Wintersport

Historischer ÖSV-Triumph der Parallel-Snowboarder in Gastein

Ein Vierfachsieg bei den Herren und Daniela Ulbing sorgen für einen rot-weiß-roten Jubeltag beim Snowboard-Nachtslalom. Die schnellen, aber fehlerhaften Salzburger wollen im Teambewerb reüssieren.

Arvid Auner (r.) feiert beim Heimrennen sensationell seinen ersten Weltcupsieg und führte einen ÖSV-Vierfach-triumph vor Benjamin Karl (l.) an. SN/gepa pictures
Arvid Auner (r.) feiert beim Heimrennen sensationell seinen ersten Weltcupsieg und führte einen ÖSV-Vierfach-triumph vor Benjamin Karl (l.) an.

Bad Gastein war stets ein guter Boden für Österreichs Parallel-Snowboarder. Was die Mannschaft am Dienstagabend beim Slalomklassiker auf der Bucheben ablieferte, hat es trotz der langen Erfolgsliste aber noch nie gegeben. Angeführt vom Sensationssieger Arvid Auner feierten die Herren einen Vierfachtriumph, den Daniela Ulbing mit ihrem vierten Gastein-Sieg schließlich noch krönte. "Ich habe schon viel erlebt, aber vier Österreicher im Halbfinale hat es, glaube ich, noch nie gegeben", sagte Benjamin Karl.

Der Routinier sollte Recht behalten. Sechs Herren und drei Damen hatten sich für das Flutlicht-Finale der besten 16 qualifiziert und dann Lauf für Lauf das historisch beste Ergebnis für Rot-Weiß-Rot perfekt gemacht. Auner war als 15. gerade noch ins K.o.-Finale gerutscht und wuchs dann über sich hinaus. "Das erste Mal auf dem Podest ganz oben und das daheim. Es ist ein Wahnsinn, das habe ich nicht für möglich gehalten", jubelte der 24-jährige Kärntner. Und mit ihm, fast noch euphorischer, Benjamin Karl. "Im Finale gegen Arvid zu fahren war die Krönung", sagte Karl, der erst im Finalduell der Zimmerkollegen das Nachsehen hatte. Das kleine Finale entschied Alexander Payer gegen Lukas Mathies für sich.

Für den vierten von sechs möglichen Stockerlplätzen sorgte Daniela Ulbing. Im Halbfinale setzte sich die 23-jährige Kärntnerin gegen die am Ende viertplatzierte Julia Dujmovits durch, im Finale dann gegen die Deutsche Ramona Theresia Hofmeister. Schon in der Qualifikation war sie die Schnellste und dann bis ins Finale souverän, ehe ein Fehler den Heimsieg in weite Ferne rücken ließ. "Eigentlich hatte ich den Lauf schon abgehakt", sagte die neue Führende im Gesamtweltcup.

Der kleine Wermutstropfen: Die Salzburger konnten nicht unmittelbar in den österreichischen Jubelchor einstimmen. Andreas Prommegger schwang nach dem Aus im Viertelfinale als Sechster ab. "Schade, weil ich schnell war. Ein kleiner Fehler ist dann schon zu viel", sagte der St. Johanner. Da war der Arbeitstag von Claudia Riegler leider schon seit Stunden beendet. Zumindest aber kam ihr dann auch wieder ein Lächeln über die Lippen, nachdem sie im ersten Qualifikationslauf mit einem Sturz kurz vor dem Ziel die Hoffnung auf den achten Podestplatz bei ihrem Lieblingsrennen begraben hatte müssen. Lange saß Riegler abseits der Strecke und blickte enttäuscht auf jenen Hang, wo sie 2019 als älteste Weltcupsiegerin der Geschichte ihren mitunter emotionalsten Triumph gefeiert hatte. "Es waren Tränen dabei. Es tut sehr weh, weil die Vorfreude groß und die Form gut war", gab die 48-Jährige zu.

Und wohl war auch Wehmut dabei, denn aller Voraussicht nach war das ihr vorletztes Gastein-Rennen. Aufstehen, Krone richten und noch einmal angreifen - so lautet nun das Motto für den Mixed-Teambewerb am Mittwoch (13 Uhr/live ORF 1). Den besten Trost hatte Prommegger für Riegler parat. "Hoffentlich wird er mir jetzt nicht untreu", hatte sie leicht ironische Bedenken, dass sich ihr langjähriger Partner um eine andere ÖSV-Kollegin umschauen könnte. Doch Prommegger winkte sofort ab: "Wir sind ein Team." Somit gehen die Routiniers nun wohl das letzte Mal in ein gemeinsames Heimrennen. Mit einem womöglich guten Omen. Im Vorjahr hatte Riegler im Nachtslalom einen schmerzhaften Sturz zu verdauen und carvte 18 Stunden später mit Prommegger zum Sieg.

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 20.05.2022 um 01:14 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/historischer-oesv-triumph-der-parallel-snowboarder-in-gastein-115332511

Kommentare

Schlagzeilen