Wintersport

Hirscher gegen Kristoffersen: "Dieses Duell ist genial"

Slalomtrainer Marko Pfeifer über die aktuelle Situation und das Duell, das alles überstrahlt.

Die Slalom-Dominatoren Hirscher und Kristoffersen. SN/AP
Die Slalom-Dominatoren Hirscher und Kristoffersen.

Der letzte Slalom vor der WM ist gefahren und wie in den letzten 17 von 20 Weltcupslaloms hieß der Sieger entweder Henrik Kristoffersen oder Marcel Hirscher. Die SN sprachen nach dem Nachtslalom mit Technik-Gruppentrainer Marko Pfeifer.

Ein gutes WM-Team stellt sich angeblich immer von selbst auf. Nach dem gestrigen Ergebnis müssen Sie also über ein gutes Team verfügen.
Pfeifer: Ja, das große Bild zeichnet sich ab. Auch wenn wir noch über Details reden werden, kann man das Team doch erahnen und das ist gut so. Matt und Feller waren im richtigen Moment da und haben gezeigt, was in ihnen steckt.

Aber auch bei der WM in St. Moritz wird es nur um Bronze hinter Kristoffersen und Hirscher gehen, sehen Sie das auch so?
Das muss man eigentlich fast so sehen. Dazu ist der Hang in St. Moritz etwas einfacher als jener in Schladming, nicht so steil. Es hängt natürlich immer von der Kurssetzung ab, aber es wird wohl eine Sache für die zwei werden.

Mit Vorteil für . . .?
Schwer zu sagen, aber vielleicht mit einem kleinen Vorteil für Hirscher. Immer wenn es flüssig dahingeht, setzt er Kristoffersen ordentlich zu.

Sie sind fast 20 Jahre Trainer, haben Sie so ein Duell schon einmal erlebt?
Nein, an so etwas kann ich mich nicht erinnern. Es gab zwar immer den einen oder anderen herausragenden Fahrer, aber dass zwei Läufer eine Disziplin so lang und so eindeutig dominieren, das ist neu.

Hirscher hat gesagt: Es wird immer extremer, und das in jeder Disziplin. Macht Ihnen das Sorgen?
Sorge ist da das falsche Wort. Aber es ist richtig, es wird immer extremer, zum einen mit der Kurssetzung, zum anderen mit der Mate rialabstimmung. Siehe gestern bei Michael Matt. Der kam im ersten Lauf gerade noch auf Rang 30, im zweiten stellte er eine Kleinigkeit am Material um und er fuhr die fünfte Laufzeit. Diese Materialabstimmung in Riesentorlauf und Slalom auf den Punkt zu bringen, das schaffen immer weniger Leute. Darum sind nur vier, fünf Leute in beiden Disziplinen vorn dabei.

Wird sich das ab der kommenden Saison mit den neuen Riesentorlauf-Ski ändern?
Sicher wird es sich ändern, in welche Richtung jedoch, das ist noch unklar. Wir werden das ganze Frühjahr über testen und tüfteln und beim Saisonauftakt in Sölden werden alle sehen, was dann wirklich Sache ist. Vielleicht wird die Abstimmung einfacher, so richtig glaube ich aber nicht daran. Dennoch, es ist ein Neustart für alle.

Eine Frage nach dem Weltcup-Marathon im Jänner: Wie müde oder fit sind Sie eigentlich?
Kitzbühel hat uns alle an den Rand gebracht, das waren schon harte Tage. Schladming ist auch für uns intern immer ein wichtiges Rennen in der Saison, bis dahin geht es in einem Zug durch. Jetzt gibt es für alle ein paar Tage Pause zum Durchschnaufen und Kraftsammeln vor der WM.

Stichwort WM: Der WM-Slalom wird erst am 19. Februar ausgetragen: Wie hält man da den Spannungsbogen aufrecht?
Das Programm geht ja weiter, Hirscher, Feller und Hirschbühl fahren am Sonntag den Riesentorlauf in Garmisch, Hirscher und Matt nächste Woche noch in Stockholm. Bei einigen anderen wie Marco Schwarz werden wir jetzt ein Speedtraining in Zauchensee einschieben und schauen, ob sie ein Thema für die Kombination sind. Ruhiger wird es also auch jetzt nicht.

Zur Person Marko Pfeifer: Der 42-jährige Kärntner ist seit 2013 im ÖSV Slalomtrainer.
Zuvor war er lang in Schweden tätig.

Aufgerufen am 19.11.2018 um 08:09 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/hirscher-gegen-kristoffersen-dieses-duell-ist-genial-495679

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