Wintersport

Hirscher nach RTL-Gold nun auch Topfavorit im Slalom

Das Rennprogramm ließ es nicht zu, dass Marcel Hirscher sein Riesentorlauf-Gold am Freitag ausgiebig feiern konnte, für Partymachen ist der weltbeste Skirennläufer aber ohnehin nicht bekannt.

Hirscher jubelte bereits 2013 über Slalom-WM-Gold.  SN/APA/EXPA/JOHANN GRODER
Hirscher jubelte bereits 2013 über Slalom-WM-Gold.

Nach seinem fünften WM-Titel geht er als Topfavorit in den Slalom zum Ausklang der Weltmeisterschaften in St. Moritz. Größter Herausforderer ist Henrik Kristoffersen, der als RTL-Vierter Edelmetall verpasste.

Von acht klassischen Weltcup-Slaloms in diesem Winter gewann Kristoffersen fünf. Hirscher war zweimal erfolgreich, heimste zudem aber vier zweite und einen dritten Rang ein, was ihm die Führung in der Disziplinwertung brachte. Bis auf Zagreb (Sechster) war er immer auf dem Podest.

Auf dem flachen WM-Hang freilich sei vieles möglich, wie auch Hirscher anmerkte, der bereits 2013 in Schladming Slalom-Weltmeister war. "Vielleicht gibt es in dem Slalom überhaupt keine Favoritenmedaille. Es kann aber auch alles so laufen, wie die letzten Rennen waren", meinte der 27-Jährige, der seinen Teamkollegen Marco Schwarz und den Schweden Andre Myhrer weit oben auf der Rechnung hat. Weil es sich um ein WM-Rennen handle und die Topografie so eigen sei, sei ein Überraschungssieger möglich.

"Mein Status quo im Slalom ist schwer zu beurteilen", meinte Hirscher. Es stehe und falle vieles damit, wie die Bedingungen am Sonntag sein werden. Auf der mit Wasser präparierten Piste fuhren am Samstag bereits die Damen ihren Slalom aus, zudem setzten die warmen Temperaturen der Oberfläche zu. "Wenn es hart ist, fühle ich mich gut, wenn es weich ist, habe ich weiche Knie."

Seine zweite WM bestreitet Michael Matt, vor zwei Jahren schied er im zweiten Durchgang aus. "Die Erfahrung war wertvoll, aber die Ausgangsposition war damals eine ganz andere mit Nummer 40. Die Anspannung am Start war eine andere als bei einem normalen Rennen, aber schlussendlich musst du dich auf dein Skifahren konzentrieren, mehr kannst du eh nicht machen."

Die Saison habe gezeigt, wer die zwei Favoriten sind. "Aber belegt ist gar nichts, die zwei müssen auch erst runterfahren. Die zwei können nur verlieren, wir können nur gewinnen. Also haben wir sicher die bessere Ausgangsposition", sagte Matt.

Der jüngere Bruder von Olympiasieger Mario Matt will mit einem kontrollierten Risiko ins Rennen gehen. "Sicher greifen manche mehr an als bei einem Weltcuprennen. Aber du sollst ja nicht sinnlos riskieren müssen, damit du schnell bist. Sondern trotzdem deine Linie fahren, das soll ja auch schon schnell sein." Mehr freuen würde er sich über harte Verhältnisse, aber er sei für alles gerüstet.

"Unschlagbar sind sie auf keinen Fall. Bei den Teilzeiten bin ich voll dabei, aber Podest gab es in diesem Winter noch keines. Wenn es jetzt in St. Moritz passt, wäre ich auch nicht beleidigt", sagte Schwarz.

Und der über einen hohen Grundspeed verfügende, aber auch ausfallanfällige Manuel Feller meinte: "Marcel und Henrik werden sicher den Ton angeben. Das Podest ist für mich auf jeden Fall möglich, aber es wird ein sehr harter Brocken werden. Der Vorteil von einem Außenseiter ist, dass von dir nichts erwartet wird. Das Schlimmste wäre, dass sie danach sagen, 'hat er wieder eingefädelt'."

Feller war bei acht Rennen in der aktuellen Weltcupsaison fünfmal nicht ins Ziel gekommen, schrieb andererseits aber auch als Fünfter, Siebenter und Sechster an. "Ich möchte im Ziel abschwingen und mir nicht vorwerfen müssen, dass ich mehr riskieren oder rausholen hätte können. Ich werde alles riskieren, aber auch nicht hirnlos fahren." Er werde gut besichtigen und sich die ein, zwei Passagen raussuchen, wo er vielleicht nur 99 Prozent fahren müsse. Aber er fliege lieber auf die Papp'n, als Vierter oder Fünfter zu werden.

2015 in Vail/Beaver Creek hatte es von den Österreichern nur Reinfried Herbst als Zwölfter ins Klassement geschafft. Hirscher nach Halbzeitführung, sowie auch Benjamin Raich, Mario und Michael Matt schieden aus. Gold holte sich der Franzose Jean-Baptiste Grange vor den Deutschen Fritz Dopfer (derzeit verletzt) und Felix Neureuther sowie Kristoffersen.

Quelle: APA

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