Doppelsitzer Thomas Steu und Lorenz Koller. Die Doppelsitzer-Weltcupsieger des vorigen Winters untermauerten in Igls einmal mehr, dass sie bei den Olympischen Spielen in Yanqing im Februar zu den absoluten Sieganwärterin gehören werden. 0,001 Sekunden, das war der Rückstand des vorarlbergisch-tirolerichen Gespanns auf die lettischen Brüder Andris und Juris Sics. 22 Tausendstelsekunden trugen Steu/Koller als Vorsprung ins Ziel. Juri Gatt/Riccarco Schöpf als Fünfte sowie Yannick Müller/Armin Frauscher als Achte komplettierten den österreichischen Feiertag in Igls. Die Fanabordnungen aus Tirol und Vorarlberg feierten gemeinsam, lange Gesichter gab es bei den Deutschen: Kein einziges schwarz-rot-goldenes Gespann auf dem Podest, das gibt es auch nur selten. Aber die sieggewohnten deutschen Rodler waren diesmal ausgesprochen fehleranfällig.

Nach dem TV-Siegerinterview musste sich Steuermann Thomas Steu erst einmal hinsetzen. Die Folgen des Fußwurzelbruchs vor wenige Wochen machten sich spürbar. "Auf dem Schlitten merke ich nichts davon", sagte der Vorarlberger. "Man sieht und spürt, dass wir während der Zwangspause sehr gut gearbeitet haben, ich hoffe, dass wir damit die Olympiaqualifikation fixieren konnten."
Die besondere Bedeutung dieses Siegs unterstrich Lorenz Koller: "Es ist unser zehnter Weltcupsieg, und das auf der Heimbahn."

Was die Zuschauer bei Minusgraden am Eiskanal auch heißlaufen ließ, war ein Tausendstelsekunden-Krimi im Einsitzerbewerb der Männer. Hinter Sieger Johannes Ludwig aus Deutschland lief ein eigenes Rennen im Rennen. Denn im österreichischen Team liefern sich die Schlitten-Cracks einen erbitterten Kampf um die Olympiatickets für Peking. Fünf Kandidaten gibt es für drei Plätze, und bei den knappen Abständen kann schon ein kleiner Fehler zu viel sein.

In Igls trieben just zwei Brüder das Gerangel auf die Spitze: David Gleirscher (Olympiasieger von 2018) und Nico Gleirscher waren nach zwei Läufen in 1:40,058 Minuten im Ziel exakt gleich schnell. "Das haben wir schon einmal geschafft, vor vier Jahren in Königssee", erinnerte sich Nico. Das Erfolgsrezept war bei den Brüdern auch dasselbe, sie hatten nach Problemen zuletzt wieder auf altes Material zurückgegriffen.

Aber die Gleirscher-Brüder machen es der ÖRV-Führung um Sportdirektor René Friedl nicht allein schwer. Jonas Müller lieferte nach einem Beinahe-Sturz in Lauf eins mit der zweitbesten Laufzeit im Finale (Endplatzierung elf) gute Argumente. Sein Ticket nach Peking in der Tasche hat Wolfgang Kindl: Sieg vor einer Woche in Altenberg, Platz zwei jetzt in Igls, nur 0,049 Sekunden hinter Sieger Ludwig - der oft schon abgeschriebene Routinier ist wieder ganz groß da. "Wir haben in der Vorbereitung viel richtig gemacht, das ganze Paket passt wieder", resümierte Kindl. "Wir sind vom Material her im zweiten Durchgang noch mehr ans Limit gegangen, ich habe voll angegriffen, aber Hansi Ludwig war heute wie schon in der bisherigen Saison sehr stark. Ich bin mit dem zweiten Platz aber absolut happy."

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