Wintersport

Husarenritt zum Heimsieg beim Riders Cup in Wagrain-Kleinarl

Eine spektakuläre Show bekamen die Zuschauer beim Rennen der Ice Cross Downhiller in Wagrain-Kleinarl geboten. Der österreichische Lokalmatador Marco Dallago ließ sich bei seinem Sieg nicht einmal von einem Sturz bremsen.

144 Athleten aus 20 Ländern waren beim Saisonauftakt des internationalen Rennzirkus der wilden Kufenritter im Salzburger Land am Samstag am Start. Es war ein Heimspiel für Marco Dallago, hat der Weltmeister von 2014 doch auch beim Bau der 300 Meter langen Eispiste seine Hände im Spiel gehabt. Doch in der Runde der letzten 64 wäre ihm sein bekannt hohes Starttempo beinahe zum Verhängnis geworden. Er stürzte, kämpfte sich aber noch auf den zweiten Platz vor und stieg auf. "Das zeigt, dass du nie aufgeben darfst", sagte der Grazer. "Ich dachte, es wäre vorbei. Am Ende war es ganz eng, ich glaube ich war Zweiter mit ein paar Zentimetern."

Im Finale ließ Dallago Mark Taru aus Estland und Tristan Dugerdil aus Frankreich hinter sich. Auch bei den Frauen wurde in Rot-Weiß-Rot gejubelt: Veronika Windisch, steirische Shorttrackerin mit Olympiaerfahrung, gewann vor Michelle Noe (Niederlande) und Anais Morand (SUI).

Nächste Station an der Cote d'Azur

Beim Riders Cup können Einsteiger in diesen Abfahrtslauf auf Schlittschuhen sich mit den Weltbesten messen. Es gibt auch Punkte für die WM-Wertung zu gewinnen, wobei 25 Prozent des Scores eines Top-Events vergeben werden. In dieser "Formel 1" der Downhiller, der Red Bull Crashed Ice-Serie, steigt der Auftakt am 13./14. Jänner. Der Schauplatz ist für ein Eissport-Event mehr als exotisch: Gefahren wird in Marseille und damit zum ersten Mal in der Geschichte der Bewerbe an der Mittelmeerküste. Dort will dann auch Marc Dallago, der zuletzt durch eine Reihe von Verletzungen gebremst worden ist, wieder an seine früheren Erfolge anschließen. Der Sieg in Wagrain-Kleinarl gegen starke Konkurrenz wie etwa Steve Cox (CAN) oder Derek Wedge (SUI) macht ihn zuversichtlich.

Ein Marokkaner am Start

Die Macher hinter Ice Cross Downhill sind dabei, die Sportart auf eine breitere Basis zu stellen. Nicht nur in den klassischen Wintersportländern soll die Disziplin ausgeübt werden. In Wagrain-Kleinarl war auch ein echter Exote mit dabei. Adil el Maifi aus Marokko hat vor einigen Jahren einen Video-Clip über "Crashed Ice" gesehen und sich geschworen: "Da will ich einmal dabei sein." Nun wurde der Traum des 36-Jährigen, der als Touristenguide in der Sahara arbeitet, wahr. Obwohl er in der Qualifikation als 135. scheiterte, sagte Adil: "Ich bin stolz, Marokko hier vertreten zu haben. Beim nächsten Mal muss ich mich besser vorbereiten. Es war härter, als ich es mir vorgestellt habe."

Quelle: SN

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